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REGESTEN

DER BISCHÖFE VON STM8SBURG

VERÖFFENTLICHT

VOM WISSENSCHAFTLICHEN INSTITUT DER ELSASS-LOTHßINGER

IM REICH

ZWEITER BAND

INNSBEÜCK

ÜNIVEKSITÄTS-VEKLAU WAGNEK

1928

KEGESTEN

DER BISCHÖFE VON STRASSBURG

IM AUFTRAG DES WISSENSCHAFTLICHEN INSTITUTS DER ELSASS-LOTHRINGER

IM REICH

HERAUSGEGEBEN VON

ALFRED HESSEL UND MANFRED KREBS

BAND II

REGESTEN DER BISCHÖFE VON STRAiSSBURG

VOM JAHRE

1202—1305

\

INNSBRUCK

UNIVEESITÄTS-VERLAG WAGNER

1928

DRUCK DER WAGNER'SCHEN UNIVERSITÄTS-BUCHDRUCKKREI, INNSBRUCK

Vorwort.

A.

lIs im Jahre 1908 der erste Band der Straßburger BiscLofsregesten veröfiFentlicht wurde, waren die Vorarbeiten für die Fortsetzung bereits begonnen. Daß trotzdem mehr als anderthalb Jahrzehnte bis zum Erscheinen des zweiten Bandes ins Land gehen sollten, entzog sich aller menschlichen Voraus- sicht. Wir glauben daher der Pflicht enthoben zu sein, hierfür die Nachsicht der Fachgenossen erbitten zu müssen, denn es liegt auf der Hand, daß unsere Veröffentlichung, die aus dem elsässischen Grenz- laud hervorgegangen ist und auf dessen historische Quellen und Hilfsmittel angewiesen war, durch die Kriegsereignisse und ihre politischen und wirtschaftlichen Folgen auf das stärkste betroffen wurde. Zu dieser langen Verzögerung gesellten sich noch weitere erhebliche Nachteile. Nicht nur sahen sich die Herausgeber außer Stande, ihr Material, wie wünschenswert gewesen wäre, bis zum Schluß immer wieder an Hand der archivalischen Überlieferung zu kontrollieren, sie mußten auch schweren Herzens darauf verzichten, der Kegestenedition eine Geschichte der bischöflichen Kanzlei beizufügen. Es bleibt nur die Hoffnung, daß mit Hilfe der schon geleisteten Vorarbeiten bei einer späteren Gelegenheit das Versäumte nachgeholt werden kann.

Mit der Fortsetzung der von Paul Wentzcke bis zum Jahre 1202 geführten Kegesten war zu- nächst von der historischen Kommission des Elsaß A. Hessel allein beauftragt, der die Sammlung des Materials für das 13. Jahrhundert in den Jahren 1909 1914 in Straßburg und an allen sonst in Frage kommenden in- und ausländischen Archiven durchführte und für einen Teil der Kegesten auch schon den endgültigen Text entwarf. Dies war der Stand der Arbeit, als Hessel durch den Krieg der über- nommenen Aufgabe mehr und mehr entzogen und schließlich durch seine Übersiedelung von Straßburg nach Göttingen und die Versetzung in einen neuen Pflichtenkreis ganz von ihr abgelenkt wurde. Das Manuskript wurde dem wissenschafthchen Institut der Elsaß- Lothringer im Keich überwiesen, welches unter G. Wolframs Leitung neben so manchen anderen Aufgaben auch die Fortführung der von der historischen Kommission begonnenen Arbeiten auf sein Programm geschrieben hatte. Im Auftrag des Instituts übernahm dann M. Krebs im Sommer 1923 die Vollendung der iJegestenpublikation, mit der Maßgabe jedoch, daß He.s8el durch ständige Mitarbeit an der endgültigen Textgestaltung auch weiter- hin beteiligt blieb. Die Anteile der beiden Bearbeiter sind also nicht scharf voneinander abzugrenzen, wie denn auch die Verantwortung für die Anlage des ganzen und alle Einzelheiten von beiden ge- meinsam getragen wird.

Was die Methode der Ausarbeitung betrifft, so war in Wentzckes Regesten ein von der Kritik allseitig anerkanntes Vorbild vorhanden, an das um so eher angeknüpft werden mußte, als der Be- nutzer eine gewisse Gleichmäßigkeit innerhalb der verschiedenen Bände einer Publikation mit Recht erwarten kann. Dies gilt zunächst für die äußere Anordnung des Druckes. Wir sind weit davon ent- fernt, die Beibehaltung der besonderen Kolumnen für Datum und Ort auch für die späteren Jahr- hunderte des Mittelalters als notwendig zu erachten ; besonders bei den heutigen Kosten für Satz und Papier dürften die dadurch erzielten Vorteile kaum die allzugroße Raumverschwendung aufvnegen. Wenn wir uns entschlossen haben, von einer Änderung abzusehen, so war es wesentlich die Rücksicht

II

auf den ersten Band, die uns dazu bestimmte. Der gleiclie Grundsatz war auch bei der Anordnung des Druckes iunerhalb der einzelnen Eegesten maßgebend. Wir drucken nach Wentzckes Vorgang grund- sätzlich das ganze Kegest ohne Zeilenabsatz, so daß der eigentliche Urkundeniuhalt und die Angaben über die Überlieferung sowie etwa vorhandene Anmerkungen und Verweisungen auf sachlich zugehörige Urkunden jeweils nur durch Gedankenstriche voneinander getrennt sind. Von diesem Grundsatz ist nur in wenigen Ausnahmefällen Abstand genommen worden, so etwa bei Zusammenfassung von Ur- kunde und Gegenurkunde in einem Kegest (Reg. 1380, 1346, 1764) und bei langatmigen Friedens- verträgen und Synodalstatuten, die in eine größere Anzahl getrennter Paragraphen zerlegt werden mußten (Eeg. 1359, 1395, 1680, 1724 u.a.). Wir verkennen aber nicht, daß die Methode, die z.B. Vogt und Vigener bei den Mainzer Regesten angewandt haben (Trennung aller Anmerkungen von der eigent- lichen Inhaltsangabe durch Petitdruck und gesonderte Zeilenanfänge, numerierte Fußnoten) ihre großen Vorteile besitzt.

Die Rücksichtnahme auf die Gestaltung des ersten Bandes konnte nun aber doch nicht bis in alle Einzelheiten maßgebend sein. Manche Gesichtspunkte, von denen sich Wentzcke bei der Aus- arbeitung seiner Regesten hatte leiten lassen, erschienen uns für das 13. Jahrhundert weniger geeignet. Schon die gewaltig anschwellende Menge des Stoffes gebot verschiedene Einschränkungen. Ergibt doch das 13. Jahrhundert allein fast 2^/2 mal soviel Regesten, als alle vorhergehenden Jahr- hunderte zusammen. Aus dem Dilemma, möglichst kurz sein und doch dem Benutzer möglichst viel bieten zu müssen, zeigt sich freilich nicht in jedem Falle ein befriedigender Ausweg. So hat es sich nicht vermeiden lassen, gelegentlich die Regestenform geradezu zu sprengen und an den Kern des Regests eine kleine Abhandlung anzugliedern (Reg. 853, 1044). Ohne dieses Vorgehen für eine ideale Lösung zu halten, möchten wir doch dahingestellt sein lassen, ob die getrennte Behandlung in einem möglichst knapp zu haltenden Kegest und einem etwas ausführlicheren Zeitschriftenaufsatz (Vgl. Reg. 1957 und N. A. XLVI, 515) unbedingt vorzuziehen sei.

Ferner beginnt bekanntlich mit der Mitte des 13. Jahrhunderts ein neuer Abschnitt in der Geschichte des mittelalterlichen ürkundenwesens. Die allmählich fester werdende Kanzleiorganisation dehnt die Macht der Formel auf immer zahlreichere Gebiete des täglichen Rechtslebens aus, die Vulgär- sprache tritt zunächst gelegentlich und schließlich fast gleichberechtigt neben die lateinische, die um- ständlichen Zeugenlisteu werden seltener und verschwinden dann völlig. Diese Wandlungen des Stoffs bedingen entsprechende Veränderungen in der Technik der Bearbeitung, die der nachprüfende Benutzer unschwer herausfinden wird. Es sei hier nur auf einiges wenige aufmerksam gemacht: Bis 1243 (Tod Bischof Bertholds) sind Datum und Zeugenliste in originaler Form gegeben (wobei in der Regel nur der Umstand unberücksichtigt blieb, ob im Original die Zeitangaben in Buchstaben oder Zahlen er- scheinen). In den späteren Regesten wird das Datum verkürzt und grundsätzlich ohne Rücksicht auf etwaige Abweichung des Originals an den Schluß des Textes gestellt. Ebenso sind Zeugen oder Anwesende, soweit sie überhaupt noch vorkommen, nur kurz im Nominativ angeführt und dem Datum vorangesetzt. Bei Urkunden des OfFizials und der Mitglieder des Domkapitels als Vertreter des Bischofs wurde, sofern Drucke vorhanden sind, gelegentlich auch der einfache Vermerk „Zeugen" als hinreichend erachtet. Weitere augenfällige Unterschiede ergeben sich aus der Berücksichtigung des Umstandes, ob bischöfliche oder uichtbischöfliche Urkunden, gedruckte oder ungedruckte Stücke vorliegen.

Erwähnt seien noch einige Abweichungen vom Schema des ersten Bandes, denen Erwägungen allgemeiner Art zu Grunde liegen. Zu der , wesentlichen Beschränkung der Literaturangaben", die Wentzcke vorgenommen hat, konnten wir uns nicht entschließen. Wenigstens für die Bischofsurkunden haben wir möglichste Vollständigkeit angestrebt, wobei wir uns freilich gleichfalls dessen bewußt sind, daß hier eine ideale Forderung vorliegt, die nie ganz erfüllt werden kann. Daß die handschriftliche Überlieferung in möglichster Lückenlosigkeit anzugeben ist, darin sind wir mit W^entzcke eimg. Vigener allerdings scheint uns hierin zu weit zu gehen, wenn er bei Urkunden, deren Originale noch heute vor- handen sind, auch jüngere Abschriften zu Zwecken der Identifizierung verzeichnet (Regesten der Erz- bischöfe von Mainz II, 1, S. X). SolcheBelastung der Regesten läßt sich nur in Ausnahmeföllen rechtfertigen.

Eiue weitere Auderuug gegenüber dem ersten Band hal)eu wir oei der Wiedergabe der Orts- namen vorgenommen. Der Regestentext bringt die moderne Transkription, während die originale Form in Klammern beigefügt ist. Das geschah in der Absicht, dem Benutzer nach Möglichkeit die Mühe zu ersparen, erst das Register zu Rate ziehen zu müssen. Trotzdem sind natürlich die mittelalterlichen Namen als Verweisungen in das Register aufgenommen worden. Bei dem Mangel au allgemeinen Nach- schlagewerken zur Geographie des Mittelalters war dies eine selbstverständliche Forderung, um so mehr, als das sonst so verdienstliche Topographische Wörterbuch des ElsalS von Clauß nur die modernen Formen als Schlagwörter bringt. Übrigens haben wir auch unser Prinzip der doppelten Namengebung im Text der Regesten nicht ohne einige Einschränkungen durchgeführt. Wenn z. B. ein Name in genau der gleichen Form an zwei oder mehr Stellen derselben Urkunde vorkam, ist die Doppelschreibung nur bei der erstmaligen Erwähnung gegeben, sonst einfach die moderne Form gesetzt worden. Bei sehr häufig wiederkehrenden oder allgemein bekannten Namen (z. B. Kiburg, Molsheim, Geroldseck, Leiningen u. a.) glaubten wir in vielen Fällen auf Anführung der jetzt üblichen Namensform überhaupt verzichten zu können. Ebenso schien es untunlich, das wörtliche Zitat eines ürkundentextes, in dem ein Ortsname vorkommt, durch Einfügen der modernen Bezeichnung zu stören.

Das Orts- und Namenregister lehnt sich im allgemeinen an das Muster des ersten Bandes an. Auf die Zusammenlegung von Buchstaben jedoch, auch auf die von c und k, wurde verzichtet. Bei dem Verzeichnis der Archive und Bibliotheken haben wir uns nicht mit einer bloßen namentlichen Auf- zählung der Institute begnügt, sondern die Nummern der Regesten beigefügt, für welche ihre Schätze verwertet wurden. Nur das Straßburger Bezirksarchiv, das fast auf jeder Seite unseres Bandes mehrmals erscheint, mußte sich mit dem allgemeinen Vermerk „passim" begnügen. Auch das AVort- und Sach- register bedeutet gegenüber dem ersten Bund eine Neuerung, die vielleicht nicht unwillkommen sein wird, wenn sie auch in keiner Weise als erschöpfend und abschließend gedacht ist. In erster Linie wurden die technischen Ausdrücke gesammelt; darüber hinaus ist angestrebt worden, au einigen wich- tigen Punkten (Lehns-, Urkunden-, Gerichtswesen, Maß und Gewicht u. ä.) eiue gewisse Zusammen- fassung unter Sachtiteln vorzunehmen.

Soviel mag genügen, um die äußere Form, in der die Regesten erscheinen, zu erläutern. Ihr sach- licher Gehalt, soweit er über die deutsche und besonders die elsässische Geschichte Aufschlüsse bringt, ist bereits teils von uns, teils von anderen in mehreren kleinen Publikationen zu einem beträcht- lichen Teil verarbeitet. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß sich unsere Arbeit auch für Spezial- forscher auf dem Geliiet der Rechts-, Kirchen-, Sprachgeschichte und verwandter Disziplinen nicht als unbrauchbar erweisen werde.

Indem wir den abgeschlossenen Band, der das „uonum prematur in auuum' noch um das Doppelte überboten hat, nunmehr der Öffentlichkeit übergeben, bleibt uns noch die angenehme Pflicht, allen denen unseren aufrichtigen Dank auszusprechen, die in irgend einer Weise zu seiner Vollendung beitretrasren haben, in erster Linie den Vorständen und Beamten aller von uns benutzten Archive und Bibliotheken, die zu zahlreich sind, als daß wir sie hier einzeln nennen könnten. Einige andere trifft unser Dank leider nicht mehr unter den Lebenden au, wie J. Bernays, H. Breßlau, E. Marckwald, H. AVibel. Wir nenneu ferner H. Reinke-Bloch, H. Kaiser, K. Stenzel, P. Wentzcke, und sind uns dessen bewußt, daß wir dieser Liste noch manch anderen Fachgenossen hinzufügen könnten, der uns durch einzelne Hinweise und Ratschläge gefälHg gewesen ist. Um das Zustandekommen der Publikation hat sich vor allem der Leiter des elsaß-Iothriugischen Instituts, G. Wolfram, verdient gemacht, der die unschätzbare und unerläßliche Hilfeleistung der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft vermittelte, und nicht zuletzt der Verlag, dessen jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Regestenedition der raschen und sorgfältigen Drucklegung zu gut gekommen ist.

Die Herausgeber.

REGESTEN

DER BISCHÖFE VON STRASSBURG

BAND II

IM AUFTRAG DES WISSENSCHAFTLICHEN INSTITUTS DER ELSASS-LOTHRINGER

IM REICH

HERAUSGEGEBEN VON

ALFRED HESSEL UND MANFRED KREBS

1. LIEFERUNG

REGESTEN HEINRICHS v. YERINGEN UND BERTHOLDS v. TECK

1202—1244

ÜNIVERSITÄTS-VERLAG WAGNER INNSBRUCK 1924

i)ie Fortsetzung der Herausgabe der Straßburger Bischoi's- regesten, deren erster Band, bearbeitet von Hermann Bloch und Paul Wentzcke, im Jahre 1908 erschienen ist, hat leider infolge der Zeitereiguisse eine über alles Erwarten lange Unterbrechung erfahren. Das unterzeichnete Institut, wel- ches jetzt an Stelle der nicht mehr bestehenden Kommission zur Herausgabe elsässischer Geschichtsquelleu die Veröffent- lichung der Fortsetzung unternommen bat, ist vor allem der Notgemeiuschaft der deutschen Wissenschaft zu Dank ver- pflichtet, deren tätige Beihülfe den Druck ermöglicht hat.

Das Material des zweiten Bandes, dessen erste Lieferung hiermit zur Ausgabe gelangt und der die Begesten der Jahre 1202 1306 enthalten soll, ist, abgesehen von einigen noch durch den Herausgeber des ersten Bandes Archivdirektor Dr. Wentzcke besorgten Vorarbeiten, gesammelt und bear- beitet worden durch Prof Dr. A. Hessel (Göttingen, früher Straßburg) und M. Krebs (ehemals Volontär am Preuß. Geh. Staatsarchiv). Ein ausführlicheres Vorwort wird zusammen mit den Registern der fünften Lieferung beigegeben werden.

Frankfurt a. M.

im Sept. 1924.

Pur das Wissenschaft.!. Institut der Elsaß-Lothringer im Reich

Prof. Dr. Wolfram.

Heinrich II. (1202—1223).

1202

nach

Oct.29(?)

vor 1201

März 28

Kegesten der BisehUfe von Straßbiirg.

Nachfolger Bischof Konrads II. Ann. Marbac. Schulausg. 78: 1202. Cui Hein- ricus de Veringen successit. Canonice de unanimi voluntate cleri et populi in episcopum electus; Bericht in dem Schreiben Papst Innocenz' III. Keg. nr. 747. Herkunft : Aus dem schwäbischen Geschlecht der Grafen von Veringen ; vgl. Grandidier, Oeuvr. III, 170 ff. Heinrichs Vater ist nicht mit Sicherheit fest- zustellen ; vgl. Locher. Mitt. d. Ver. i. Gesch. in Hohenzollern II, 34 Anm. 2 vmd V, 44. 1181 Heinricus de Veringen custos; Keg. nr.608. 1187—1190 camerarius ; Keg. 636, 642, 644, 646 und Str. ÜB. IV, I, 7 nr. 10. 1190—1201 wieder custos; Reg. nr.661, 667. 686, 707, 713, 714, Str. ÜB. I, 115 nr. 140, Keg. nr. 724, 726. 1193 custodia et cell[er]arie fungebatur officio; Str. ÜB. I, 108 nr. 131. Während er der custodia vorstand, erhielt er von Berthold von üsenberg (Ösinberc) aus Paris einen Bericht über den dort wirkenden Wunderprediger Volco; Ottou. Frising. cont. Sanblas. MG. SS. XX, 330. Schulausg. 76. Heinrich wahrscheinUch (1202) Mai 31 maior prepositus; Reg. nr. 727. Während der Sedisvacanz praepositus maior et praepositus s. Thomae ; Reg. nr. 730. Er soll auch zum Mainzer Domkapitel gehört haben; vgl. Johannis Ker. Mogunt. II, 239 u. 405; Grandidier, Oeuvr. HI, 172 Anm. 7. Zur Charakteristik vgl. Ann. Marbac. Schulausg. 78 : Hie religiöse cepit vivere et verras et prelia declinare; Königshofen, Deutsche Städte- chroniken IX, 649 : Dirre bischof det sine wihete und alle ding selber. über Münzen Bischof Heinrichs (IL?) vgl. Nessel, Beitr. z. Münzgesch. d. Eis., 112; ders., Die Münzen d. Bischöfe zu Straßburg (Frankfurter Münzztg. 7.— 9. Jahrg. 1910), 267 i. ; Engel, Revue d' Alsace 1876, 295 ; Levrault, Essai sur 1' ancienne monnaie de Strasbourg, 248 ; auch Keg. 604. 739

bittet als Erwählter den späteren Erzbischof (Guido) von Keims, damaligen Kar- dinalbischof von Palestrina und päpstlichen Legaten, sowie den Erzbischof Siegfried von Mainz durch Boten um Bestätigung (electionis confirmatio). Nachdem er sie von Papst Innocenz III. eriangt hat, ersucht er den Erzbischof Siegfried durch den Abt von Stürzelbronn und Andere, die einen Brief des Legaten mitbriagen, um Erteilung der Weihe (ut ei consecrationis bene- ficium exhiberet). Der Erzbischof antwortet, er werde Tag und Ort so be- stimmen, daß ihnen beiden der Zugang gesichert sei (securus pateret aceessus). Nach längerem Warten sendet Heinrich abermals Boten an Siegfried, die, un- terwegs ausgeraubt, zu Fuß an ihr Ziel gelangen. Der Erzbischof setzt als Ort Andernach (Andernac), als Termin den 28. März 1204 (dominica qua cantatur

Heinrich II.

1204

Tor 1204

Juli 6

I Nov. 12)

März 28 -Jahres- schluß

1205

Jan. 12

Aachen

oculi mei in anno praeterito) fest. Als Heinrich sichaberauf den Wegmachen will, erhält er die Nachricht, der Erzbischof sei durch Geschäfte am Erscheinen verhindert (arduis impeditum uegotiisj. Bericht in dem Schreiben Papst Innocenz' fll. Keg. 747. Schuld an der Verzögerung der Weihe war das Mainzer Schisma: vgl. Ann. Marb. Schulausg. 78. Dort standen sich der Kan- didat König Philipps, Luitpold, bisher Bischof von Worms, und der Kandidat König Ottos IV. und Papst Innocenz' III., Siegfried von EppsteLu, gegenüber. Heinrich richtete seine Bitte an den weifisch-päpstlichen Parteigänger, diesen aber hinderte die bedrängte Lage, in der er sich befand, sie zu erfüllen ; vgl. Böhmer- Will, Keg. archiep. Magunt. II, 121 ff. und Lewin, Siegfried IL von Eppstein, 4 ff. Den Verlauf der Verhandlungen bis zu Heinrichs Weibe schildert Reinhold im Straßb. Diözesanbl. XVIII, 343 ff. Er sucht, S. 3Ü3, wohl zu unrecht, bei Siegtried noch persönliche Motive für das Vorenthalten der Weihe. 740

Vor Heinrich als Erwähltem klagt der Priester T. gegen den Kleriker Bruno wegen der Pfarrei zu Westhausen (Westhusen); vgl. Keg. nr. 732. Heinrich weist die Klage an den späteren Erzbischof von Reims, damaligen Kardinal- bischof von Palestrina und päpstlichen Legaten. Dieser fällt, da T. auf die Vorladung nicht erscheint, sein urteil zu Gunsten Brunos. Danach rechtfertigt aber T. sein Ausbleiben vor dem Kardinal, der nun die Angelegenheit dem Bischof Heinrich und zwei xibten überträgt. Heinrich, weil verhindert (aliis negotiis impeditus), beauftragt mit seiner Vertretung den Straßburger Kano- niker R. Bericht in dem Schreiben Papst Innocenz' III. über die Erledigung des Streites. 1205 III 13. Schoepflin, Als. dipl. I, 312 nr. 372 ; Innocentii IIL epistolae ed. Brequigny 11, 658 ; Migne CCXV, 564 ; vgl. auch Decr. Greg. IX. lib. 2, tit. 27, c. 18. P. 2446. Für die Einreihung ist maßgebend, daß der Kardinal am 6. Juli 1204 zum Erzbischof von Reims ernannt wurde. 741

König Philipp verspricht in seinem Vertrage mit Herzog Heinrich von Brabant, dahin zu wirken, daß die Bischöfe von Metz und Straßburg die Lehen des Grafen Albert von Dagsburg (Dasburchj dem Herzog übertragen. Butkens, Trophees du duche de Brabant I, preuv. 56. B. F. 88. 742

sendet, da die Verzögerung seiner Weihe dazu führt, daß man ilun und andern Geistlichen Gewalt antut (quod homines regiouis illius in eum, praepositos et abbates et alios clericos manus inicere non timerent sumentes ex eo perversi- tatis audaciam, quod idem electus uon esset pastorali praeditus dignitate) einen Boten an Papst Innocenz IIL mit der Bitte, ihm und der Straßburger Kirche, deren geistlicher und weltlicher Besitzstand dauernd bedroht sei (cuius status tam in spiritualibus quam in temporalibus iucurrebat assidue detrimentum) zu helfen. Der Papst gibt dem Boten ein Schreiben an den Erzbischof Siegfried von Mainz mit, das die Weisung enthält, dem Erwählten die Weihe zu erteilen oder durch Andere erteilen zu lassen. Als Heinrich den Brief dem Erbischof durch den Abt von Bauragarten (Bungart) üljerseudet, stellt Siegfried die Be- dingung, der Erzbischof von . . . müsse ihm sicheres Geleit zusagen und bei der Weihe assistieren. Da aber Heinrichs Bote von diesem Erzljischof einen abschlägigen Bescheid erhält, läßt er Siegfried durch den Mainzer Kleriker, der damals bei ihm weilt, wissen, er sei bereit, an jeden beliebigen Ort zur Weihe zu kommen. Siegfried aber gibt keine Antwort. Bericht in dem Schreiben Innocenz' III. Reg. 747, vgl. Reg. 740. Die hier erwähnten Verhandlungen müssen vor Heinrichs Reise nach Aachen (vgl. Reg. 744) fallen. 743

als Erwählter Zeuge in den Urkunden König Philipps für den Erzbischof Adolf von Köln. Wilmans-Philippi, Kaiserurk. Westf. II, 362 nr. 259 ; Wilmans, Zs. f vaterl. Gesch. u. Altertumsk. XXXII, 143, nr. 1. Knipping, Reg.

Heiiiricli II.

1205

vor Febr. 22 1

vor Juni G

d. Erzb. V. Köln II, nr. 1656. 1657. Heinrich beteiligt sich an dem allge- meinen Abfall der Fürsten von Otto IV. zu Philipp (vgl. Wiukelmann, Ph. v. Schw. 362; Hauck. Kircheug. Deutschi. IV, 742), vermutlich in der Hoffnung, mit Hülfe der Stauferpartei die Weihe zu erlangen. Da er sich offenbar ge- j täuscht sieht, wendet er sich wieder an den Papst. Vgl. Reg. 745. 746. 744

Straßburg erneuert als Erwählter das im Wortlaut angeführte Privileg Papst Hadrians t (Reg. 50) und setzt den Dompropst Albert und alle Kanoniker wieder in den I vollen Genuß des Rechts, das von seinen Vorgängern ein wenig außer Acht gelassen war, indem er ihnen bei dem jetzt vorgenommenen Wechsel in der Münz Verwaltung (de presenti mutatione quam in moneta nostra fecimus) sieben Pfund Straßburger Währung gibt und sich und seine Nachfolger verpflichtet, bei jedem ferneren Wechsel in den vier Stadtämtern (officiorum) ebenso zu verfahren. Presentibus fratribus nostris et aliis multis liberis ministerialibus et civibus. Aqtum Argeutine, anno 1205, ind. 8., presidente Innocentio III. anno pontificatus VII. Or. Str. B.-A. G. 36. Sieg, ab (beschrieben in Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grandidier, II, 3, fo. 24). Würdtwein, Nova subs. X, 217 nr. 78 ex autogr. tab. episc. Tabern. Alsat. Grandidier, Oeuvr. III, 272 nr. 202. Vgl. Wentzcke, MIÖG. XXIX, 578; Baumgartner, Gesch. d. Archidiakonats, 64. Für Einreihung der Urk. entscheidend das Ponti- fikatsjahr, das am 22. Februar abläuft. 746

unternimmt die mühevolle (non sine multo labore) Reise nach Rom, um den Papst zu ersuchen, selbst die Weihe zu vollziehen. Dort angekommen wieder- holt er die Bitte mehrfach. Bericht in den Schreiben Papst Innocenz' Reg. 747. 749 ; vgl. auch 744. Offenbar erregt Heinrich durch diese Reise das Mißfallen Philipps, was die Straßburger Bürger benutzen, um am 16. Juli vom König besonderen Schutz und Abgabenfreiheit zu erlangen; vgl. Str. ÜB. I, 119 nr. 145; B. F. 113; Winkelmann, Ph. v. Schw. 375; Fr. II. I, 60 Anm. 3. 746

Juni 6

Juni 6 Okt. 8 ! (Rom)

. Okt. 8

Brief Papst Innocenz' III. au deu Erzbisehof (Siegfried) von Mainz. Bericht über die Reise Bischof Heinrichs nach Rom zur Erlangung der Weihe (Reg. nr. 74U. 743. 746). Der Papst will selbst nicht eher zur Weihe schreiten, bis ihm der Erzbischof die Gründe der Verzögerung auseinandergesetzt hat; er fordert darum wahrheitsgetreuen Bericht hierüber ein, fügt aber die Versicherung hinzu, daß, sollte sich die Vornahme der Weihe in Rom als notwendig ergeben, dies unter ^A'ahrung der Mainzer Metropolitanrechte geschehen werde (honori tuo et iuri sufficientor curabimus providere). Dat. Rome ap. S. Petrum, VIII. id. iunii. pontificat. anno VIII. Schoepflin, Als. dipl. I, 313 nr. 373; Inno- centii III. epist. ed. Brequigny II, 729 ; Würdtwein. Nova subs. II, 108 nr. 34 ; Migne CCXV, 662. P. 2533: B. F. W. 5929; Böhmer- Will, Reg. Archiep. Magunt. II. 132 nr. 59. Vgl. Luchaire, Innocent III. et le concile, 150. 747

AVährend Bischof Heinrich sich am römischen Hofe aufhält, trifft der eingeforderte Bericht (vgl. Reg. 747) des Erzbischofs Siegfried von Mainz dort ein mit dem Ersuchen, ihm die Weihe des Bischofs zu überlassen. Heinrich bestürmt Inno- cenz nochmals vergeblich mit Bitten, selbst die Weihe vorzunehmen. Be- richt in dem Schreiben des Papstes Reg. 749. 748

Schreiben Papst Innocenz' III. an den Erzbischof (Siegfried) von Mainz: Bericht über Bischof Heinrichs bisherige Bemühungen um die AVeihe (Reg. 745. 747). Der Papst befiehlt dem Erzbischof, nunmehr zu passender Zeit, an geeignetem Ort zusammen mit zwei Suffraganeu oder andern Bischöfen die Weihe an Bischof Heinrich zu vollziehen oder durch andere Bischöfe vollziehen zu lassen. Widrigenfalls habe der Erzbischof von Sens bereits den Auftrag erhalten, die Weihe mit zwei Suffrasaueu zu vollziehen und von Heinrich das Bekenntnis

1*

Heinrich II.

1205

Okt. 8

1206

Mai 7

Mai 25

1207

vor Mai 28

(professionem), das er der Mainzer Kirche schulde, abzufordern, ihn auch zu veranlassen, möglichst bald vor Siegfried persönlich das Bekenntnis zu wieder- holen (professionem recognoscat). Dat. Kom. ap. S. Petrum, VIII. id. octobr. pon- tificat. anno VIII. Schoepflin, Als.dipl.1, 314 nr.375; Innocentiilll. epist. ed. Brequigny II, 772 ; WUrdtwein, Nova subs. II, 1 14 nr. 36 ; Migne CCXV, 716. P.2589; ß. F.W. 5943; Böhmer-Vi^ill, Keg.archiep.Magunt.il, 133 nr.64. Das erwähnte Schreiben des Papstes au den Erzbischof von Sens zitiert Würdt- wein II, 116. Auch jetzt kann aber Siegfried dem Befehle des Papstes nicht nachkommen; bis Ende 1206 weilt er in Köln, flüchtet dann an den römischen Hof. Vgl. Böhmer-Will II, 135 f. ; Lewin, Siegfried II. von Eppstein, 14 ff. 749

Papst Innoceuz III. bestätigt dem Erwählten Heinrich das der Straßburger Kirche von Graf Bertold (v. Nimburg) und seinem Sohne überlassene Patronatsrecht in St. Ulrich (cella Vilmar.). Dat. Kom. ap. S. Petrum, VIII. id. oct. pontificat. anno VIII. Or. Str. B.-A. G. 2718 (12), Bleibulle ab. Würdtwein, N. subs. X, 215 nr. 77 ex lib. sal. 1347 fo 4.5; Inuocentii III. epist. od. Brequigny II, 1096; Migne CCXVII, 149 nr. 103. P.2590; B.F.W. 5944. Vgl. Reg. 71 1, 712, 720, 722, 801 und Maurer, ZGOR. NF. XXVIII, 414. 760

verleiht dem Abt und Konvent des Klosters Gengenbach die Befugnis, für die ihrem Kloster inkorporierten (unitis) Parochialkirchen Zell, Harmersbach und Griesheim Mönche (fratres professos) ihres Klosters oder vom Abt absetzbare Vikare (vicarios saeculares ad nutum abbatis amoviljiles) zu präsentieren. Anno 1206, die VII. maii. Abschrift 17. Jhs.. nach Transsumpt des Straßburger Offizials von 1506, Karlsruhe, GLA. 30/177 mit der Bemerkung, daß das Original 1632 nach Straßburg geschafft worden sei. Zit. Krieger, Topogr. Wörterb. II, 1538. Fälschung, wohl kurz vor 1506 mit Benützung einer echten Vorlage. Im bischöflichen Titel ist episcopus für 1206, apostolicae sedis gratia für das ganze 13. Jh. unmöglich. Den Patronat in Griesheim erhielt Gengenbach erst 1481 (vgl. Krieger I, 753). Zweck und saclilicher Umfang der Fälschung bedürfen noch der Untersuchung. 751

inkorporiert als Erwählter, mit Zustimmung Eberhards des Domdekans und Ar- chidiakons sowie des Domkapitels, der Abtei Stürzelbronn (abbatia de valle S. Marie que Sturcelburne dicitur) die Parochialkirche Wörth (Werde), wo- selbst, vorbehaltlich der bischöflichen und Archidiakonatsrechte, nach dem Tode des gegenwärtigen Geistlichen vom Abt ein Vikar einzusetzen ist, der dann einen angemessenen Teil der Kircheneinkünfte erhalten soll, während das Übrige an das Armenhospital des Klosters zu fallen hat. Testes: Albertus summus in Argentina praepositus, Eberhardus decanus et in Werde archi- diaconus, Fridericus cantor, Cunradus cellerarius, Arnuldus mansurnarius, Her- mannus dapifer, Arnuldus custos, ülricus de Hovewilre, Heydenrichus de ßorre, Lüdewicus de Himeburg, Ruodolfus de Lichtemberc et alii. Acta 1206, electionis anno IV., VIII. cal. iunii, scribente Guntero scriptore de Maurimonasterio. Abschr. 17. Jhs. Nancy, A.depart. B.568 nr. 23. fo. 5 u. 12 v. Zit. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3 fo. 36, wo nicht nur die Inkorporation von Wörth, sondern auch die von Walschbronu (Walsbronn) gemeldet wird. Zit. Gall. Christ. V, 801 irrtümlich zu Juni 24. Vgl. auch Reg. 760. 752

Der Straßburger Dompropst Albert entscheidet im Namen und in Vertretung des Erwählten Heinrich (aiictoritate domini nostri Argentinensis electi Heinrici cuius vice fungimur) und auf den Rat des Dekans und des gesamten Dom- kapitels den Streit um das Begräbnisrecht in Schlettstadt (Slezestat), welcher zwischen dem Propst des St. Fidesklosters, Pontius v. Auriac (? de Auriaco), und dem dortigen Pfarrer Egelolf herrschte. Würdtwein, Nov. subs. X, 210 nr. 74 ex veteri apographo membranaceo Palatii Argentinensis. 753

Heinrich II.

1207

vor Mai 28

Mai 28

Juni 1

Juni

Juni 18

Jahres- ende

1J08

Febr. b

Febr. 6

Febr. 8

wird vom Erzbischof von Sens geweiht. Ann. Marb. Sehulausg. 78 : vis a domino apostolieo licentiam ordinationis sue impetravit; tandem ut Senonen- sis Archiepiscopus ipsum consecraret vix obtinuit anno domini 1207. Der Ort der AVeihe ist nicht bekannt; sie geschah zu einer Zeit, da sich gute Be- ziehungen zwischen Papst lunocenz III. und König Philipp anbahnten. Vgl. Winkelmann, Ph. v. Schw. 419; auch Reg. 749. 754

Basel als Bischof Zeuge in den Urkunden König Philipps für die Johanniter. Dela- ville le Roulx, Cart. de S. Jean de Jerus. 11, 73 f nr. 1264. 1265. B. F. 146. 147. 755

Basel als Bischof Zeuge in der Urkunde König Philipps für den Grafen Thomas von Savoyen. Zeerleder, Urk. z. G. d. St. Bern I, 167 nr. 100. B. F. 148. Vgl. Gutbier, Itinerar Philipps v. Schwaben, 52. 756

Straßburg weiht gegen 500 Kleriker, darunter 104 Priester, in Anwesenheit König Philipps.

Ann, Marb. Sehulausg. 78 : Qui in pentecoste in Argentina celebrang or- dines 16. kal. iulii fere 500 clericos consecravit; summa vero sacerdotum 104 extitit. Ipsa die rex Phylippus in urbe fuit cum principibus multis. Vgl. B. F. 149 a und Nachtrag. 767

Straßburg ' Zeuge in den Urkunden König PhiUpps für den Markgrafen Azzo von Este. Mnratori, Ant. Estenses I, 381. 383. B. F. 150. 151. 768

Papst Innocenz III. beauftragt seine Legaten Hugo von Ostia und Leo von S. Croce, für die Mainzer Diözese einen Verweser zu ernennen, dessen Befugnisse sich aber nicht auf die Suff'ragane erstrecken sollen (ad sufliraganeos et eorum eccle- sias se ipsius procuratio non extendat). Innoc. III. epist. ed. Baluzius I, 751 ; Migne, CCXVI, 1143 nr. 146. P. 3253; Böhmer- Will, Reg. archiep. Ma- gunt. II, 136 nr. 79. 759

Straßburg beurkundet, daß Herzog (dux) Friedrich von Bitsch (Bitess) den Patronat der Kirche Wörth (Werd) dem St. Marienhospital in Stürzelbronn (Sturzeiburnen) übertragen hat und daß jetzt, da der Verwandte Bischof Heinrichs, Graf Sige- bert und seine Söhne auf den Patronat Anspruch erhoben, der Abt das Besitz- recht seines Klosters in einer vor dem Bischof stattgehabten Gerichtsverhand- lung durch Urkunden und Zeugen erwies. Praesentes nostri confratres Albertus praepositus, Eberhardus decanus, Aruoldus custos, Fridericus cantor, Arnoldus de Swabesperc, Hermannus de Erleberc (so, statt Erenberc), Rudolphus archi- diaconus, Wolvradus archidiaconus, decanus S. Thomae, praepositus de Hase- iahe, praepositus de Surburc et alii. Acta in choro nostro Argentinae, 1207. indictione 10. Abschr. 17. Jhs. Nancy, Arch. de'part. B. 568 nr. 23. fo. 1.

Zit. Gall. Christ. V, 801 ; Calmet, Notice de la Lorrame II, 541. Die Urk. Friedrichs (I. oder II.?) von Bitsch-LothrLngen scheint nicht erhalten zu sein ; vgl. auch Reg. 752. '60

StraßburtT Zeuge in der Urkunde König Philipps für Kloster Salem. ZGOR. XXXV, 102 nr. 70. B. F. 177. '^61

Straßbur" Zeuge in der Urkunde König Philipps für das Hospital in Hagenau. Or. Straßb. B.-A.^H. 1219 (4). Würdtwein, Nova subs. X, 222 ,nr. 81. B. F. 176. Vgl. Reg. 763. 762

bestätigt mit Zustimmung des Domkapitels (ecclesi(j nostr^) den Brüdern des

Hospitals zu Hagenau (Hagenöia) die Parochie (plebem) in Hagenau diesseits

der Moder (Matre) und die Kirche in Balbronn (Baldebumen). Der Propst

' muß dem Bischof dafür den schuldigen Gehorsam leisten und in genannter

Heinrich II.

1208

Tor Nov. 6

Hagenai

vor Nov. 6

Nov. 6

Straßburo

Kirche eiiieu der Brüder oder sonst jemanden als Priester einsetzen. Fer- ner bestätigt Bischof Heinrich ihnen die Pränionstratenserregel (ordinem). Testes : Prelati et canonici maioris ecclesitj in Argentina : Albertus preposi- tus, Eberhardus decanus, Arnoldus custos. Arnoldus de Suabesberc, Vülricus de Hovewilre, Küdolfus de Liethenberc et alii. Acta 1207, VI. id. februarii. ind. 11. pontificatus anno V. Or. Straßb. B.-A. H. 1219 (3), Sieg, ab (Das Siegel wird im Transsumpt von 1376, ebenda nr. 3», noch erwähnt.). Hanauer, Cart. de St. Nicolas de Haguenau, 6 nr. 7. Zit. Straßb, ÜB. I, 121 nr. 146. In der Datierung ist nur dielndiktion richtig berechnet. Dieürk. gehört mit Keg. 762 zusammen. 763

beurkundet, daß die edle (uobilis) Bertradis von Nußdorf (villa Nuzdorf), auf die sowie auf deren Verwandte schon vor Bischof Konrad II. Bertold von Scharpfen- berg Anspruch erhoben hatte (Keg. 733), zu ihm als ihrem Herrn (tanquam do- mini sui) gekommen sei und ihre und ihrer Nachkommen Zugehörigkeit zur Straßburger Ministerialität (de familia et de ministerialibus ecdesie b. Marie nostri episcopatus) erwiesen habe. Jetzt nach dem Tode ßertolds habe dessen Bruder Heinrich vor ihm, dem Bischof, in Hageuau (Hagenowia) auf alle An- sprücheverzichtet. Testes: Nostre maioris ecclesie canonici ac prelati : Albertus prepositus, Eberhardus decanus, Fridericus cantor et camerarius, Küdolfus archi- diaconus, Arnoldus custos ; Cunradus Spirensis episcopus, comes Sigebertus, comes Albertus de Dagesburg, Cunradus prepositus de Danna, Fridericus frater eius, Bertoldus et frater eius Heizelo de Bochiugen, Anshelmus de Danna, Burchardus burgravius de Argentina, Eberhardus filius Waltheri de Argentina, Burchardus Puer, Küdolfus scultetus, Meirboto de Malberc, Herrtrich de Liehtenberg, Hein- ricusdeChusterdingen. Acta 1208. Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3 fo. 50; Schlechte Abschr. 16. Jhs. Straßb. B.-A. G 3463 nr. 251.

Würdtwein, Nova subs. X, 225 nr. 82 ex lib. sal. 1347 fo. 39. Die ürk. gehört vor den 6. November, vgl. Straßb. ÜB. I, 121 nr. 148. Vielleicht fand diese Versammlimg oberrheinischer Großer statt, um über die Thronkan- didatur Ottos IV. eine Verständigung zu erzielen. 7G4

bestätigt dem Pfarrer und den Bewohnern von Schlettstadt (Slecestat) die Ent- scheidung, welche der Straßburger Dompropst Albert in dem Streit mit den Brü- dern von St. Fides getroffen hatte (Reg. 753). Würdtwein, Nov. subs. X, 212 ex veteri apographo membranaceo Palatii Argentinensis. Pro]ist Albert wird in der Urkunde noch nicht als verstorben bezeichnet ; vgl. zur Datierung Straßb. ÜB. I, 121 Aum. 1. 765

beurkundet, daß in seiner und der ganzen Synode Gegenwart über das Patronats- recht der Kirche Donnenheim (Dunnenheim) zwischen Abt Peter von Neuburg (Novi castri) und Meffrid, dem Pleban von Oberhofen, gestritten worden sei, und zwar bald vor dem Bischof, bald vor dessen stellvertretenden Kichtern (qui vice uostra fuugentes pulpitaha placita tenebant), daß endlich Meffrid folgende Erklärung abgab : Er habe die Kirche vom verstorbenen Abt Hugo erhalten, der ihn dem damaligen Archidiakon und späteren Bischof Konrad präsentierte (vgl. Eeg. 657) ; erst bei Herannahen der Synode habe er die Ver- waltung der Kirche (curam ecclesie) dem Archidiakon Rudolf resigniert und seinem Bruder Ansehu übertragen. Testes : Arnoldus maior prepositus, Fride- ricus cantor, Bertholdus prepositus Honaugiensis et fratres eius, ülricus de Ovwilre, Wolfradus, Reinhardus, magisterHeinricusdeLutenbach, Hugo capel- lanus S. Stephani et alii. Acta Argeutine in superiori capella S. Ulrici. 1208, VIU. id. uovembris. Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3 fo. 59. AVürdtwein, Nova subs. X, 235 nr. 84 ex chartul. Neoburg. fo. 66.

Pfleger, Cisterc. Chronik XVI, 141. Über pulpitalia placita vgl. Ober, Straßb. Diöz. Bl. XXVID, 328. Über die St. Ulrichskapelle vgl. Straßb. ÜB. I, 121 Anm. 2 und Seyboth, Das alte Straßburg, 152, 766

Heinrich II.

1208

Nov. 15

Frankfurt

Zeuge (?) bei der Urkunde König Ottos IV. für Herzog Ludwig von Baiern. Origines Guelficaelll, praef.SS. B. F. 243. Vgl. Wiukelmann, Otto IV., 123 Anm. 1. jgy

umDez.2l Speier j Zeuge in der Urkunde König Ottos IV. für die Bürger von Worms Boos ÜB t d. Stadt Worms 1,87 nr. 110. " '768

1209

vor Jan. 27.

März 24

vor I April 23 i

vor

April 23

beurkundet, daß die Straßburgsr Domherren in ihrer Kapelle zu Suherweiler (Scerewilre) einen Vikar (peqietuus vicarius) einzusetzen beschlossen und ihm bestimmte jährliche Einkünfte zuwiesen, während sie selbst die Zahlung der Abgabe an den Bischof (ins kathedratici) übernahmen. Presentes: Arnoldus prepositus, Eberhardus decanus, Fridericus cantor, Wolfradus archidiaconus, Cuuradus cellerarius, Reinhardus portarius, Hermaunus dapifer, Ulricus de Houewilre, Kudolfus archidiaconus, Bertholdus camerarius de Geroltsecke, Hein- dericus, Diethelmus, Ludewieus de Huneburc. Otto de Bonveit. Actum 1208, ind. 11. anno poutificatus Innocentii III. XII. Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3 fo. 51. Würdtwein, Nova subs X, 236 nr 85 ex lib. sal. 1347. Straßb. ÜB. 1, 122 nr. 150. ' 769

Straßburo- wiederholt auf Bitten des Abtes Peter von Neuburg (Nüwenburc) die Urkunde Bischof Konrads II. von 1201 (Eeg. 724) ))etr. Harthauseu (Hartusen). Testes: Arnoldus de Mehc maior prepositus, Everhardus decanus, Fridericus cantor. Cunradus archidiaconus de Ütelenbrukeu, ßüdolfus archidiaconus deLitenberch, Wolfradus archidiaconus, Bertoldus de Osenstein prepositus Honogiensis ; ex ordine nobilium : Sygbertus comes, Heinricus advocatus de Hünenburch, Heiu- ricus de Künisberch ; ex ordine ministerialiura : Wernherus marscalcus, Riidolfus vicedominus, Burchardus scoltetus et frater eins Theodericus, Burchardus Puer, Burcbardus de Lapideaporta et alii. Acta in aula nostra Argentinensi, 1209, ind. 12. Or. Hagenau, Spital-A. Harthausen nr. 4. Sieg. ab. Schoepfliu, Als. dipl. I, 320 nr. 381 ; Würdtwein, Nova subs. X, 247 nr. 90 ex chartul. Neob. fo. 44 b. Pfleger, Cisterc. Chronik XVI, 142. Für die Datierung maßgebend, daß Burchardus Puer, der in der Zeugenliste genannt wird, am 27. Januar 1209 starb; vgl. Wiegand, ZGOR. NF. III, 86 Anm. 4, 770

gehört zu den Bischöfen, au die König Johann von England ein Schreiben in Angelegenheiten König Ottos IV. richtet. Rymer, Foedera reg. Angliae I, 103. B. F. W. 10712. 771

gibt zusammen mit dem Domkapitel (chorus) seine Zustimmung dazu, daß der Streit zwischen den Klöstern Weißenburg (Wizeburgensis) und Neuburg (Novi castri) um die Kirche Dauendorf (Dochendorff) an Schiedsrichter gebracht werde. Erwähnt in Urk. Abt Wolframs von Weißenburg von 1209. Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3 fo. 68. Würdtwein, Nova subs. X, 252 nr.92 es chartul. Neob. fo. 50 1». Vgl. B.F.282; Böhmer- Will, Reg. archiep. Magunt. II, 143 nr. 136; Pfleger, Cisterc. Chronik XVI, 141. Die Urk. gehört vor das am 23. April ausgestellte Reg. 774. 772

Abt Wolfram von Weißenburg ( Wissemburgeusis) meldet dem Bischof Heinrich, daß sein Streit mit dem Kloster Neuburg (Novi castri) wegen des Patronats- rechtes der Kirche Dauendorf (Douehendorf) zu Gunsten von Neuburg ent- scliieden sei, und ersucht, letzterem eine Bestätigung zu erteilen. Abschr. 17. Jhs. Straßb. St.-A. VDG 85 fo. 120'. (Ebendort Schreiben des Abts an das Straßburger Domkapitel, den Papst, den deutschen König und den Bischof von Speier.). Wegen der Datierung vgl. Reg. 772. 773

8

Heinrich II.

1209

April 23

Straßburg

Mai 24

Nov. 4

Würzburg

Straßburg

Straßburg

bestätigt auf Bitten des Abts Petrus von Neuburg (Novi castri) dem Kloster das Patronatsrecht und die Zehnten der Kirche Dauendorf (Dochendorf). Testes: Amoldus maior prepositus, Everhardus decanus, Fridencus cantor, Eudolfus arehidiaconus, Berengerus archidiaconus, Heidenricus maioris ecclesie cano- nicus, Hermannus canonicus et dapifer, Uhicus de Hofewilre, Wolfradus archi- diaconus, Dietelmus canonicus; ex ordine mihtum: Rudolfus vicedommus, Burchardus scoltetus, Godefridus Cydelare et Hupertus frater eins, Theodencus Steilyn et fratres eins Albertus et Ludewicus, Albertus Beigere; de civitate vero: Burchardus de Heineim, Fridericus Speudere, Erbe rietere, Rudolfus zol- nere, Chunradus Firnikorn, Eeinboldus Kalp, Burchardus Lugelin. Datum apud Argentinam in domo episcopali, 1209, epacta 12, concurrente 3, md. 12., IX. kal. maii. Auszug 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3 fo. 68. Auszug: Würdtwein, Nova subs. X. 255 nr. 5 ex chartul. Neob. fo. 53. Pfleger, Cisterc. Chronik XVI, 141. Erw. Straßb. ÜB. I, 122 nr. 151. Vgl. Reg. 772. 773. 777. 883. 774

anwesend auf dem von König Otto IV. abgehaltenen Hoftag. Arnold, Chron. Slav. MG. SS. XXI, 247. Schulausg. 289. B. F. 280". Bischof Hemrich nahm nicht, wie Arnold, 1. c. 248, behauptet, an Ottos Romfahrt teil; vgl. B. F. 287»; Wiukehnann, Otto IV.. 161 Anm.4, auch die folg. Reg. Heinrich wird auch schwerlich Ende Juli in Augsburg gewesen sein. Die Nachricht Specklins (MGEDiE. II, 13, 230), der Bischof habe damals aus Italien die Dominikaner nach Straßburg gebracht, haben schon Schmidt (MGEDiE. II, 9, 162) und Haupt (Deutsche Zs. f. Geschichtswiss. I, 321 Anm. 1) zurück- gewiesen. '*"

wiederholt in der Synode den Nonnen von Schönensteinbach (Steinbach) die ürk. Bischof Konrads II. Reg. 686 (dort ist zu korrigieren S. 367, vorletzte Zeile: Dann schenkte der Bischof den Patronat). Testes: Eberhardus maioris ecclesie decanus, Fridericus cantor, Cunradus archidiaconus, Rudolfus archi- diaconus, Wolfradus archidiaconus, Beringerus archidiaconus, Reinhardus por- tarius, Berhtoldus prepositus de Honowe et Heinricus frater suus, Hermannus dapifer, Diethelmus, Eberhardus de Jungingen, Beringerus de Abecke; ex or- dine ministerialium: Rudolfus vicedominus, Wernherus camerarius, Albertus et Wernherus Bagarii, Diethericus Stahelin et Albertus et Ludewicus Cagones, Burchardus burcgravius et Theodericus frater eins; ex ordine burgensium: Burchardus de Ehenheim, Fridericus Dispensator, Erbo iudex, Petrus, Burchar- dus Lugelinus. Acta 1209, ind. 11 (!), data Argentine in syuodo nostra, II. non. novembris. Or. Colmar, B.-A. Schöneustembach 7 nr. 1. Sieg. ab.

Dietlers Chronik von Schönensteinbach ed. Schlumberger, 76 und XXIX,

irrtümlich zu Nov. 2. '''"

bestimmt auf Rat der Prälaten und der Brüder (prelatorum ac fratrum), daß der Abt von Neuburg (Novi castri) in der Kirche Dauendorf (Dochendorff) bei ein- tretender Vakanz einen Pfarrer (plebanum sacerdotem) einsetzen, die Einkünfte der Kirche in Besitz nehmen und dem Pfarrer eine jährliche Pension (pen- sionem) zahlen soll. Testes: Eberhardus decanus, Fridericus cantor et custos, Beringerus, Rudolfus, Wolfradus archidiaconi, Bertholdiis camerarius et pre- positus Honaugie, Reinhardus portarius, Hermannus dapifer, IJlricus de Hove- wihe, Heindinricus, Dietelmus, Chunradus cellerarius, Heinricus de Geroltisecke, Beringerus de Albecke, Eberhardus de Jungingen; de liberis fidelibus nostris: Heinricus advocatus de Huneburc, Otto de Ossemstein; de ministerialibus: Rudolfus vicedominus, Dietericus Steinlin; de burgensibus: Burchardus de Ehenheim, Fridericus Dispensator, Erbo iudex. Acta in palatio nostro Argen- tine, 1209, ind. 12. Auszug 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3, fo. 68. Auszug: Würdtwein, Nova subs. X, 256 nr. 7 ex chartul. Neob. fo. 55. Pfleger, Cisterc. Chronik XVI, 141. Erw. Straßb. ÜB. L 122 Anm. 3. Vgl. Reg. 772. - Papst Honorius III. bestätigt die Übertragung

Heinrich II.

9

T2T0

vor 1210

1210

1211

der Kirche au Neuburg, die Bischof Heinrich mit Zustimmung des Dom- kapitels vorgenommen hat. Lateran, 1219, April 11. Abschr. 17. Jhs. Straß- burg, St.-A. VDG 85 fo. 123. P. 6028 und Pressutti 1982, irrtümUch zu

März 30.

777

fibt der Cistercienser-Abtei Lieu-c-roissant eine Urkunde bezüglich Überlassung des vom Bischof rührenden Lehens Aue im Banne Sulz. Erwähnt in Ke'f. 779 und in der Bestätigungsurkunde des Grafen Ulrich von Pfirt von 1249. Or.-Transs. des Baseler Offizials von 1295 Nov. 29 in Bern, Staats-A. Sulz Schaffney ur. 281 l'asc. 1 nr. 4". Schoepflin, Als. dipl. 1, 402 nr. 537 ex tab. fam. nob. Waldner. AVie sich aus der letzteren Urkunde ergibt, ge- hörte das Lehen zur curia Ollweiler. Vgl. auch unten die Bestätigung durch Bischet Heinrich III. 1249 Apr. 28. 778

Graf Friedrich von Pfirt (Phirreto) überläßt der Cistercienser-Abtei Lieu-croissant (Loci crescentis) das Lehen Aue (Owa) im Banne Sulz (Sülze), das er für 70 Mark Silbers zurttckerworben hatte, durch die Hand (per manus) des Straßburger Bischofs, von dem das Lehen rührt. Gegeben bei Sennheim (Sennehen) lülO.

Or.-Transs. des Offizials in Besangon von 1317. Bern, Staats-A. Sulz 281,

I, 4 b _ Trouillat, Mou. de Bäle 1, 456 nr. 297; Vieillard, Doc. k l'hist. de Beifort, 373 nr. 317. Erw. in d. Bestätigungsurk. d. Grafen Ulrich v. Pfirt V. J. 1249; Schoepflin, Als. dipl. I, 402 nr. 537. 779

bestätigt in consistorin das Urteil, das den Streit zwischen der Äbtissin Hedwig von St. Stephan und dem Pfarrer (clericus plebanus) Herbord von Boofzheim (Boffisheim) um die Hälfte der Zehnten des genannten Dorfes (ville) zu Gunsten der Abtei entschied. Testes: Reinhardus maior prepositus, Fridericus cantor et custos, Beringerus frater eius archidiaconus, Wolfradus archidiaconus et cellerarius, Jacobus canonicus maioris ecclesie, Albertus prepositus S. Petri, Dietherus, Fridericus, Hugo canonici S. Thome, Hermannus plebanus, Wern- herus, Hugo, Wernherus canonici S. Stephani, Albertus plebanus S. Martini, Burchardus plebanus in Epiaca, Henricus plebanus in Zabernia ; ex laicis: Hen- ricus miles advocatus in Boffisheim, Sifridus villicus ibidem, Cunradus Vitulus et Reinboldus frater suus et alii. Facta 1211, md. 14. Gr. Straßburg. B.-A. E 1077 (1), Sieg. ab. Straßb. ÜB. I, 124 nr. 155. Über den Einfluß des römischen und kanonischen Rechts vgl. Ober, die Rezeption, 23. 780

Litterae pergamenae coufirmationis episcopi et legatorum apostohcorum super reditibus custodiae et statuto de eius oblationibus dividendis inter capitulum (S Petri iunioris Argentinensis), custodemet fabricam, de anno 1211. Aus- zug 18. Jhs. Straßburg, B.-A. G 4931 fo. 1. 781

befreit die Mönche von St. Valentin bei Rufach (monachos Rubeacensis castri) von der Zahlung des jährlichen, dem Bistum geschuldeten Zinses (censu) zur Entschädigung für die Zerstörung ihrer Weinberge durch Bischof Konrad II. Zugegen: milites ministeriales Argentinensis ecclesie: Diethericus Knafo et frater eius Ulgoti, Rudolphus de Liebingen et fratres de Pfaffenheim Hen- ricus et Rudolphus et alii tarn laici quam clerici, 1211. Abschrift 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. K, 3 fo. 80; Auszug 18. Jhs. Mainz, St.-A. Jesuiten B 26. Würdtwein, Nova subs. X, 261 nr. 95 ex autogr. tab. episc Argent. Walter, Urk. d. Stadt Rufach, 13 nr. 26. In den Auf- zeichnungen MaternusBerlers (Nachl. Grand. XI, 13, 18) wird urtümlich von einer Veriegung des Priorats St. Valentin in die Stadt Rufach durch Hein- rich II. berichtet Sie erfolgte jedoch erst durch Bischof Konrad lü. Vgl oben Reg. 705, wo aber Nachrichten, die zu Konrad III. gehören, irrtümhch auf Konrad II. bezogen werden. '^*

Regesten der Bischöfe von Süaßburg.

10

Heinrich II.

1211

Straßburg

Jai

beurkundet, daß vor ihm der Streit zwischen dem Burggrafen Burchard von Straßburg und dem Abt Hermann und den Mönchen von St. Bhisien dahin beigelegt worden sei, daß Burchard einen Teil eines Hofes in der Nähe des Klosters erhielt und dafür den Mönchen sein Grundstück bei dem Straßburger Rindburgtor (aream iuxta portam boum) üljerließ. Acta sunt haec anno do- minicae incamationis 1211. Or. Karlsruhe, GLA. 11/8. Sieg. d. Bisch. (I, Prgt.), Sieg. d. Stadt abgef. Würdtwein, Nova subs. X, 263 nr. 97 ohne Quellenangabe; Straßb. ÜB. 1, 125 nr. 156 aus Würdtwein. ~ Auszug: ZGOR.

VI, 226. 783

nimmt das Kloster St. Trudpert gegen die Übergriffe der Vögte von Staufen in Schutz, welche sich Eechte auf einen Teil des Klosterbesitzes angemaßt hatten unter dem Vorwand, ihn von den Straßburger Bischöfen zu Lehen zu tragen. Der Bischof erklärt aber, aus den Privilegien des Klosters festgestellt zu haben, daß das ganze Gebiet zwischen dem Brizzenberg (a monte Brizinberg) und dem Metzenbach (Mezinbach) dem Kloster zu vollem Eigen gehöre, und spricht daher den genannten Vögten jedes Anrecht auf dieses Gebiet ab. Er läßt die Urkunde außer mit seinem eignen Siegel auch mit den Siegeln des Kapitels und des Albert v. Habsburg, Landgrafen im Elsaß, versehen. Acta sunt haec anno dominicae incamationis 1211 in claustro maioris ecclesiae Argentinensis, praesentibus domino de Habspurg praedicto, domino Reinhardo praeposito, Ebirhardo decano, Friderico cantore, Marco scolastico, Ebirhardo de Jungingin, Olrico de Houenwiler canonicis maioris ecclesiae, Burckardo de Alpersbach, Dietrico de Genginbach, Gottfrido de Ettiuheim, Heinrico de sancto Trudperto abbatibus et aliis cjuam pluribus fide dignis, Or. Karlsruhe, GLA. 15/2 in dreifacher Ausfertigung mit gefälschten Siegeln Bischof Heinrichs (nach Typus II), des Domkapitels und Alberts von Habsburg. Schreiber : Exemplar A u. B von unbekannter Hand. Exemplar C in charakteristisch verschiedener, etwas jüngerer Schrift von derselben Hand, wie die Fälschung auf den Namen Alberts von Habsburg zu 1186 (oben Reg. 627) und die Vidimation durch die Äbte von Himmelpfort«n, St. Peter und St. Märgen von 1276 März 31 (ZGOR. XXX, 116 nr. 43; vgl. Reg. Habsb. 75); Abschrift um 1300 Karlsruhe. GLA. Cop. 1299 p. 24 (C) u. 26 (B). Herrgott. Geueal. dipl. geut. Habsb. II, 1, 213 nr. 264 aus Or. im Arch. d. Abtei; Grandidier, Oeuvr. III, 275 nr.215 ex autogr. tab. abb. san-Trutpertinae. Reg. Habsb. 98. Erw. Straßb. ÜB. I, 126 Anm.l; ZGOR. XXL 439. XXX, 96 nr. 12. Fälschung aus der zweiten Hälfte des 13. Jhs. Vgl. v.Weech, ZGOR. XXX, 96 f; Schulte, MlÖG. VIII, 543. Die Ausfertigung C zeigt außer den äußeren unterschieden in der Schrift und dem auffällig guten Erhaltungszustand der Siegel auch eine inhaltliche Abweichung, indem eine andere Arenga gewählt und in der Nar- ratio jenes Sätzcheu ausgelassen ist, welches den Abt und Konvent von St. Trudpert als membra utique ecclesiae nostrae magna et nobilia bezeichnet und die Zuständigkeit des Straßburger Bischofs zur Verleihung der Temporalien feststellt. Man wird indessen trotz dieser allerdings beachtenswerten Besonder- heit der Meinung Steiuackers nicht zustimmen könueu, wonach Ausfertigung C gefälscht, A und B dagegen echt sein sollen. Die beiden letzteren Aus- fertigungen sind nämlich keinerwegs, wie Steiuacker angibt (Reg. Habsb. S. 21 oben), durch echte Siegel gesichert; zum mindesten die beiden Straß- burger Siegel sind wegen ihrer deutlichen Verschiedenheit von den damals üblichen echten Typen als Fälschungen anzusehen. Auch sachlich bietet Steinackers Auffassung Schwierigkeiten, da in sonstigen St. Trudperter Ur- kunden keine Spur einer versuchten Emanzipation von der Straßburger Kirche nachzuweisen ist. Der Zweck der Fälschung war sicherlich ein anderer; vgl. darüber unten Reg. 823. 784

Papst Innocenz III. befiehlt dem Bischof und dem Domkustos von Straßburg, da die Kirche Gottesurteile (iudicia vel aquae frigidae vel ferri candentis sive

Heinrich II.

11

1212

(Sept.)

vor Okt. 5

Okt. 5

Basel

duelli) nicht zulasse, die Reinigung des Keimbold, der diesen Brief überbringe, von dem Vorwurf der Ketzerei so vorsichtig einzuleiten, daß ihr Urteil weder zu streng noch zu milde ausfalle. Dat. Laterani, V. id. ianuarii, pontificatus nostri anno XIV. Innocentiilll. epistolae. ed. Bosquetus, 282; ed. Baluzius II, 576; ed. Bre'quigny II, 1101; Migne CCXVI. 502 nr. 138. CCXVII. 214 nr. 166; Grandidier, Oeuvr.lII, 276 nr.217. P.4358; BFW. 6116. Vgl. Ober, Rezeption, 20 Anm. 1. Von der Ketzerverfolgung in Straßburg be- richten Ann. Marb. Schulausg. 86 ; Caesarii Heisterb. Dial. mirac. I, 133; auch Deutsche Städtechroniken IX, 649 Anm.; vgl. dazu Winkelmanu, Otto IV., 343. Über die Unglaubwünhgkeit der Erzählung Specklins (MGEGDiE. II, XIII, 234 nr. 864) vgl. Haupt, Deutsche Zs. f. Gesch. Wiss. I, 320; Braun, Konrad

v. Marburg, 56.

785

stößt zu König Friedrich IL mit 500 Rittern. Chron. Ursp. MG. SS. XXIII,

377. Schulausg. 109. Vgl. BF. 670''.

786

geleitet König Friedrich II. nach Hageuau. Chron. Ebersh. MG, SS. XXIII, 450. _ Vgl. Winkelmann, Otto IV., 326 Anm. 7. 787

Hactenau Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für Erzbischof Siegfried von Mainz. Mon. Boica, XXX », 1 nr. 600 ; Huillard-Breholles 1, 223. BF. 675. 788

Okt. 5 Hagenau

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für Bischof Lupoid von Worms. Huillard-Breholles I, 225: Boos. ÜB. d. Stadt Worms I, 90 nr. 115. BF. 676. Von der Anwesenheit Bischof Heinrichs in Mainz bei Friedrich II. berichtet Guillimann, Ep. Argent. 265, der die Nachricht aber dem Trithemius, Ann. Hirsaug. I, 521 entnommen hat. 789

besiegelt zusammen mit Bischof Lutold von Basel und Propst Heinrich von Lauteubach eine Urkunde des Kapitels von Lautenbach, in welcher die Zehnt- pflicht des Klosters Schwarzenthann festgesetzt und Gebetsgemeinschaft zwi- schen Lautenbach, Marbach und Schwarzenthann geschlossen wird. Or. Colmar, ß.-A. Lautenbach Gart. 23 Hängesiegel (I») Bischof Heinrichs an zweiter Stelle; Transs. v. 1489 Basel, St.-A. Gerichtsakten A 20 fo. 513 ^ Würdt- wein, Nova subs. X, 267 nr. 100 aus Or. 790

beurkundet den auf einer Synode unter seinem Vorsitz zwischen dem Abt von Neuburg und dem Pfarrer von Ingweiler getroffenen Ausgleich, nach welchem Abt Petrus sich bereit erklärte, von der von ihm in Wimmenau (Wimenowe) errichteten grangia einen jährlichen Zehnten von vier quartalia Weizen an den Pfarrer Konrad zu entrichten. His testibus : Domino Reinhardo maiore pre- posito, Friderico cantore, AVourado archidiacono, Rndolfo archidiacono, Ber- tholdo Honaugensi preposito, Garsilio abbate Novillarensi, Frederico camerario, Henrico custode et aliis quam pluribus. Anno dominiee incaruationis 1212, ind. 15. Or. Ing-weiler, protest. Consistor.-.4. fasc. 39, Wimmenau; Hänge- siegel zerbrochen. Würdtwein, Nova subs. X, 266 nr. 99 ex chart. Neob. fo. 36; Herr, Urkunden von Ingweiler. 7 nr. 1 aus Or. Erwähnt: Jahrb. d. Vogeseu Klubs XXI. 256. Vgl. Straßb.UB. I, 116 nr. 158; Pfleger, Cisterc. Chron. XVI, 138. 141. 791

entscheidet einen Streit zwischen der Abtei und dem Pfarrer Walt, von Behlen- heim dahin, daß der genannte Pfarrer während seines ganzen Lebens im vollen Genuß des Zehnten stehen soll gegen Abgabe von zehn Sack Roggen und Gerste an die Abtei, während nach seinem Tode der Zehnte zwischen Abtei und Pfarrer gleichmäßig geteilt werden soll. Auszug 16. Jhs. Straßb. B.-A. H 2630; Auszüge 18. Jhs. H 2881 p. 25; 2882 p. 103. 792

12

Heinrich II.

T2T2^

(vorV)

JL^J ^

1213

nach Febr. 22

April 11

(12U)

(Febr.20)

1214

März 7

Rottweil

erläßt eine vermutlich für den Abt Rimuud von Ebersheimmünster bestimmte Urkunde über die Zehnten in Hilsenheim (Hiltzheimb). Erw. 18. Jhs. Karls- ruhe, GLA. Nachl. Grand. XI, 13, 5 : Rimundus abbas in iastrumento sub sigillo Heinrici de Veringen episcopi memoratur super decimas in Hiltzheimb. Wegen der in diesem Jahr erfolgten Absetzung Rimunds (vgl. Reg. 794) wird die Urkunde spätestens zu 1212 anzusetzen sein. 793

setzt den Abt Rimund v. Ebersheimmünster ab, da er ihn ,facilemetaffectuosum ad procurationis depositionem" befunden hat. Er unterläßt es dann, innerhalb der ausgemachten Frist von 14 Tagen aus der Mitte der Mönche einen neuen Abt zu ernennen. Als die Mönche selbständig den Abt Arnold v. Murbach wählen, kassiert er ihre Wahl und bestimmt Werner v. Hugshofen zum Abt. Werner wird investiert und zieht in die Straßburger curia des Klosters ein ; das Kloster selbst bleibt ein Jahr lang verödet, bis die Mönche ,de permissione episcopi et advocati' (Anshehni) zurückkehren dürfen. Bericht im Chron. Ebersh. c. 35. MG. SS. XXIII, 449. - Datierung: Vgl. die von Bloch, N. A. XXXIV, 170 aufgestellte Abtliste. Grandidier, Oeuvr. 1, 405; Nouv. Oeuvr. III, 189 nr, 32 nimmt die Absetzung ohne nähere Angaben zu 1213 an. Straßburger curia: Das Kloster hatte von alters her Besitz in der Stadt, vgl. die terra s. Mauricii, Straßb. ÜB. I, 17 nr. 21 u. Anm. 3, 794

besiegelt eine Urkunde, in welcher der Konvent von St. Ulrich (celle Vilemari) dem miles Hubero acht Äcker in Epfig (Apiaca) gegen einen jährlichen Zins von vier uncie überläßt. Acta 1213, pontificatus Innccentii anno XVI. Or. Straßb. B.-A. Austausch Baden, 1 nr. 2037. Sieg. (I?) Frgt. Schoepflin, Als. dipl. I, 325 nr. 393 ex tab. abb. S. Petri in Nigra Silva. Grandidier, Oeuvr. III, 279 nr. 225 ex tab. abb. S. Petri in Nigra Silva. 795

Papst Innoceuz III. überträgt dem Straßburger Bischof, dem Abt von Baum- garten und dem Prior von Salem die Vollstreckung des Urteils zu Gunsten der Äbtissin L. von Buchau (Bocchove). Innocentii III. epistolae ed. Balu- zius II, 475; Grandidier, Oeuvr. III, 279 nr. 227, irrtümlichzu 1214; Migne CCXVI, 803 nr. 18. P. 4703. 796

bestätigt eine schiedsrichterliche Entscheidung über den Streit des Klosters St. Trudpert mit der Kirche St. Ulrich (celle Villemaris) um das predium Beluau (Wildenowe), wonach die Kirche das genannte predium gegen Abgabe eines jährlichen Naturalzinses und Entrichtung des Zehnten an das Kloster besitzen soU. Acta sunt hec anno dominice incarnationis 1213 in claustro maioris ec- clesie Argentineusis. Testes huius rei sunt Reinhardus prepositus, Eberhardus decanus, Fridericus cantor, Marcus scolasticas, Ebarhardus de Jungingen pre- positus S. Petri, Hermannus de Herenberg, Jacobus, Ulricus de Hovewilr ca- nonici maioris ecclesie, Burk. de Alpersbach, Dietricus de Gennenbach, Got- fridus de Ettenheim, Heinricus de S. Trudperto abbates et alii quam plures fide digni. Abschr. um 1300 Karlsruhe, GLA. Cop. 1299 p. 27. v. Weech, ZGOR. XXX, 98 nr. 14. - Erw. Straßb. ÜB. 1. 126 nr. 159. Vgl. Schulte, MIÖG. VIII, 543. 797

Die Angabe Grandidiers (Oeuvr. III, 279 nr. 226), Heinrich werde als Zeuge ge- nannt in einer von diesem Tag datierten Urkunde König Friedrichs 11. für den Deutscheu Orden, ist unzutreffend, ebenso seine Zeitangabe X. kal. febr. statt mart. Vgl. Winkelmann, Acta imp. ined. 1, 100 nr. 1 19. BF. 718. 797a

König Friedrich IL, an den sein dilectus princeps, Bischof Heinrich, und die burgenses von Straßburg sich in ihrem Streit um einige Gerechtsame in ihrer Stadt gewandt hatten, beurkundet folgenden vor ihm zu Gunsten des Bischofs

Heinrich IT.

13

1214

März 12

Okt. 23

Nov. 21

Hasenau

Speier

Basel

Nov. 22

Nov. 22 Nov. 23 i

(Basel)

Basel

Basel

ero'an^enen Spruch: Niemand darf in Straßburg einen Rat (eonsilium) ein- setzen oder weltliches Gericht halten außer mit Einwilligung (de conseusu et bona voluntate et concessione) des Bischofs. Niemand darf sich Kechte an den Ländereien inner- und außerhalb der Stadt, die almende genannt werden, an- maßen, sie seien ihm denn vom Bischof verliehen, der sie vom K«iche trägt (qui ipsas terras ab imperio et de manu nostra se teuere cognoscit). Zeugen: Conradus Metensis et Spirensis episcopus imperialis aule cancellarius, Wal- therus Basiliensis episcopus, Uolricus abbas S. Galli, Cuonradus abbas Augen- sis, Ludewicus dux Bavarie, Hermaunus marchio de Baden, comes Sibertus de VVerda, comes Uohicus de Quiburg, comes Ludewiens de Wurtenberg, Hart- mannus marchio de Dilingen, comes Heinricus de Berge, comes Fridericus de Zolre et alii quamplures. Datum apudRotwil, 1214, non. martii, iud. 2. Abschr. 15. Jhs. Straßb. B.-A. G 377 fo. 178'; Zwei Abschr. 17. Jhs. ebda. G 336; Abschr. 1775 Straßb. St.-A. AA 2179. Schoepflin, Als. dipl. I, 32B nr 395 ex apogr. tab. episc. Arg. Tabern.; Würdtwein Nova sub. X, 273 nr. 103 ex lib. sal. 1347 fo. 3; Huillard-Breholles I, 292; Straßb. ÜB. 1, 127 nr. 170 aus G 336; Keutgeu, Urk. z. städt. Verf. I, 71 nr. 110. BF. 724. Über die Bedeutung der Urk. vgl. Deutsche Städte Chron. VIII, Einl. S. 23 i. ; Winkelmann, Friedr. 11., I, 60. 62; Hauck V, I, 88 Anm. 3; Kessel, Arch. f. Urk. Forsch. VI, 272. 798

Zeu^e in der Urkunde König Friedrichs II. Huillard-BreTiolles I, 294. BF. 725.

für das Kloster Tennenbach.

799

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für die Brüder der hl. Grabeskirche zu Dietbrücken bei Speier. Wirttemb. ÜB. III, 12; Huillard-Breholles I, 320. BF. 751. 800

König Friedrich II. wünscht den Streit zwischen seinen Getreuen, dem Bischof H.°von Straßburg und dem Herzog B. von Zähringen zu schlichten, verzichtet daher auf alle Ansprüche, die ihm aus einer Schenkung des Grafen B. von Nimburg (Nuvenburc) an seinen kaiserlichen Vater erwachsen, auf die von dem genannten Grafen dem Straßburger Bischof 0. verkauften Güter (vgl. oben Eeg. 712. 720. 722. 750) besonders in den Vogteien (advocatie) St. Ulrich (Vilemarescelle) und Söldeu (Seiden) und in den curtes Riegel (Riegol) und Herbolzheim (Herbottsheim), und bestätigt sie dem Bischof und der Straß- burger Kirche. Zeugen : Didericus Treverensis archiepiscopus, Cunradus Con- stanciensis episcopus, Waltherus Basiliensis electus, Otto dux Meranie, comes Sigebertus de Werda et filius eins, comes Heinricus de Geminoponte, Heinricus de Kungesperc, Fridericus de Schon wenburc, Waltherus pincernaimperiietalii quamplures. Actum 1213 anno regni II; datum apud Basileam, XI. kal. dec, ind. 3. Or. Straßb. B.-A. G 108 (2). Sieg, abgef. Schoepflin, Als. dipl. I, 324 nr. 392 ex tab. ep. Argent; Würdtwein, Nova subs. X, 269 nr. 101 ex autogr tab. episc. Tabern. Alsat.; Huillard-Breholles I, 321 aus Or. BF. 752.

Vgl. Fritz, Territoriimid. Bist. Straßb., 163 f.; ZGOR.XI, 182. NF. XXVIII, 415 ; Niese, Verwalt. d. Reichsguts, 47 ; Fehr, Landeshoheit i. Breisgau, 58. 801

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs IL zu Gunsten von S. Remy zu Reims, durch welche das Hofgerichtsurteil betr. Zerstörung der vom Grafen von Veldenz wider den Willen der Brüder errichteten Burg Lichtenberg bei Cusel bestätigt wird. Graudidier, Oeuvres III, 282 nr. 230 ex tab. Bipontin.; HuUlard- BrehoUes I, 323. BF. 753. 802

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für die Machtboten der Stadt Asti. ! Böhmer, Acta imp. sei., 238 nr. 266. Huillard-Breholles 1, 324 ; BF. 7.54. 803

i Zeuge in den Urkunden König Friedrichs II. für Erzbischof Humbert von Vience.

Huillard-Breholles I, 325. 328. BF. 755. 756. 804

14

Heinrich II.

1214

Nov. 23

Nov. 23 Nov. 24 Nov. 24 Nov. 24 Nov. 20 Dez. 5

(vor?) 1214

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für Bischof Bruno von Viviers.

Vaissette, Hist. de Languedoc III, 144. Huillard-Bre'holles 1, 329. BF. 759. 8t)6

Zeuge in der Urkunde König Friedriclis II. für Bischof Desiderius von Die. Huillard-Breholles I. 330. BF. 7.ö8. 806

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für Erzbischof Michael von Arles. Huillard-Breholles I, 334. BF. 760. 807

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für die Stadt Arles. Huillard- Breholles I, 336. BF. 761. 808

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für das Bistum St. Paul-Trois-Chateaux.

Huillard-Breholles I, 337. BF. 762. 809

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für die Kirche zu Romans. Giraad, L' abbaye de St. Barnard I^, 322. BF. 766. 810

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II., in der die Schenkung von dreizehn Hörigen an das Kloster Königsbrück durch den Kanonikus Marquard von St. Arbogast in Surburc bezeugt wird. Würdtwein, Nova subs. X, 277 nr. 105 ex autogr. abbat. Reciopont.; Huillard-Breholles 1, 341. BF. 769.

Vgl. v. Weech, ZGOR. NF. I, 65 nr. 18», woselbst vollständige Zeugen- liste." 811

überträgt auf Rat der Äbte der Straßlnirger Diözese und mit Zustimmung des Domkapitels und besonders des Domdekans E. die Einsetzung des Abtes des in Verfall geratenen St. Leonhurdstiftes. wie sie bisher dem Dekan zustand, dem Dompropst Reinhard; ferner überläßt er ihm auf Lebenszeit die unbe- schränkte Verwaltung des Gottesdienstes daselbst. Anwesend: Fridericus can- tor, Marcus scolasticus, Hermaunus portarius, Uolricus dapifer, Diethelmus, Heideuricus, Riehardus et alii quamplures. Acta 1214. Or. Straßl). B.-A. G 5685 (1). Sieg, abgef. Schoepflin, Als. dipl. I, 327 nr. 397 aus Or. ; Würdt- wein, Nova subs. X, 275 nr. 104 aus Or.; Straßb. ÜB. I, 128 nr. 161 aus Schoepfhn. Das Or. weist beim Namen des Domdekans die richtige Initiale E auf; vgl. Straßb. ÜB. I, 128 Anm. 2. Diese Übertragung wurde im folgenden Jahre durch Erzbischof Siegfried von Mainz bestätigt, vgl. Schoepflin, a. a. 0. I, 329 nr. 400; Böhmer- Will, Reg. archiep. Magunt. II, 162 nr. 256. Übernahme der Verwaltung durch den Dompropst im Februar 1215 : Schoepflin, a. a. 0. nr. 401 ; Straßb. ÜB. a. a. 0. Anm. 3. Bei Schoepf- hn, a. a. 0. wird auch das von Bischof Heinrich besiegelte Güterverzeichnis von St. Leonhard erwähnt; vgl. Hanauer. Etnd. econom. I. 367. Vgl. auch unten Reg. 1096. 812

baut die Burg Dachstein bei Molsheim. Bericht bei Specklin (MGEGDiE. II, Xni, 241 nr. 868), der auch die an dem inneren Tor und dem Turm auge- brachte Inschrift notiert: „Annoincarnationisdomini || Millesimo ducentesimo decimo quarto || Constructum est hoc castrum || Ab flenrico de Faeringen Ar- gentinensi Episcopo || Qui alienaverit anathema sit." Vgl. Schoepflin, Als. ill. II. 143 nach Wimpheliug. de episc. Argent. (1651) 57; Chronik des Jacques Meier, MGEGDiE. II, VIII, 170: Strobel, Vaterl. Gesch. d. Eis. I, 481; Kraus. Kunst u. Altert, i. Els.-Lothr. I, 653; Kraus, Christi. Inschr. d. Rheinl. I, 58 nr. 99. Über die strategische Bedeutung von Dachstein vgl. Schulte, MIOG. VII, 540 Anm. 1. , 813

bestimmt, daß der Abt von Baumgarteu die cura in spiritualibus über das Kloster Audlaa haben soll. Erwähnt in der Urkunde der Äbtissin Adelheid von

Heinrich II.

15

1215

April 23 Mai 3

Mai 3

Juli 8 Juli 25

Juli 29 Okt. 19

Speier

Andernach

Hagenau Aachen

Aachen Hagenau

Okt. 20

Hagenau

Andlau für Kloster Baumgarten v. J. 1214. Zwei Or. in Straßh. B.-A. H 108 (4) und H 2438 (8). Würdtwein, Nova suIjs. X, 280 nr. 107 ex autogr. tab. episc. Tabern. Alsat. et tab. abbat. Andlav. 814

Zeuge iu den Urkunden König Friedrichs II. für Erzbischof Berard von Palermo.

Huillard-Bre'hoUes I, 373. 372. BF. 793. 794.

815

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für das Erzstift Magdeburg. Gercken, Cod. dipl. Brand. IV, 365 nr. 201; Huillard-BrehoUes I, 378. BF. 797; Reg. archiep. Magdeb. II, 217 nr. 481. Über die Echtheit vgl. Winkehnann, Otto IV., 390. 816

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für den Grafen Burchard von Mansfeld.

Huillard-BrehoUes I, 380. BF. 798; Dobenecker, Eeg. Thur. 798. 817

Zeuge in der Urkunde König Friedriclis II. für Kloster Hirschau. Huillard- BrehoUes I. 391; Wirtt. ÜB. III. 27. BF. 808. 818

ist anwesend bei der zweiten Krönung König Friedrichs II. durch Erzbischof Siegfried von Mainz und nimmt nach dem König zusammen mit vielen anderen Großen das Kreuz. Bericht Ln der Chron. reg. Colon. MG. SS. XVII, 828. Schulausg. 236. Vgl. Winkelmann, Otto IV., 393. 819

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für die Stadt Aachen. Lacomblet, ÜB. z. Gesch. d. Niederrh. II, 26 nr. 51; Huillard-BrehoUes I. 399. BF. 814. 820

ist zusammen mit dem Kanzler Konrad, Bischof vou Speier und Metz, Zeuge in einer Urkunde, durch welche Berthold von Neiffen, Propst von St. German in Speier und königlicher Protonotar, dem St. Germanstift das Patronatsrecht in Eheinsheim (Eeinesheim) verleiht. Or. Karlsruhe, GLA. 42|286. Cit. Eeg. d. Markgr. v. Baden 4380. 821

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für das Deutschordenshaus zu Accon.

Huillard-BrehoUes 1, 428. BF. 837. 822

Albert von Habsburg, Landgraf im Ober-Elsaß, entscheidet iu Gegenwart des Bischofs von Straßburg einen Streit zwischen Abt H. von St. Trudpert einer- seits, dem Marschalk G. und sonstigen Bedrängern des Klosters andererseits, dahin, daß es weder dem Vogt noch irgend einer anderen Person gestattet sein solle, das genannte Kloster für die von den Vorfahren des Landgrafen Albert ihm übertragenen Besitzungen mit irgendwelchen Diensten oder Ab- gaben zu Ijeschweren. Acta sunt hec anno MoCC<>XV anno vero Friderici Eomanorum imperatoris IV". Et ut hec firmius teneautur sigillo domini H. episcopi Argentinensis et nostro hoc scriptum roboramus. Or. Karlsruhe, GLA. 15. 2. Falsche Siegel des Landgrafen und des Bischofs. Das letztere ist dem Typus II des bischöflichen Siegels, der erst seit 1216 vorkommt, nach- gebUdet, weicht alier in der Namensform Henricus und einigen anderen Ein- zeUieiten ab. Schreiber: Die Schriftgleichheit der vorliegenden Urk. mit der des Lautenbacher Dekans Kuno von Höfen vom 12. Februar 1261 (Eeg.ZGOE. XXX, 111 ohne nr.), welche Steinacker angenommen hat (Eeg. Habsb. 110) läßt sich nicht mit Sicherheit erweisen, da die beiden Schriften trotz unbe- streitbarer Ähnlichkeit doch auch recht erhebliche Abweichungen zeigen ; jeden- ftiUs muß aber unsere Urkunde nach dem Schriftcharakter der zweiten Hälfte des 13. Jhs. zugewiesen werden ; Abschrift um 1300 Karlsruhe, GLA. Cop. 1299 p.20. Herrgott, Genealog, dipl. gent. Habsb. 11, L 221 nr.270; Grandidier, Oeuvr. III, 285 nr. 239 ex autogr. tab. abb. s. Trudp. v. Weech, ZGOE. XXX, 99 nr. 15 ; Steinacker, Eeg. Habsb. 110. Erwähnt Straßb. ÜB. I, 126 Anm. 1.

16

Heinrich II.

1215

Straßburg

1216

Jan. 23

März 20

Apr. 14

Hiigeuau

Hasrenau

Fälschung aus der zweiten Hälfte des 13. Jhs. In diese Zeit weist nicht nur die Schreiberhand, sondern auch der enge sachliche Zusammenhang mit der Fälschung auf den Namen Alberts von Habsburg z. J. 1186 (vgl. oben Reg. 627) ; die letztere Urkunde ist mit demselben gefälschten Siegel Bischof Heinriclis II. (!) versehen, wie Reg. 784 und 823, sowie von der gleichen Hand geschrieben, wie Reg. 784 Exemplar C und die Vidimation durch die Abte von Himmelpforteu, St. Peter und St. Märgen 1276 März 31 (ZGOR. XXX, 116 nr. 43). Da die angebliche Urkunde des Jahres 1186 also im Jahre 1276 schon vorhanden gewesen sein muß, so wird mit ziemlicher Sicherheit auch die Herstellung der beiden an- deren Fälschungen (Reg. 784 und 823) vor diesen Zeitpunkt zu setzen sein. Über die besonderen Verdachtsgründe bei der vorliegenden Urkunde vgl. noch V. Weech, ZGOR. XXX, 99. Die offenbare Absicht der Fälschungen, das Britznach- oder Obermünstertal in deu Besitz des Klosters zu bringen hing ohne Zweifel damit zusammen, daß in diesem Tal seit der zweiten Hälfte des 13. Jhs. ein sehr gewinnbringender Bergbau getrieben wurde ; vgl. Gothein, Wirtschaftsgesch. d. Schwarzwaldes, 586 f 592 ff. Das Kloster hat es denn auch, besonders mit Hülfe Rudolfs von Habsburg, erreicht, die Herren von Staufen aus diesem Besitz zu verdrängen; vgl. Schulte, Habsb. Stud. MIÖG. VIII, bes. S. 546 ff. und B. R. 677. 823

Ijeurkundet, daß der verstorbene burgensis noster Gerlach und dessen Gattin Bertha einst ihr in der publica curia nostra gelegenes Haus dem Nonnenkloster Königsbrück übertrusen, auch auf ihr Anrecht an der area verzichteten und den Schulteißen Rudolf sowie seinen Bruder, den Zöllner Heinrich, von denen sie die area zu Leihe besaßen, baten, diese der Äbtissin des Klosters zu gleichen Bedingungen wie ihnen zu verleihen. Der Bischof beschließt jetzt, cum eadem area nostra sit et de manu nostra haberi debeatur, daß bei seinen Lebzeiten der vom Kloster zu zahlende Zins nicht erhöht werden darf Ferner beurkundet er, daß in einer vor ihm abgehaltenen Gerichtssitzung, bei der namentlich an- geführte burgenses nostri Zeugnis ablegten, die Ansprüche eines Erben Gerlachs auf das Haus zurückgewiesen wurden. Actum publice anno incarnationis do- mini 1215, indictione 3, bis testibus: Friderico cantore, Hermanno portario, Oulrico dapifero maioris ecclesie. Werinhero marscalco, Cünrado Virnecorn, magistris burgensium Eberharde et Waltero, Alberto Begere, Dietherico et Alberto, Humberto cidelere, Burchardo, Guuthero vicedomno miuisterialibus ; Burehardo de Ehenheim, Friderico Dispensatore, Erbone iudice, Rüdolfo scul- teto et Henrico fratre suo, Wecelone iudice, Henrico Cleinegedanc, Hugone Villano, Gebenone, Sifrido et aliis quampliuibus ; datum Argentine. Abschr. 13. Jhs. Straßb. B.-A. Perg. rotulus Austausch Baden, 1 nr. 56. Würdt- wein, Nova subs. X, 286 nr. 110 ex rotulo abb. Regiopont.; Straßb. ÜB. I, 129 nr. 162 aus Würdtwein; ebda. IV, I, i.08 nr. 21 verbesserte Lesarten aus dem rotulus. Vgl. Schreiber, Erbleihe in Straßb., 184 ; Ober, Rezeption. 23. 824

Zeuge Ln der Urkunde König Friedrichs 11. für den deutscheu Orden. Huillard- BrehoUes I. 438. BF. 842. 825

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für das Salvatorkloster zu Messina.

Huillard-BrehoUes I, 446. BF. 850. 826

Abt H. von Senones läßt eine für seinen villicus Heinrich von Kestenholz (de Castineto) ausgestellte Urkunde auf dessen Bitte hin mit dem Siegel des Bischofs Heinrich von Straßburg versehen (ipsius Henrici rogatu venerabilis Henrici episcopi Argentinensis sigillis presentem paginam fecimus communiri). Acta sunt hec a]nid Senonas ante ecclesiam beati Petri, anno verbi dei iucar- nati 1216. XV^IIl. kal. maii, feria quinta hebdomade pascalis. Abschr. 18. Jhs. Epinal, A. des Vosges, H 49 p. 68 ; dsgl. Karlsruhe. GLA. Nachl. Grand. 14, 18. 827

Heinrich II.

17

1316

vor

Aug. . . . . beurkundet aul' Bitten des Abtes H. von St. Trudpert und des Vogtes Werner von Stauten, daß die beiden Genannten berechtigt seien, dreimal jährlich, im Februar, Mai und Oktober, die familia und die Lehnsleute des Klosters St. Trud- pert zu einem in der curia Krotzingen abzuhaltenden Ding zu entbieten. Abschr. 14. Jhs. Karlsruhe, GLA. 15/10. Orig.Rotulus von St. Trudpert. über die fünf angehängten Siegel vgl. ZGOK. XXI, 448. Die Besiegelung scheint erst 1417 erfolgt zu sein, vgl. ZGOR. XXI, 463 ff; Abschr. v. 1467 Karlsruhe, GLA. Cop. 1301 fo. 2. ZGOR. XXI, 452. Erw. ZGOR. XXX, 384 nr. 196.

Die Datierung ergibt sich daraus, daß in der Urkunde Heinrichs II. von 1216 Aug. 16 (Reg. 829) der Abt Heinrich von St. Trudpert als verstorben bezeichnet wird. Als obere Grenze kann etwa das Jahr 1211 angenommen werden, da seit diesem Jahre als Straßburger Dompropst Reinhard von Thengen begegnet, der zusammen mit dem Dekan L. (?), dem Kantor F(ridericus) und dem gesamten Domkapitel die Dingjjflicht der familia von St. Trudpert in einer Urkunde bestätigt, die mit der bischöflichen wörtlich übereinstimmt. Abschr um 1300. Karlsruhe. GLA. Cop. 1299 p. 32. Erw. ZGOR. XXI, 454 Anm. 1.'

Diese Beurkundung dürfte entweder gleichzeitig mit der bischöflichen oder kurz nach ihr erfolgt sein. Über den Dinghof in Krotzingen vgl. Bader, Einige Urkunden über Krotzingen, in: ZGOR. XXI, 465 472. 828

Aug. 16 .... I bestätigt dem Abt C(onrad) von St. Trudpert unter Bezugnahme auf die Ur- teile seines Vorgängers, des Bischofs Konrad und des Bischofs Diethelm von Konstanz (Reg. 704) die gerichtliche Entscheidung, daß nach dem Tode eines Abtes für die belehnte Hand eine Neubelehnung durch dessen Nachfolsrer zu erfolgen habe und von den Lehnsleuten dafür der „Erschatz" zu entrichten sei. Acta sunt hec anno incarnationis domini 1216,XVl.kl. Septembris. Testes sunt hü: Gotfridus abbas de Ettenhein, H. abbas de Altorf, Henricus vice- dominus Argentinensis episcopi, Albertus plebanus de S. Martino in Argen- tina, Heinricus magister Lutenbacensis, Ulricus capellanus episcopi Argenti- nensis, Bertholdus archipresbyter de Nvsbach, Guntramus plebanus de Etten- hein, Rudolfus advocatus de Rinauga, Conradus de Vriburg, Conradiis miles de Herbotzhein, Fridericus H. de Vriburg et alii quam plures. Abschr. um 1300. Karlsruhe, GLA. Cop. 1299 p. 30. ZGOR. XXI, 369. ZGOR. XXX, 100 nr. 16. Erw. Straßb. ÜB. I, 130 nr. 163. Bestätigung durch Bischof Konrad II. von Konstanz 1216 Aug. 26. Or. Karlsruhe, GLA. 15/4. Abschr. um 1300 ebda. Cop. 1299 p. 30. ZGOR. XXI, 371 aus Abschr. ZGOR. XXX, 68 nr. 39. 100 nr. 17; Ladewig-Müller, Reg. z. Gesch. d. Bisch, v. Konstanz 1298. Anerkennung der Entscheidung durch die Vögte Gottfried und Werner von Stauten 1218 nach Juli 8. Abschr. um 1300 in demselben Cop. p. 33. ZGOR. XXI, 372 (zu 1216). ZGOR. XXX, 100 nr. 18 (zu 2. Hälfte 1218). 829

gibt den zur bischöflichen curia dominicalis in Rufach (Robiaca) gehörigen fundus latitudinis nostre que vulgo dicitur gebreite, der zvdschen der curia des Bischofs und der der Äbtissin von Eschau liegt, den bischöflichen Leuten zum Woh- nungsbau frei. Die aree werden zu erblichem Besitz überlassen gegen einen jährlichen Zins, der zu Johannis und zu Weihnachten zu entrichten ist. Der Bischof reserviert sich das Vorkaufsrecht und beansprucht bei jedem Wechsel des Inhabers einen erscaz in Höhe des halben Zinses, verzichtet aber auf den erscaz, den sonst die Bewohner seiner curtes dominicales beim Tode des Bischofs zu entrichten haben. Testibus qui huic facto aderaut subternotatis quorum nomina sunt hec: Reinhardus prepositus, Eberhardus decanus, Fri- dericus cantor, Marcus scolasticus, Berhtoldus camerarius, Oulricus dapifer maioris ecelesie, Rudolfus prepositus S. Thome et Heinricus vicedominus et Heinricus scolasticus et Wernherus pincerna eiusdem ecelesie, et Eber- hardus prepositus S. Petri, Reinboldus decanus, Bruno custos, Cuonradus portarius ecelesie predicte ; Wernherus marscalcus, Diethericus biurcgravius et

Hegesleu dei" Biscliüle von Straßburg. 3

18

Heinrich II.

1216

1217

Febr. 2

Eberhardus et Walterus filii Walteri, Albertus Begero, Diethericus Stehelinus et fratres eins, Algotus scultetusRobiaceiisis, Diethericus et frater suus, Wern- herus de Domo, Rudolfos et Wernherus de Loubegazzen, Cunradus de Hade- stat et Cunradus filius sui fratris et Wernherus et Cunradus fratres de Hade- stat et alii quamplures. Acta sunt hec anno dominice incariiationis 1216, ind. 4, regnante domino Friderico Romanorum rege gloriosissimo et Sicilie.

br. Strlilib. B.-A. G 2699 (1). Sieg. d. Bischofs und des Domkapitels, be- schädigt. — Würdtwein, Nova subs. X, 288 nr. 111 ex lib. sal. 1347 fo. 17; Walter, ÜB d. Stadt Rufach, nr. 28. Grandidier, Oeuvr. III, 286 nr. 240.

Erw. Straßb. ÜB. I, 131 nr. 166. Vgl. Schoepflin, Als. ill. II, 80; Berler. MGEGDiB. II, XVII, 147 nr. 387."); Scherler, Herren v. Hattstatt, 236. Daß auch wirklich nach dem Tode Bischof Heinrichs zum ersten Male der Erschatz nicht entrichtet wurde, berichtet Berler, Chron, fo. 366. MGEGDiE. 11, XVII, 147 nr. 3877. Cod. hist. et dipl. de Straßb. partie, 19. 830

hängt sein Siegel an die Urkunde, in der Propst R, Dekan E., Sänger F. und das ganze Domkapitel dem Burggrafen Teoderich, seinen Brüdern Friedrich und Burchard und ihrem Oheim Teoderich den Zehnten von ihren Gütern in Sulz- matt (Sulzmateu) gegen eine jährliche Lieferung von sechs Fudern (carradis) guten Rotweins erlassen. His testibus: Gotefrido et Humberto Cidelariis, Al- berto Kagone, Hugone fratre decani, Conrado Vitulo, Sifrido ministro domi- norum, Herbone Rufe, Waltherio notario; anno dominice incarnationis 1216, iud. 4. Or. Straßb. B.-A. G 2699 (2). Hängesiegel des Bischofs verloren, des Domkapitels beschädigt. A\'ürdtwein, Nova subs. X, 290 nr. 112 ex lib. sal. 1347 fo. 24; Straßb. ÜB. I, 130 nr. 165 aus Or. 831

zerstört die Burg Andlau. Bericht in Berlers Chronik. Grandidier. Oeuvr. V, 208: ,chateau dont jouissaient les empereurs en leur qualite d'avoues de l'abbaye. Ce chateau fut de'truit en 1216 par Henri de Veringeu, eveque de Strasbourg; Berleri chron. mss. fo. 83; ebendaher Schoepflin, Als. ill. II, 168.

Vgl. Wimpfeling, Catalogus (1651), 57; Städte und Burgen in Els.-Lothr. III, 26. Vielleicht stellt diese Unternehmung des Bischofs eine Gegenwirkung gegen die jMaßnahmeu dar, welche Kaiser Friedrich II. und sein Schultheiß Wolfhelm zur Stärkung der staufischen Macht im Elsaß trafen und welche geeignet waren, die bischöflichen Interessen aufs schwerste zu schädigen ; vgl. darüber auch unten Reg. 838. SS'iJ

beurkundet, daß er den Streit um die Zehnten der oberen Kapelle in Haseiahe zwischen dem Propst von Niederhaslach und W., dem Priester der genannten Kapelle, nach Vernehmung der Zeugen secundum ius scriptum dem Propst Bertold von Honau und dem magister Bruno, Kustos von St. Peter, zur Ent- scheidung übertragen habe und daß diese ein für den Priester ungünstiges Urteil fällten, das er jetzt bestätigt. Acta sunt hec anno incarnationis domini 1216 presentibus his testibus: R. maiore preposito, F. cantore, B. archidiacono, H. vicedomino, M. celerario de Haseiahe, S. portenario, H. plebano S. Stephani, W. plebano de Truhtersheim et aliis quampluribus. Or. Straßburg, B.-A. G 5257 (2). Sieg, an Hanfschnur beschädigt. Schreiber: Derselbe wie unten in Reg. 836, also wohl Empfängerausfertigung. Erw. Straßb. ÜB. IV, I, 10 nr. 15. Vgl. Ober, Rezeption, 24. 833

bestätigt die Entscheidung, welche der Dompropst Reinhard, der Pförtner Her- mann, Propst Eberhard von St. Peter sowie Albert, Domherr und Pfarrer zu St. Martin, über die Verwendung der Einkünfte der Kustodie des St. Peter- stiftes in Straßburg getroffen haben. Acta sunt hec anno domini 1217 in puri- ficationis festo. Abschr. 16. Jhs. Straßb. B.-A. G 4903 fo. 22 ^ Straßb. ÜB. IV, I, 10 nr. 16. 834

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1218

Frühjahr

bestätigt dem Propst A. von Niederhaslauh die von seinem Vorgänger F. vor- wenommene Erhöhung der Pfründeubezüge au Brot und Wein. Erwähnt m der Urkunde des Papstes Houorius' III. von 1220 Dez. 1(5. Straub. B.-A. G 5224 (1) ; vgl. unten Reg. 860. Die zeitliche Einreilinug ergibt sich daraus, daß Propst Albert (1.) von Niederhaslach in der Urkunde von 1217 Sept. 17 (Reg. 836) als verstorben bezeichnet wird. 835

beurkundet und bestätigt, daß der verstorbene Propst Albert von Niederhaslach einen St. Johaunisaltar stiftete und ihn mit Gütern in den Bannen Mutzig (Muzeche) und Haslach (flasela) ausstattete. Acta sunt hee auuo ab incarnatioue domini 1217,XV.kal.octobris. Huiusreitestessunt: Reinhard us maioris ecclesie prepositus, Fridericus cautor, Bertoldus archidiaconus, Rodulphus archidiaconus et prepositus S. Thome, Berugerus archidiaconus, Uolricus dapifer et canonicus ; canonici in Hasela: Albertus prepositus, Wernherus decauus, Matheus scolasti- cus, Marquardus cellararius, Sifridus portarius, Hugo presbiter, Uolricus pres- biter, Hermannus, Detchericus, Henricus, Burcardus canonici ; Magister Hen- ricus plebanus in Ernultesheim. Henricus presbiter de Bissovesheim ; laici ministeriales maioris ecclesie : Walterus miles, Lodowicus miles, Otto advocatus de Mollisheim et alii quamplures. Gr. Straßb. B.-A. G 5213 (1). Siegel an Hanfschnüreu, abgef. Schreiber: vermutlich Empfängerausiertigung. vgl. oben Reg. 833. Erw. Straßb. ÜB. IV. 1, U ur. 17. 836

schließt mit den Brüdern des Johanuiterhauses in DorUsheim (Thorolvesheim) einen Gütertausch ab; er verzichtet dabei auf den Zins, der ihm bislier von den ihnen überlasseuen Gütern gezahlt wurde, wofür jene sich verpßichten, von ihren Weinbergen bei der Mühle Gundolsheim (Gündoltesheim) jährhch zwei denarii zur iusticia que vulgo dicitur banwin zu zahlen. Anuo 1217, ind. 5. Cr. Straßb. B.-A. H 1392 (1). Hängesiegel an Seidenfäden, abgef. _ Erw. Delaville le Rouk, Cartulaire general de 1' ordre de St. Jean 11, 205 ur. 1523. ^'^'

scheint im Einverständnis gewesen zu sein mit den Absichten Herzog Theobalds I. von Lothrino-eu, der im ersten Drittel des Jahres „sumpturus ultionem de quibusdam iniuriatoribus suis« einen Einfall in das Elsaß unternahm, aber nach einer bei Rosheim (südl. Molsheim) erlittenen Schlappe den Rückzug- an- treten mußte und von König Friedrich in seiner Burg Amance(Esmancia) be- lac^ert und zur Kapitulation gezwungen wurde. Bencht der Aim. Marb. z j''l219 (Schulausg. p. 88): »Eodem anno dux Lotonngie de voluntate vel consensu regis Heinrici et episcopi Argentinensis sumpturus ultioneni de qui- busdam iniuriatoribus suis cum multo exercitu Alsatiam mtravit.'' In dieser widerspruchsvollen Notiz ist die Erwähnung König (!) Heinrichs z. J. 1^|J ganz unmögUch; die Chronologie scheint aber den Annalisten an dieser bteüe _ überhaupt im Stich gelassen zu haben, da er die Kaiserkrönung Friedrichs, die am 22. November 1220 stattfand, ebenfalls zu 1219, vor dem lothringischen Ereignis, berichtet. Die Notiz auf 1219, oder, worauf die Erwähnung König Heinrichs (gewählt zwischen 20. imd 26. April 1220) deuten würde, auf das Jahr 1220 zu beziehen, ist deshalb nicht möglich, weil Herzog Theobald nach dem Vertrag von Amance (1. Juni 1218) sich als unfreiwilliger Begleiter m Friedrichs Gefolge in Deutschland befand und bald nach seiner Ruckkehr in die Heimat starb (März 1220), weil ferner sein Bruder und Nachfolger Matthäus IL sich mit einer friedlichen Regelung der schwebenden Angelegen- heiten begnügte (vgl. Winkelmann, Friedr. II., I, 7 f. 48; Le Mercier de Moriere, Catal des actes de Matthieu II, 8 f.)-. lu diesen Jahren ist also für den Kriegszug eines lothringischen Herzogs m das Elsaß kein Platz imd es bleibt nur die Möglichkeit, den Bericht des Annalisten auf die Fehde des Jahres 1218 zu beziehen, von der wir auch sonst Kunde haben (Ann. Ellen-

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Heinrich II.

1218

April 30

Mai 16

Juni 1

hardi, MG. SS. XVII, 101 und Kicli. 'Senon. MG. SS. XXV, 298). Das Ei_n- verständnis des Königs Heinrich wird dann als irrtümlich auszuschalten sein, dagegen kann die Angabe des Annalisten, Bischof Heinrich sei mit dem Lothringer einverstanden gewesen, sehr wohl zutreffen ; denn zweifellos hatte schon damals das anfänglich gute Verhältnis zwischen König und Bischof eine Trülmng erfahren ; war doch Friedrich seit dem Tode Ottos IV. mit allen Mitteln bemüht, Besitz und Rechte des staufischen Hauses im Elsaß nicht nur im alten Umfang wiederherzustellen, sondern noch zu verstärken; die ener- gische Tätigkeit des mit weitgehenden Befugnissen ausgestatteten Schultheißen Wolfhelm von Hagenau, besonders die Befestigung und Begünstigung einiger oberelsässischer Plätze mußten die bischöflichen Interessen aufs schwerste schädigen (vgl. darüber Kessel, Arch. f Urk. Forsch. VI, 269). Wenn auch Bischof Heinrich, wie das wohl seinem Charakter entsprach, eine friedliche Lösung der Streitfragen vorzog und späterhin zu verwirklichen suchte (vgl. unten Reg. 868 ff.), so hindert doch nichts, die leider nur spärlichen Angaben der Quellen dahin zu deuten, daß er gelegentlich auch zu schärferen Gegen- maßnahmen schritt. Als solche wird man doch wohl die oben (Reg. 832) er- wähnte Unternehmung gegen Audlau und die offene oder versteckte Be- günstigung der stauferfeindlichen Absichten des Lothringers auffassen dürfen. Es steht hiermit völlig in Einklang, daß Bischof Heinrieb, ganz entgegen seiner früheren Gewohnheit, dem königlichen Hoflager fernblieb, obwohl Friedrich zu Beginn des Jahres 1219 ungefähr einen Monat lang in dem be- nachbarten Hagenau residierte. Die von Fritz (Territorium, 66) aufgestellte Behauptung, in dieser Zeit hätten König und Bischof einen Vertrag wegen Molsheim geschlossen, beruht auf falschen Voraussetzungen. Die Urkunde, welche Friedrich zu Gunsten der Molsheimer Bürger erließ, gehört erst in den Februar 1220 (B. F. 1088 ; vgl. Huillard-Breholles I, 738 Anm. a. Erhalten ist nur das Transsumpt von 1236. Or. Straßb. B.-A. G 49. B. F. 2147) : auch ersclieint in ihr der Baseler Bischof Heinrich als Zeuge, nicht Heinrich V. Straßburg, dessen Rechte gerade durch diese Privilegierung der strittigen Stadt aufs empfindlichste getroffen wurden. Erst im September 1219 ist er wieder am königlichen Hofe nachweisbar (s. unten Reg. 846 ff.). Über den lothringischen Kriegszug vgl. noch: BF. 935». 936. BFW. 10820 »; dazu Winkelmann, Otto IV., 454 ff.; Friedr. II., L 5ff. 395 Anm. 3; Noel, Thibaut de Lorraine, 55 f; Gumlich, Beziehungen Lothringens zum deutschen Reich, 17 ff., 23. 838

Papst Honorius 111. bestätigt dem Bischof Heinrich von Straßburg auf seine Bitten hin ausdrücklich eine Bestimmung (§57) des Laterankouzils von 1215 (^ c 24 X de privilegiis V, 33) über das Interdikt, um ihn dagegen zu schützen, daß die Hospitalbrüder vom hl, Geist und andere Angehörige seiner Diözese diesen Bestimmungen zuwiderhandeln, ,quia non sunt buUa sedis apostolice roborata." Dat. Rome ap. S. Petrum, Il.kal. maii, pontif nostri anno secundo.

Abschr. 18. Jhs. ex lib. sal. 1347 fo. 45 Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. 3, 4, irrtümlich zu Honorius IV., 1286. Zur Sache vgl. Hefele, Konzil iengesch. V, 897. 839

Papst Honorius HI. erteilt dem Bischof Heinrich von Straßburg sowie dem Propst und Scholastiker des Domstifts den Auftrag, die Beamten des Bischofs von Speier an Übergriffen gegen das Kloster Schwarzach zu hindern. Dat. Rome ap. S. Petrum, XVII. kal. iunii, pontif nostri anno secundo. Or. Karlsruhe, GLA. Akten Schwarzach, fasc. 120 nr. 21. Würdtwein, Nova subs. XIII, 234 nr. 44 ex authent. tab. abb. Schwarzac. ; Groß, Beilagen z. Reichsunmittel- barkeit von Schwarzach, 20 nr. 21 ; Horoy, Honori III. op. omn. II, 762 nr. 252.

BFW. 6290; P. 5801 ; Pressutti 1340. 840

Papst Honorius III. nimmt das Kloster Schwarzach (de Suarceha) in seinen Schutz und bestätigt ihm besonders den Besitz der Kirchen in StoUhoten (Stadel-

Heinrich II.

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T2T8"

Juni 1

Juli 10

Stiaüburg

hoven) und Scherzheim (Scerdesheim), welche es vom Bischof von Straßburg unter Zustimmuug des Domkapitels erworben hatte. Dat. Kome ap. S. Petrum, kal. iunii, pontif. nostri anuo secundo. Or. Karlsruhe, GLA. Papstselect, nr. 24. Vgl. oben Keg. 541. 841

Papst Honorius III. nimmt das St. Thomasstift iu Straßburg mit allen seinen Besitzungen in den apostolischen Schutz und bestätigt ihm besonders die Aurelienkirche mit allem Zubehör, welche der Bischof von Straßbiug unter Zustunmung des Domkapitels dem Stift geschenkt hatte. Dat. Eome ap. S. Pe- trum, kal. iunii, poutif. nostri anno secundo. Or. Straßb. St.-A. St. Thom. B. VI. 2. Horoy, Honori III. op. omn. II, 787 nr. 281; Ch. Schmidt, Hist. du chapitre de St. Thoraas, 298 nr. 14 ausOr., fälschlich zu 1217; Straßb. ÜB. I, 132 nr. 168 aus Or. P. 5828; Pressutti 1403. Auf die hier erwähnte Schenkung des Bischofs bezieht sich vielleicht die sonst uicht belegte Nachricht Specklins: ,Auno 1213 (!) übergal) Bischof Heinrich die Kirche zu St. Aurelien ganz und gar den Herren zu St. Thomue' (MGEGDiE. II, XIII, 240 nr. 866). Die endgültigeBestätigung durch den Bischof erfolgte 1219; vgl Keg. 851. 842

überträgt dem Kloster Schwarzach (Schwarcza) die Parochialkirehe in Stollhofeu (Stadelhofen) uud die Kapelle in Schwarzach, deren Patronat dem doster zustand, mit allen Einkünften, salvo iure cathedralis ecclesie, und mit der Bestimmung, daß iu der Kapelle einer der Mouche, in Stollhofeu ein vicarius perpetuus die gottesdieustlicheu Funktionen verrichtet. Acta sunt haec publice anno verbi incarnati 1218, iud. 6., bis testibus: Keinhardo preposito, Erhardo decano, Friderico cautore, Marco scholastico, Berchtoldo praeposito Honovgensi, Oulrico dapifero, Rudolphe preposito S. Tliomae, Ludovico chorepiscopo, Bertholdo ca- merario, Ottone. Diethelmo presbyteris maioris ecclesiae. Ego Berngerus Ar- geutinensis archidiacouus factum episcopi ratum habeo et sigillum meum appono. Testes interfuerunt Henricus vicedominus, Weruherus plebanus in Bischovisheim, Arnoldus plebauus in Scertisheim, Burchardus abbas. Berungus prior, Fridericus cellerarius, Cunradus monachus in Swarcza. Datum Argentine. VI. id. iulii, poutificatus nostri anno VI» X». Abschrift 15. Jhs. Karlsruhe, GLA. Cop. 1315 p. 313 (Text z. T. zerstört) ; Vidim. des iudex curiae Argen- tinens. von 1491 April 16. ebda. Sektion Baden-Baden ; Abschr. 18. Jhs. ebda. Cop. 78 fo. 175. 319. Cop. 136 fo. 190. Schoepflin, Als. dipl. I, 335 nr. 410 ex tab.abb. Schwarzac. ; Groß, Keichsunmittelbarkeit von Schwarzach, 22 nr. 23. Auszug in Straßb. ÜB. I, 133 nr. 169 aus Vidim. v. 1491. Erw. Karlsruhe, GLA. Cop. 1321 (16. Jh.) fo. 14 ^ Grandidier. Oeuvr. III, 287 nr. 243 ex tab. abb. Schwartzac. Bestätigung der Schenkung durch Papst Honorius III. erfolgte 1220 März 6. Abschr. 15. Jhs. Karlsruhe, GLA. Cop. 1315 p. 337; Abschr. 18. Jhs. ebda. Cop. 136 fo. 194. Schoepflin, Als. dipl. I, 343 nr. 420 ex aut. tab. abb. ; Horoy, Honori III. op. omn. III, 396 nr. 93. P. 6202 ; Pres- sutti 2351 ; Grandidier, Oeuvr. IH, 288 nr. 248 ex aut. tab. abb. Schwarczac. zu 1219 Mai 6. Eine zweite Bestätigung gab Papst Innocenz IV. 1245 März 28. Abschr. 15. Jhs. Karlsruhe, GLA. Cop. 1315 p.315; Abschr. 18. Jhs. ebda. Cop. 136 fo. 196. Grandidier. Oeuvr. III, 376 nr. 413 ex aut. abb. Schwartz. 843

erneuert mit Zustimmung des Domkapitels die durch Bischof Hermann der St. Arbogastkirciie gemacht« Schenkung (Reg. 292) mit dem Zusatz, daß ir- gend eine Verminderung der Einkünfte aus den bischöflichen Höfen die An- rechte dieser Kirche nicht schmälern dürfe. Actum presentibus et approban- tibus maioris ecclesie uostre fratribus Reinharde preposito, Wernhardo decano, Friderico cantore, Marco scolastico, Bertholdo preposito Honavigensi et Hein- rico fratre suo. Bertholdo archidiacouo, Uolrico daptfero (!), Beringero Spirensi cantore, Uolrico de Dalmazingen, Ruodolffo saneti Thome preposito, Ottone de Bonveit, Diethelmo, Heinrico vicedomiuo nostro, Wernhero Marsckalko, tribus fratribus Ludevi CO, Dietherico, Albertho dictis Kagen, duobus fratribus Alberto,

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Heinrich II.

1219

vor Jimi 24

Sept.

Hacfenau

Weruhero dictis Begern, duobus fratribus Gotfrido, Huuberto Zydeleren, Wal- thero filio sculteti Waltheri; civibus Priderico Spendario, Burckardo sculteto de Eheuheim, Erboue iudice, Petro, Wezeloue iudice, Conrado Vitulo. Burckardo Kipelin et aliis quampluribus. Anuo domiuice incarnatiouis 1218, pontificatus nostri anno 16. Abschr. 16. Jhs. Straßb. B.-A. G 1700 fo. Ifx Gallia Christ. V, 491 ex arch. Argent. episc. ; Würdtwein, Nova subs. XIII. 232 ur.43 ex cbarfc. sive libro indulgentiarum eccl. S. Arbog. fo. 15; Stralib. ÜB. ], 138 nr. 170 aus Abschr. 16. Jhs. Erw. (18. Jh.) Straßb. B.-A. G 2679 p. 291. 293. . 844

schließt de consensu et consilio cajtituh et prudeutum tarn ministerialium quam civium einen Vertrag mit dem Straßburger Vogt Anshelm über die ihm vom Bischof und der Straßburger Kirche übertragenen Lehen. Anshelm resigniert dem Bischof alle seine Lehen und erhält sie unter der Bedingung zurück, daß jeder Bruch des Vertrages durch ihn deu Verlust aller Lehen nach sich zieht. In der Straßburger Stadtvogtei sollen ihm seine Blutsverwandten Heinrich und Marquart, pueri de Hunisvelt, nachfolgen, die dann Heinrich oder sein aus dem Domkapitel hervorgegangener Nachfolger mit dem Amt ohne irgend welche Schädigung oder Abgabe (solario memoriali) zu belehnen hat. Anshelm ver- spricht, den gesamten Besitz mit allem Zubehör und allen abhängigeu Leuten, besouders im oppidum Kiuowe, der villa Capele und der advocatia in Ebirsheim, in keiner Weise zu veräußern oder zu verpfänden, so daß nach seinem Tode Alles unversehrt an die Kirche zurückfalle. Die entsprechende Verpflichtung übernehmen Bischof und Domkapitel. Bischof Heinrich wahrt für sich, aber nicht für seine Nachfolger, das Eecht, den Teil der erwähnten Besitzungen, der ultra flnmen Kintzicha inferius gelegen ist, nach sei)iem Belieben zu ver- leimen. Die A'^ogtei in Ebersheim verbleibt dem Vogt Anshelm oder seinen Neffen Anshelm und Egelolf, milites de Eapoltisteine, oder wem er sie sonst bei seinem Tode hinterläßt, für 200 Mark verpfändet. Doch müssen die Erben Besitzungen von gleichem Wert der Straßburger Kirche zu Lehen auftragen, ausgenommen den Fall, daß der Vogt die 200 Mark für eine fromme Stiftung verwendet. Außerdem verpflichtet sich Bischof Heinrich, seine Kirche bis zum Betrage von 100 Mark durch diejenigen schadlos zu halten, denen er die Besitzungen jenseits der Kinzig übertragen wird. In diese Summe von 200 Mark sind die 50 Mark einzurechnen, für welche die genannte Vogtei Ebersheim gegenwärtig denen von Kappoltstein verpfändet ist. um die Rückzahlung der übrigen 150 Mark sicherzustellen, verpfändet der Bischof für 50 Mark seine curtis in Bischofsheim (Biscovisheim), und für 30 Mark 9 Talente Einkünfte aus dem vicus Argentinensis. Von der übrigbleibenden Summe kann er nach Gutdünken 40 Mark zurückzahlen oder dem Anshelm dafür die curia advocati in platea vituli übergeben : hinsichtlich der letzten 30 Mark hingegen kann der Vogt bestimmen, ob ihm Auszahlung oder an deren Stelle Belehnung mit der bischöflichen villa in Nordhausen (Northus) erwünscht ist. Anshelm verspricht schließlich unter Eid,^den Vertrag getreulich zu halten und auf alle exceptiones vel iure civili vel canonico sibi competentes zu verzichten. Acta sunt hec anno domini 1219, iml. 7. Testes huius rei sunt: R. maioris Argentinensis ecclesie prepositus. B. decanus, F. cantor, Ou. scolasticus, L. et R. choriepiscopi, H. portarius eiusdem ecclesie ; Heinricus et L. nobiles viri de Liehtenberc ; Walterus de Argentina, A. et W. Begere, D. Stehellinus, D. burcgravius ministeriales; Fridericus Dispensator, Burchardus de Ehenheim, Erbo iudex, Sifridus minister fratrum et alii quamplures. Or. Straßb. B.-A. G 37. Von den drei Hänge- siegeln nur das mittlere, das des Bisehofs (II) erhalten. Schoepflin, Als. dipl. I, b37 nr. 413 aus Zaberuer Abschr. ; Straßb. ÜB. I, 142 nr. 180 aus Or. ; Rap-

I poltsteiner ÜB. l, 67 nr. 55. Grandidier, Oeuvr. III, 287 nr. 244. Vgl.

I Fritz, Territorium, 110:Hessel, Arch. iUrk. Forsch. VI, 273. 845

' Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II., in welcher dieser dem Papst Hono- i rius III. die Versprechungen erneuert, die er seinem Vorgänger am 12. Juli

Heinrich II.

23

1219

Sept. 11

Hagenau

Sept. 11

Sept. 18

vor Okt. 22

Haffeuan

Hagenau

1213 gemacht hatte. Huillard-ßrehoUes I, 675; 66. BF. 1050.

MG. Const. II, 77 nr. 65. 84(5

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs IL, worin dieser der Stadt Straßburg die von seinen Vorgängern verliehenen Privilegien bestätigt. Or. Straßb. St.-A. AA a 1 nr. 5. Schoepflin, Als. dipl. I, 338 nr. 414 aus Abschr. 14. Jhs. Straßb. St.-A. Briefbuch A fo. 19 ; Huillard-Breholles I, 677 aus Or. ; Straßb. ÜB. I. 136 nr. 174 aus Or. Kappoltstein. ÜB. I, 65 nr. 52; BF. 1052. Vgl. Winkelmann, Friedr. 11. 1, 60 Anm. 3 ; Stenzel, ZGOR. NF. XXX, 71. 847

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II., durch welche dieser dem Straßburger Hospital seine Besitzungen bestätigt. Or. Straßlx Hosp.-A. nr. 2. Straßb. ÜB. I, 137 nr. 175 aus Or. Ausz. ßappoltsteiner ÜB. T, 65 ur. 53 und ZGOR. XI, 188. BF. 1058. 848

Zeuge in der Urkunde König Friedrichs II. für das Kloster Neuburg. Abschr. 18. Jhs. Straßb. B.-A. H 1063. Würdtwem, Nova subs. XIII, 236 nr.45 aus Gr.; HiüUard-Bre'hoUes I, 663 zu Aug. 17. BF. 1055. Erw. Straßb. ÜB. I, 136 nr. 173 zu Aug. 17; vgl. über die Datierung BF. a. a. 0. 841)

gibt mit Zustimmung des Domkapitels dem Propst und Kapitel von Ittenweiler eine Urkunde, in der er ihnen das Patronatsrecht über die Kirche in Holzheim verleiht. Erw. in Urkunde des Papstes Honorius' HI. vom 22. Oktober 1219. Or. Straßb. B.-A. G. 1658 (5). Regest: Wentzcke, ZGOR. NF. XXIII, 566 ur. 4. 850

beurkundet, daß das Kapitel der Straßburger St. Thomaskirche ihn um Erlaubnis ersuchte, die Einkünfte der St. Aurelienparochie im suburbium von Straßburg zum eigenen Nutzen verwenden zu dürfen. Er gewährt mit Zustimmung des Domkapitels ihre Bitte vorbehalthch der Rechte der cathedralis ecclesia, nach- dem die gestellte Bedingung, die Genehmigung des Papstes beizubringen, er- füllt war. Zeugen : Reinhardus prepositus maioris ecclesie, Bertholdus decanus. Fridericus cantor et custos, Hermannus de Erinberc portarius, Ulricus scola- sticus. Ulricus de Hovewilre dapifer, Diethelmus presbiter et ceteri canonici ; Rudolfus prepositus S. Thome, Heinricus deccanus, Dietherus cellerarius, Wern- herus pincerna et dapifer, Heinricus scolasticus, Hug portarius, Johannes cantor, Reimboldus decanus S. Petri, Cunradus portarius, Wernherus presbiter, Wal- therus presbiter, Jacobus abbas de Nüwilre, Burchardus abbas de Swarzahe, Godefridus abbas de Gengenbach. Hug prepositus S. Arbogasti et alü quam- plures. Acta sunt hecanno ab incarnacioue domini 1219. Or. Straßb. St.-A. St. Thom. B. VI. 3. Siegel (II) an gelb-rot-weißen Seidenfäden. Schmidt. Hist. du chap. de St. Thom., 299 nr. 16 aus Or.; Straßb. ÜB. I, 141 nr. 179 ebdaher. Erw. Schoepflin, Als. ill. II, 295. Vgl. oben Reg. 841. 851

richtet zusammen mit dem Domkapitel und dem Klerus von Stadt und Diözese Straßburg ein Schreiben an Papst Honorius III., in dem er auseinandersetzt, daß das Bistum seit der Zeit des Laterankonzils dur(;h Kriege sowie durch Raub und Brand ständig heimgesucht werde und harte Not leide. Er bittet daher, die vom Konzil für Zwecke des Kreuzzugs festgesetzte Abgabe des Zwanzigsten zu erlassen und dafür eine einmahge Zahlung von 200 Mark Silbers anzunehmen. Der Domkanouiker A . . und der Kustos von St. Peter B . . . werden mit dieser Summe nach Rom gesandt. Erw. in dem Sclureiben des Papstes an denDompropst Reinhard und die genannten Boten, 1220 Febr. 13, worin der Papst den Empfang der überbrachten Summe bestätigt und die Adressaten auffordert, falls der Bischof nicht innerhalb 15 Tagen nach Ein- treffen des Schreibens durch geeignete Männer die Verteilung der Summe auf die einzelnen Mitglieder des Klerus feststellen lasse und die Bezahlung der Anteile erlange, die säumigen Zahler unter Androhung kirchlicher Strafen zur

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1219

(Späte- stens) Anfang 1220

Zahlung des ganzen Zwanzigsten zu zwingen. Würdtwein, Nova subs. XIII, 243 nr.48 ex lib.sal. 1347 fo.45; Grandidier, Oeuvr.IlI, 290 nr.25ü ebdaher, mit falschem Regest, vgl. vielmehr p. 288 nr. 247; Horoy, Honori III. op. omu. in, 286 nr. 80: Straßb.UB. I, 147 nr. 182 aus Würdtwein. P.f)193; Pressutti 2329. «'>3

De consensu et consilio domiui episcopi, advocati omniumque maiorum eandem civitatem colentium" setzt ein Ausschuß der Bürgerschaft (cives Argentinensis civitatis sapientiores et honorabiliores) iustituta fest, in denen die jährliche Wahl eines Zwölferrates vorgeschrieben wird, aus dessen Mitte ein oder zwei Bürgermeister gewählt werden sollen. Alle Angehörigen des Rates sollen schwören, die Ehre der Kirche, des Bischofs und der Stadt nach bestem Können zu mehren, Stadt und gesamte Bürgerschaft vor allem Unheil zu bewahren und unparteiische Rechtspflege auszuübeu. Es folgen ausführliche Bestim- mungen über die Gerichtsbarkeit (statuta civitatis). Des Bischofs wird weiter- hin keine Erwähnung getan, nur whd bestimmt, daß, wenn besonders schwer- wiegende Angelegenheiten vor dem Bischof oder sonst zur Verhandlung stehen, zuvor die Ratsherren zusammentreten, nötigenfalls auch die Schoflen zum Rat hinzugezogen werden sollen. Sogenanntes zweites Straßburger Stadtrecht. Die handschriftliche Überlieferung der lateinischen Fassung ist nicht mehr vorhanden. Eine deutsche Übersetzung, wohl vom Ende des 13. Jhs.. findet sich im Rumplerschen Codex perg. saec. XIV., der seit 1904 im Straßb. St.-A. aufbewahrt wird. Druck nach einer verlorenen Hs. des Straßb. bischöfl. Ar- chivs bei Grandidier, Oeuvr. II, 187—215; danach Straßb. ÜB. 1, 477; Keut- gen, Urk. z. städt. Verf. 1, 102 nr.l27 u.ö. Datierung: Arnold, Verf. Gesch. d. deutsch. Freistädte 1, 328 zu 1214 19; ebenso Gaupp. Deutsche Stadt- rechte d. MA. I, 47; Hegel, Deutsche Städtechroniken IX, 928 ff. Dagegen: Winter. Gesch. d. Rates in Straßb., 31 ff. (zu 1201—02) und Wiegand, Straßb. 1:B. I, 481 (Wende d. 12. u. 13. Jhs.). Die von Winter und Wiegand gegen die ältere Auffassung geltend gemachten Gründe können jedoch uicht als stichhaltig angesehen werden. Das Edikt von 1214 (oben Reg. 798) ist nicht, wie Winter, a. a. 0. S. 32, sagt, gegen die Bildung eines Rates überhaupt ge- richtet, sondern nur gegen Einsetzung eines Rates ohne Einwilligung des Bischofs (,nisi de consensu et bona voluntate ipsius episcopi et eius conces- sione»). Wenn also vor dem Jahre 1214 schon em Rat, wenigstens der Sache nach, bestand, wie wir allerdings aus der von Wiegand herangezogenen Er- wähnung zweier consiliarii vor dem Jahre 1202 (Straßb. ÜB. I. 119 nr. 144) schließen müssen, so kann dies nur ein gegen den Willen des Bischofs usur- pierter Rat gewesen sein, und das zweite Stadtrecht, das eben den consensus und die concessio des Bischofs enthält, kann nicht vor dem Edikt bestanden haben. Man wird daher die Entstehung der Urkunde vor dem Jahre 1214, wie sie aui3er den genannten Forschern auch Gothein (Wirtschaftsgesch. d. Schwarzwaldes. IC) und Baltzer (Straßb. Studien II, 57) angenommen haben, nicht mehr ernsthaft in Betracht ziehen dürfen, sondern das Datum der Kott- weiler Urkunde unter allen Umständen als terminus post quem festlegen müssen. Es kann hiefiir besonders auf Rietschel verwiesen werden, der seine Rückkehr zu der älteren Anschauung Arnolds und Gaupps ausführUch be- gründet hat (Deutsche Zs. f. Geschichtswiss. NF. I, 43 ff.), während andere Darstellimgen, für welche die Datierungsfrage von sekundärer Bedeutung ist, sich mit kurzen Andeutungen begnügten (Foltz, Beitr. z. Gesch. d. Patriziats, Marb. Diss. 1899, 21 und Achtnich, Bürgerstand in Straßb., 30. 37). Auf der anderen Seite muß allerdings den Gründen, welche Rietschel und seine Vor- gänger für die Aufzeichnung des Stadtrechtes vor dem Jahre 1219 geltend gemacht haben, zwingende Beweiskraft abgesprochen werden. Wenn in einer bischöflichen Urkunde des Jahres 1215 zwei Bürgermeister als Zeugen er- scheinen (oben Reg. 824) und wenn Friedrieh II. im Jahre 1219 ein Schreiben an den Stadtrat richtet (Straßb. ÜB. I, 135 nr. 172), so ist hieraus nur das Eine mit Sicherheit zu erkennen, daß der Rat „wenigstens seit 1215 in an-

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1319

erkannter Wirksamkeit" bestand (Hegel, Deutsehe Städtechron. IX, 928). Mau wird es nicht uur für möglich souderu sogar durchaus für wahrscheinlich halten dürfen, daß auf üruud des Kottweiler Edikts gleichsam gewohnheits- rechtlich vou Jahr zu Jahr zwischen Bischof und Bürgern hinsichtlich des Bates eine Einigung erfolgte, ohne daß zunächst eine ausdrückliche Beur- kundimg stattfand. Für die exakte Datierung des eigentlichen Vertrags- abschlusses wird sich aus dem Inhalt der Urkunde selbst schwerhch irgend ein geeigneter Anhaltspunkt ergeben. Es dürfte eher zum Ziele führen, wenu wir die Frage aufwerten: Wann haben Bischof und Bürger gleicherweise ein Interesse daran gehabt, den bestehenden Rechtszustand schriftlieh zu fixieren? Dies war nun offenbar der Fall, als um die Wende der Jahre 1219 und 1220 der schon früher vorhandene Gegensatz zwischen Kaiser und Bischof (vgl. oben Reg. 838) anläßlich der Frage der Straßburger Vogtei, welche die Rechte der Stadt nicht weniger berührte als die des Bischofs, akut zu werden drohte. Das im Januar 1220 zwischen Bischof, Kapitel, Ministerialen und Bürgern ge- troffene Abkommen über die Vogtei (Reg. 854), ein Schutz- und Trutzbündnis, zu dessen Beobachtung auch der jeweils eingesetzte Rat verpflichtet werden sollte, legt die Vermutung nahe, daß eben um dieselbe Zeit, spätestens also doch wohl zu Anfang des Jahres 1220, Bischof und Stadtgemeinde ihrem tat- sächlich bereits seit einigen Jahren bestehenden cousensus in der Frage des städtischen Rates nunmehr urkundlichen Ausdruck verliehen, um auch von dieser Seite jeden Konfliktsstoff auszuscheiden. In Ermangelung aller äußeren Anhaltspunkte für die Datierung dürfte dieser inneren Wahrscheinlichkeit, die sich aus dem Zusammenhang der bischöflichen Politik zwanglos ergibt, eine entscheidende Bedeutuug beizumessen sein; vgl. hierzu die Darstellung von Hessel, Arch. f. ürk. Forsch. VI, 272 f. Über die Cberliefenmg des Stadtrechtes und das Verhältnis der deutschen zur lateinischen Fassung vgl. , 220 gegßii C^ro (Hist. Viertel] ahrsschr. II, 77) besonders Keutgen (ebda. III, 78). 853

Jan trifft, um den seiner Kirche drohenden Verlusten zu begegnen, mit dem Dom- kapitel sowie mit den ministeriales und cives folgendes Abkommen: Er ver- pflichtet sich eidlich, die Straßburger advocacia keinem Kaiser, König, Herzog oder deren Abkömmhngen zu überlassen oder sie auf irgend eine Weise zu entfremden, ferner kirchliche Besitzungen oder Sachen im Wert von mehr als 50 Mark ohne Zustimmung der genannten Vertragschließenden nicht zu ver- äußern. Andererseits schwört das Domkapitel, dem Bischof bei dem Erwerb nötiger Geldsummen behilflich zu sein. Zugleich versprechen R. prepositus, B. decanus, F. cantor, ü. scolasticus, B. camerarius, H. portarius, R. sancti Thome prepositus unter Eid, daß jeder von ihnen, falls er einmal Bischof würde, sieh zur Einhaltung des die Vogtei betreffenden Artikels als verpflichtet ansehen oder aber Heinrichs Nachfolger dazu veranlassen werde. Endlich schwören die ministeriales ecclesie ac burgenses civitatis (weiter unten mini- steriales und cives genannt) : Walterus filius sculteti quondam, Dietricus Sta- helli, Ditricus burgravius, Ludewicus et Albertus Gagen, Albertus et Wer. Bager. Murrhart, Herbo iudex et magister tunc burgensium, F. Dispensator, Sivridus minister firatrum, Purcart Ripli, We(^e\ iudex, Cüno et Herbo fratres filii Die- mari, Nicolaus, U. Loseli, Herbo iuvenis, Rempot Vitulus, G. Vetusfrumentum, Person, Sachen und Besitzungen Bischof Heinrichs und seiner Nachfolger, die den Eid bezüglich der Vogtei leisten, sowie aller Kanoniker und des Klerus der ganzen Stadt in omni emunitate et libertate exactionum infra civitatis ambitum gegen jedermann zu schützen, ferner das consilium, quandocumque fuerit renovatum vel immutatum, sowie alle Mitglieder desselben und alle andern in Betracht kommenden ministeriales und cives zur Übernahme der gleichen Verpflichtung anzuhalten. Acta sunt hec anno domini 1220 mense ianuarii, Honorio papa residente et F. rege Romanorum regnante. Gr. Straßb. St.-A. AA u. nr. 1390. 3 Hängesiegel an Hanffäden: 1. Domkapitel. 2. Bischof (II), schlecht erhalten. 3. Stadt, Frgt. Schoepflin, Als. dipl. I, 341 nr. 419 aus Abschr. 14. Jhs. Straßb. St.-A. Gart. A fo.53'; Straßb. ÜB. 1, 145 nr. 181

RcgeäteD der Bischöfe von Üüaßburg. *

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1220

April

Juni 20

Juli 20

Straßburg

aus Or. Grandidier, Oeuvr. 111. 289 nr. 254 ; BFW. 10852. Vgl. Deutsche Städteclironikeu VIII, Einl. p. 27; Wiuter, Gesch. des Kats, 53fl'. ; Nitzsch. Ministerialitiit, i364 ; Hessel, Areh. f. Urk. Forsch. VI, 273. Siehe auch uuten Reg. 865. 854

entscheidet einen Streit, der zwischen dem Dompropst Reinhard in seiner Eigen- schaft als Administrator von St. Leonhard und Burchard de Blide über die Vogtei des genannten Klosters ausgebrochen war, folgendermaßen: Burchard verspricht, auf die Bezüge, die seinen Vorgängern im Vogtamte zustanden, zu verzichten, solange die Administration des Propstes dauert. Er stellt dafür als Bürgen Waltherum de Argentina, Diethericum Stehellinum, Albertum Begere. Wernherum fratrem suum, Burckardum et Albertum filios eiusdem, Albertum de Hermotisheim. Dagegen sichert Reinhard zu, daß er die Abtei bonafide tarn in temporalibus quam in spiritualibus verwalten werde. Acta sunt hee publice anno iucarnatiouis domini 1220, ind. 8.. mense Aprili. Huius rei festes sunt: Fridericus cantor, U. scolasticus, E. de Erenberc, R. de Liehtenberc. Fridericus de Hagenow, Arnoldus plebanus de Scertisheim. Godefridus plebauus de Rin- stete. portarius de flasela, Heinricus camerarius episcopi, Burchardus miles de Utenheim, Diethericus de Kunigisheim et alii quam plures. Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. 2, 3 fo. 142 ex autogr. tab. coUegiatae s. Leo- nardi. Schoepfliu. Als. dipl. 1, 340 nr.417 aus Or. Grandidier, Oeuvr. III. 291 nr. 256; Straßb. ÜB. I. 148 nr. 183. 856

erhält, ebenso wie der Erzbischof von Mainz und der Herzog von Osterreich, von Papst Honorius III. den Auftrag, bei König Friedrich die Freigabe des Grafen Rainer (von Sarteano) zu betreiben. Würdtwein, Nova subs. IV, 110; Huülard-BrehoUes I. 794 ; MG. Epp. saee. XIII. 1, 85 nr. 120 ; Horoy, Honori III. op. omn, III, 450 nr. 155. BFW. 6378 ; Böhmer- Will, Reg. archiep. Ma- gunt. II, 176 nr. 358; P. 6275; Pressutti 2499. Zur Sache des Grafen Rainer vgl. BF. 1097; Winkelmann, Friedr. II. I. 129. 866

entscheidet consilio prudentum viroruiu. videUcet Reinhardi prepositi. Oulrici scolastici et Alberti de s. Martino Argen tin. eccl. canonicis (!) et Alberti Bageronis militis et Erbonis iudicis den Streit um die dinglichen und persönlichen Zehnten der St. Aurelienkirche im suburbium von Straßburg, der zwischen dem Propst Rudolf von Liehtenberc und dem Kapitel von St. Thomas einerseits, dem Schult- heißen Burchard von Ehenheim und dem Pfarrer Johannes von St. Andreas andererseits ausgebrochen war. Die Entscheidung geht dahin, daß Propst und Thomaskirche die Zehnten unverkürzt entgegennehmen, dann aber alljährlich vor dem 8. September (ante festum nativitatis sancte Marie) dem Pleban von St. Andreas und seinem patronus eine pensio von dreißig quartalia Weizen und ebensoviel Roggen abliefern. Ausgenommen von dieser Bestimmung werden einige Höfe in Königshofen. deren Zehnten geteilt werden, und bei St. Arbo- gast, wo dem Pleban das voUe Zehntrecht zustehen soll. Acta sunt hec anno domini 1220, ind. 8., mense iulii in claustro maioris ecclesie, presentibus et recognoscentibus fratribus nostris maioris ecclesie canonicis: Bertoldo decano, Friderico cantore, Bertoldo camerario, Hermanno portario, canonicis quoque sancti Petri Reinboldo decano, Brunone custode, Cünrado portario, presentibus etiam et recognoscentibus laicis ministerialibus et civibus nostris : Üualtero de Strazeburc, Dieterico burgravio, Dieterico patruo eiusdem, Humberto Cidelario. Burchardo de Lapideaporta, Friderico Dispensatore, Johanne de Kunegeshoven, Heinrico de IJuizeuburc, Cünrado Virnecorn, Sifrido de Rossemärchet, Uuezelone iudice et aliis quam pluribus. Or. Straßb. St.-A. St. Thom. B. VI. 4. Siegel an Seidenfaden : 1. Domkapitel, Frgt. 2. Bischof (II), Frgt. 3. Stadt, abgef. Transsumpt des Bischofs Berthold, siehe unten Reg. 1035. Schoepflin, Als. dipl. I, 343 nr. 421 aus Transs. ; Ch. Schmidt, Bist, du chap. de St. Thomas, 300 nr. 17 aus Or.; Straßb. ÜB. I, 148 nr. 184 aus Or. Grandidier, Oeuvr.

Heinricli IT.

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1220

Aug. 31

Straßburg

Dez. 4

vor Dez. 16

Straßbvirg

III. 291 nr. 257 nach dem Transs. Erw. Straßb. St.-x\. St. Thom. B. VI. 7. Vgl. Straßb. ÜB. II, 149 nr. 190. 857

inkorporiert habito concilio religiosarum personarum dem Kloster Maursmünster, das infolge der Thronwirren und anderer Streitigkeiten im Reich, infolge der Übergriffe der Vögte, der Feindseligkeiten der Herzöge und anderer Großen in starke Not geraten war. die obere Parochie (paiTOChia superior nomine) vor- behaltlich der Rechte der cathedralis ecclesia. Der Abt soll dort einen Vikar einsetzen und mit einer Pfründe ausstatten. Datum apud Argentinam, II. kal. septembris. anno domiuice incarnationis 1220. Or. Straßb. B.-A. H 541 (6). Sieg, abgef. Würdtwein, Nova subs. XIII, 245 nr. 49 ex autogr. tab. Mauri- mon. Grandidier, Oeuvr. III, 291 nr. 258. Der Text der Urkunde stimmt -wörtlich überein mit der ürk. f. Schwarzach, oben Reg. 843. Die Verleihung wird durch Papst Honorius III. bestätigt 1220 Sept. 25. Or. Straßb. B.-A. H 541 (7), Bulle abgef. Würdtwein, Nova subs. XIII, 247 nr. 50 ex autogr. tab. Maurimon.; Horoy, Honori III. op. omn. III, 545 nr. 68. Grandidier, Oeuvr. III, 293 nr.262; P.6369; Pressutti2728. Vgl unten Reg. 904. 858

erhält zusammen mit dem scholasticus und einem Domkanoniker von Papst Honorius III. den Auftrag, in dem zwischen dem Metzer scholasticus J. und dem maxister G.. cantor in Toul, wegen der Metzer Schulherrenstelle (scolastria) schwebenden Prozeß sich che bisher ergangenen päpstlichen Schreiben vorlegen zu lassen und diejenigen Richter, deren Zuständigkeit er festgestellt habe, zur Entscheidung des Prozesses zu veranlassen. Dat. Laterani. II. non. dec, pontif. nostri anno quinto. Pressutti 2822 aus Reg. Vat. XI fo. 40. 859

bestätig-t dem Propst A. von Niederb aslach die von seinen Vorgängern F. und A. (vgl. oben Reg. 835) vorgenommene Erhöhung der Pfrüudenbezüge an Brot und Wein. Erw. in Urkunde Honorius' III. vom 16. Dez. 1220. Or. Straß- burg, B.-A. G. 5224 (1), mit BleibuUe. 860

bestätigt dem Kloster Allerheiligen im Schwarzwald, welches von Herzog Welpho von Schauenburg (Scouwenburch) und seiner Gemahhn üota, von Bischof Konrad v. Straßburg sowie von Hugo von üllenburg (Ulmeneburch) und Herzog Berthold von Zähringen (Zaringen) begründet und durch Schenkungen be- günstigt worden war, den Platz, auf dem das Kloster selbst steht, das Spital der hl. Simon und Judas bei Gamshurst (Gammenshurst), das Spital der hl. Jakobus und Johannes bei Urloffen (Urlefheim), den Patronat der Kirche in Nußbach (Nuzpach) sowie das von Bischof Konrad verhehene Gut Crisebon (vgl. oben Reg. 735) und alle sonstigen Besitzungen. Dat. in palacio nostro Argentine anno dominice incarnationis 1220 ind. 8., hiis testibus: Reinardo maiore preposito, Friderico cantore, üohrico scolastico, Alberto preposito de Haseiahe, Heinrico vicedomino, Walthero uothario; ex ordine militari: Walthero de Argentina, Alberto et Wernhero Bagariis, Volmaro de Heiterbach et aliis quam pluribus. Or. Karlsruhe, GLA. 34/4. flängesiegel an grün- rosa Seidenfäden, abgef. : Transsumpt durch scultetus et iusticiarn Tabernarum Alsaticarum von 1572 Nov. 27. überliefert in Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Cop. 4, p. 1. Cop. 19, p. 15. Gall. christ. V, 496 nr. 36 aus Transsumpt. Grandidier, Oeuvr. III, 239 nr. 124 aus Transsumpt. Erw. Straßb. ÜB. I, 151 nr. 186 aus Or. ^61

bestätigt dem Straßburger Spital die großenteils wörthch wiederholte Urkunde Bischof Bm-chards von 1143 (oben Reg. 493). Acta sunt autem a nobis hec anno ab incarnatione domini nostri Jesu Christi 1220. ind. 8., regnante Fride- rico rege anno regni eius 8. Testes huius sunt: Reinhardus maior prepositus, Berhtoldus decanus, Fridericus cantor et custos, Oulricus scolasticus, Berhtoldi (!) camerarius, Hermanus portarius; Heinricus advocatus, Walterus, Albertus Be- ger^, Diethericus burcgravius, Diethericus Stehellinus, Albertus Cago et Lude-

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Heinrich II.

1220

1221

Frühjahr

April 15

April 29

Mai

Avicus, Sifridns de Offewilre, Burchardiis de Ehenheim, Erbo iudex, Fridericiis Dispensator, Petrus procurator domus hospitalis. Rudolfus scultetus, Cunradus Vimecorn, Erbo iunior, Johannes et alii quamplures. Or. Straßb. Hosp.-A. nr. 22. Hängesiegel des Bischofs (II) an grün-rosa Seidenfäden. Straub. ÜB. I, 151 nr. 187 aus Or. 862

unternimmt pro negotio ecclesie sue zum zweiten Mal eine Reise nach Eom. Bericht im Chron. Ebersh. MG. SS. XXIII, 450. Der Anlaß zu dieser Reise kann sowohl in der Frage der staufischen Kirchenlehen wie in den Bedräng- nissen gesucht werden, welche der Straßburger Kirche besonders von ihren Vögten bereitet wurden und auf deren Abstellung die beiden Bestimmungen des Papstes von April 1221 gerichtet waren (Reg. 864. 865). Mit den letzteren wird man also die Romfahrt in engen zeitlichen Zusammenhang bringen können, wofür auch die Tatsache spricht, daß uns von 1220 Dez. bis 1221 Mai keine bischöflichen Urkunden überliefert sind. Vgl. Bloch, N. A. XXXIV. 172; Steinacker, Reg. Habsb. 119. 863

erhält von Papst Honorius III. auf seine Bitte hin zusammen mit dem Domkapitel die Erlaubnis, die Bedränger der Straßburger Kirche zu exkommunizieren und ihr Gebiet mit dem Interdikt zu belegen. Diese Befugnis, die ihm für die Dauer von drei Jahren zusteht, soll er indessen nicht gegen kaiserliche und könig- hche Personen anwenden dürfen. Reg. Vat. XI. fo. 107. Pressutti 324 1,

Straßb. ÜB. IV, I, 11 nr. 18. 864

Papst Honorius III., veranlaßt durch eine Bitte des Straßburger Domkapitels, erteilt dem Bischof Heinrich von Straßburg den Auftrag, die Kirchen seiner Diözese vor den Anmaßungen der Vögte zu schützen und verbietet ihm, frei- werdende Vogteien weiterhin zu verleihen. Der Bischof soll vielmehr darauf bedacht sein, solche Vogteien zum Nutzen seiner Kirche zu verwenden und besonders darauf achten, daß nicht eine Kirche mehrere Vögte annimmt und das niemand adoptionis iure die Nachfolge in einer Vogtei erhält. Reg. Vat. XL fo. 121 '. Schoepfiin, Als. dipL I, 341 nr. 418; Horoy, Honori 111. op. omn. 111, 793 nr. 365. Grandidier, Oeuvr. III, 290 nr. 255 über einem nicht dazugehörenden Text und fälschlich zu 1220; BFW.6454; P.6644; Pressutti 3315; Straßb. ÜB. IV, I, 11 nr. 19. Erw. Groß, Gerettete Wahrheit etc., 43.

Vgl. zum Inhalt Winkelmann, Friedrich II., I, 67 Anm. 3. 365; siehe auch oben Reg. 854. 866

beurkundet, er habe auf Ansuchen des Abtes Gotefridus von Gengenbach an den Papst ein Schreiben gerichtet mit der Bitte, das Kloster wieder in den Besitz der St. Martinskirche in Gengenbach zu bringen, die ihm entfremdet worden war. Der Papst habe diese Sache den Äbten von Schwarzach (Swarzahe) und Alpirsbach und dem archipresbyter von Oberkirch (Oberchirchen) zur Ent- scheidung übertragen und dann deren diffinitiva sententia, die den Wunsch des Abtes Gottfried erfüllte, bestätigt. Bischof Heinrich erklärt sich auch seinerseits mit dieser Entscheidung einverstanden unter der Bedingung, daß jedes ius episcopale in der genannten Kirche dem Bischof vorbehalten bleibe und daß der Abt daselbst einen ständigen Vikar einsetze. Acta anno do- minice incamationis 1221, in mense maio. Or. Karlsruhe, GLA. 30/62. Siegel an grün-gelb-roten Seidenfäden abgef. Guillimann, De episc. Ar- gent. 270. Schulte, ZGOR. NF. IV, 98 nr. 5. Erw. Lünig, Reichs- archiv XVIII, 291. Bestätigungen dieser Übertragung erfolgten 1. durch Propst Reinhard, Dekan Bertold, Kantor Friedrich, Scholasticus Ulrich und das ganze Domkapitel. Or. Karlsruhe, GLA. 30/62, ohne Datum. Siegel d. Domkapitels an grünen Seidenfäden, Frgt. Reg. Schulte, a. a. 0. nr. 7.

Erw. Straßb. ÜB. IV, I, 12 nr. 21. 2. durch Bischof Berthold, s. unten Reg. 916. 3. durch Bischof Heinrich III. s. unten Reg. 1193. 4. durch Papst

Heinrich II.

90

1221 I

nach Mai 4

Aug. 25

lunocenz IV. 1247 Juli 11. Berger, Keg. Innoc. IV. 3073. Straßb. ÜB. IV, I, 78 nr. 120. 866

beurkundet, 'daß der zwischen Propst B. und den Brüdern des Stifts Honau und dem bischöflichen Marschall W., ihrem Vogt, bestehende Streit, der bis zum völligen Verlassen des Stifts geführt hat, durch unten genannte Vermittler beigelegt sei. Der Marschall und seine Neffen Egel, und W. von Mundingeu versprechen in die Hand des Bischofs, von jeder Belästigung der Honauer Kirche abzustehen. Verletzen sie ihr Versprechen, so sollen die Stiftsmitglieder vom Marschall Entschädigung fordern ; weigert er diese, so soll die Klage an den Straßbm-ger Bischof oder bei dessen Säumnis an das Domkapitel gehen. Für den Fall, daß der Marschall durch vier Wochen ablehnt, die bestimmte Genugtuung zu gewähren, erteilen Bisehof und Domkapitel dem Stift die Voll- macht, Kirche und Kapitel nach Straßburg zu verlegen. Acta anno domini 1221. (Diese Datierung steht zu Beginn der Urkunde unmittelbar nach der Invocatio). Mediatores : prepositus maior dominus K., dominus H. de Erinberc, plebanus S. Martini, T. SteheUinus. Testes: üol. scolasticus, W. Begere, do- minus R. de Denge Argentinensis canonicus, H. Cydelarius, L. Cago, W. de Wolfgangisheim, portarius de Haseiahe, plebanus de Scherzheim, Wezel iudex et alii quamplures. Or. Straßburg, B.-A. G 4213 (3). Drei Hängesiegel be- schädigt: 1. Bischof (II?). 2. Marschall Warner. 3. Domkapitel. Würdt- wein, Nova subs. XIII, 257 nr. 57 ex lib. albo s. Petri senior, fo. 71 : Straßb. ÜB. I, 153 nr. 190 aus Or. Grandidier, Oeuvr. III, 294 nr. 267 ex lib. alb. Die Datierung ergibt sich daraus, daß in einer Urkunde Honorius' III. von 1221 Mai 4 (Pressutti 3343; vgl. Straßb. ÜB. IV, I, 12 nr. 20) der Streit als noch fortdauernd vorausgesetzt wird. Den Vergleich bestätigt Hono- rius III. 1224 April 23. Or. Straßb. B.-A. G. 4209 (3), Bulle abgef. Würdtwein, Nova subs. XIII, 269 nr. 64 ex lib. alb. fo. 58. P. 7225; Gran- didier, Oeuvr. III, 297 nr. 272, z. J. 1223. Vgl. unten B-eg. 997. 867

Die Äbte H. von Murbach, . . von Neuburg und Graf S. de Werda, die Kaiser Friedrich II. auf Bitten des Papstes Honorius' 111. als imperatorie maiestatis iudices delegati eingesetzt hat, entscheiden mit Eat und Willen des Kanzlers, des Schultheißen von Hagenowe und anderer prudentes den zwischen dem Kaiser und der Straßburger Kirche schwebenden Streit dahin: Der Straßburger Kirche gehören Rheinau (Rinawgia) mit allem, was der dortige Vogt bis zu seinem Tode besessen, Mühlhausen (Mulnhusen) und Wasselnheim (WazeLn- heim) mit allem Zubehör und allen Rechten, ausgenommen einen Teil des kaiserlichen Allods in Mühlhausen, den aber der Kaiser und seine Erben der Straßburger Kirche als Eigentum zu überlassen haben. Alle Ministe- rialen und Leute der Kirche sind ihr, ohne Rücksiebt auf Freilassung durch den Kaiser oder andere Hinderuugsgrimde, zu restituieren, auch haben sie nur vor dem Bischof oder vor seinen iusticiarii Recht zu suchen. Doch die- jenigen von ihnen, die an einem Ort more civium ihren dauernden Wohn- sitz und ihre bestimmte Behausung innehaben, können entweder daselbst verbleiben, ohne aber ihre der Kirche schuldigen Pflichten zu vernach- lässigen, oder jederzeit ungestraft zur Straßburger Kirche zurückkehren. In der Folgezeit darf niemand mehr ohne Erlaubnis des Bischofs in eine der kaiserlichen Ortschaften pro cive vel mansionario aufgenommen werden. Ferner ist der Straßburger Kirche das Patronats- und Zehntrecht sowie der Hof und das Steinerne Haus zu Molsheim und der Markt zu Ettenheim, endlich die vom Schultheißen beanspruchten Leute von Zabern und alle Orte der Grafschaft (comitie) deren Zugehörigkeit zur Kirche der Bischof beschwört, zurückzustellen. Die Münze in Schlettstadt (Slezestat) ist zu beseitigen. Andererseits verbleibt die volle Gerichtsbarkeit über die Bürger in den Gütern der Kirche von Ofienburg, die Herzog Berthold von Zähringen von der Straßburger Kirche zu Lehen trug, mit Ausnahme der an das Straßburger Domkapitel zu entrichtenden Abgaben

30

Heinrich II.

1221

Herbst

Gegen Jahres- ende

(census), dann alle Leute von Rosheim (Rodesheim), schließlich das den jetzigen Streit veranlassende alte und väterliche Lehen in Molsheim, Mutzig (Muezichen) und Bischofsheim dem Kaiser und dessen Sohne unter denselben Bedingungen, wie es Friedrich L besaß, trotz des inzwischen erfolgten Verzichtes Kaiser Hein- richs VL Testes autem in quorum presentia hec sunt acta sunt : R. prepo- situs Argeutinensis, C. prepositus de Tanna, F. cantor, U. scolasticus, B. ca- merarius, R. prepositus s. Thomt^ Argeutinensis, Ul. de Boll(ingen) imperialis aule notarius, M. de Malberc, B. de Geroldeseke, W. de Strazburc, tres Baga- rones, ü. Zidelarius et alii quamplures. Acta sunt hec anno domini 1221. ind. 9., VIII. kal. septembris. -^ Or. Straßb. B.-A. G 38. Von 8 Siegeln nur noch eines z. T. erhalten, das dem Kanzler Konrad, Bischof von Metz und Speier, zu gehören scheint (. . HVNR . . . GEL). Lückenhaft bei Schoepflin, AJs. dipl. I, 347 nr.427 ex lib. sal. 1347; Winkelmanu, Acta imp. ined. I, 482 nr. 603 aus Or. Grandidier, Oeuvr. III. 293 nr. 261 ; BFW. 10881. Erw. Straßb. ÜB. I, 152 nr. 189 ; Moßmann, Gart, de Mulhouse I, 2 nr. 6. Vgl. Winkelmann, Fr. IL I, 365; Gothein, Wirtschaftsgesch. d. Schwarzwaldes, 133 ; Hanauer, Etud. e'conom. 64 f ; Nessel, Münzgesch. 78 f. ; Fritz, Terri- torium, 19. 69 f.; Kienen, Territorium, 106 fi'.; Hessel, Arch. f. ürk. Forsch. VL 269. 868

Die Entscheidung, welche die Abte von Murbach und Neuburg und Graf Sigebert von Wörth in deui zwischen dem Kaiser und der Straßburger Kirche schwe- benden Streit um die Kirchenieheu getroffen hatten (Reg. 868), wird auf einem Tage zu Würzburg von König Heinrich (VII.) und den versammelten Fürsten gebilligt. Bericht in dem Schreiben des Erzbischofs von Mainz und anderer Bischöfe an den Kaiser, Reg. 870. BF. 3862. Vgl. Winkelmann, Friedr. EI. I, 365. 869

Brzbischof S(iegfried) von Mainz und die Bischöfe von Worms, Halberstadt, Augsburg, Chur und Verden, in sancto conciHo Moguntino nuper congregati, bitten und ermahnen den Kaiser, die von den Äbten von Murbach und Neu- burg, dem Grafen Sigebert von Wörth, sowie vom kaiserlichen Kanzler, dem Schultheißen von Hageuau und andern Getreuen über die Frage der Straß- burger Kirchenlehen getroffene Entscheidung (Reg. 868), die auch von König Heinrich und den Fürsten auf dem Würzburger Tage gebilligt worden sei (Reg. 869), nun auch seinerseits anzuerkennen. Grandidier, Oeuvr. HL, 304 nr. 294 ex lib. sal. summi capit. Argent. fo. 8. BF. 3862 ; Böhmer- Will, Reg. Archiep. Magunt. IL 181 nr. 408. Vgl. Wiukelmann, Friedr. II. L 365 ; Fritz, Territorium, 71 ; Hauck, Kirchengesch. Deutschlands V, I, 135 Anm. 1. 870

beiurkundet das Folgende : Der Pro])st von Niederhaslach (Haselac) übertrug die vakante Kirche in Dahlenheim (Talhem) dem Priester Ulrich, den der Archi- diakon auch investierte; die Pfarrkinder aber widersetzten sich ihm und maßten sich selbst das Patronatsrecht an. In dem deshalb vor dem Bischof begonnenen Prozeß behauptete der Propst, daß das Patronatsrecht schon früher im Chor des Straßburger Münsters vor dem iudex Ordinarius den Angehörigen der Pfarrei abgesprochen worden sei, worauf der Bischof dem Propst zum Be- weis dieser Behauptung einen peremptorischen Termin bestimmte. Der Propst erbrachte dann den verlangten Beweis vor dem Straßburger Domdekan, qui tunc in iudicio vice nostra fungebatur, und erhielt durch ihn und andere Schiedsrichter das Patronatsrecht zugesj)rochen, was der Bischof jetzt bestätigt. Testibus Ruodolfo archidiacono, Ruochero canonicis maioris ecclesie, Wern- hero, Hugone portario, Sigebotone canonicis sancti Thome, decano Wernhero, Conrado, ßiurkardo, Ruodegero canonicis sancti Petri, C.cantore, Comrado, Xarulo, C. custode, L. cellerario, A. scolastieo canonicis Honaugensibus, preposito de Hagenowe, preposito de Itenwilre et ahis quampluribus. Acta sunt hec anno

Heinrich II.

31

1221

Straßburg

1222

vor JulM8

incaxnationis 1221. Or. Straßb. B.-A. G 5224 (2). Hängesiegel an Hanffäden, 1. Domkapitel, Prgt. 2. Bischof (11) Umschrift abgebrochen. Erw. Straßb ÜB. I, 154 nr. 191. Vgl. Straßb. Diöz. Bl. 19uy, 428 ; Ober, Eezeptiou, 25 ft'.

Die in der bischöflichen Urkunde erwähnten Schiedsrichter, nämlich der Domdekan Berthold, Domkantor Friedrich, Abt Otto von Maursmünster und Lampert, Prior des Hospitals in Obersteigen (Steyga) hatten beurkundet, daß der Propst vor ihnen den Beweis erbracht habe, und daß sie deshalb habito prudentum virorum cousilio ihm das Patronatsrecht zugesprochen und den Pleban Ulrich bestätigt, dem SIerboto von Malberg dagegen und den Dahlen- heimer Pfarrkindern in dieser Sache Schweigen auferlegt hätten. Diese ihre Entscheidung hätten sie coram domino episcopo Argentinensi in sinodo niani- festa et tocius cleri audientia öffentlich verkündet. Acta anno domini 1221.

Or. Straßb. B.-A. G 5224 (3). Würdtwein, Nova subs. XIII, 261 nr. 58 ex autogr. tab. colleg. Haselacen. Grandidier, Oeuvr. III, 295 nr. 268. Erw. Straßb. ÜB. I, 154 Anm. 2. 871

beurkundet und bestätigt, daß Graf Sigebert (von Wörth) mit Zustimmung seines Sohnes Heinrich der Straßburger St. Arbogastkirche für ihren Besitz im Banne Kestenholz den Zehnten erlassen habe, den er vom Straßburger Bistum zu Lehen trug imd den jetzt auch der Bischof seinerseits der genannten Kurche überläßt. Testes: Keinhardus maior prepositus, Bertoldus decanus, Fridericus cantor, Ulricus scolasticus, Hermannus portarius, Merbotco (!) de Malberg, Fridericus de Etendorf, Ludewicus de Huneburg, Lentfridus de Laudesberg, Octavus advocatus de Mollesheim et ahi cjuamplures clerici et layci. Datum in palatio nostro Argentine, 1221. Abschr. 15. Jhs. Straßb. Hosp.-A. nr. 7383 fo. 53. Erw. in der Bestätigungsurkunde des jüngeren Grafen Sigebert von Wörth vom Jahre 1252. Straßb. ÜB. I, 280 nr. 368. 872

inkorporiert auf Bitten der Äbtissin Edellindis dem Kloster Niedermünster in Hohenburg (Nidernmunster in Hohenburc) mit Zustimmung des Domkapitels und besonders des Dompropstes Keinhard, des Chorbiscbofs des Ortes, die Kirche in Ottrott (Ottenrode), woselbst das Kloster schon das Präsentations- recht besitzt. Der dort einzusetzende Vikar soll in geistlichen Dingen vom Bischof und vom Chorbischof abhängen und von der Abtei die durch den Bischof festgesetzten Bezüge erhalten. Auch soUen Äbtissin und Konvent des Klosters hinsichtlich der Kirche in Ottrott immer dem Bischof lege dio- cesana unterstehen. Acta sunt hec publice anno ab incarnatioue domini 1222, ind. 10., episcopo Honorio Komane sedi presidente anno pontificatus eins 6., regnante Friderico Komanorum imperatore gloriosissimo, anno regni eius decirao, imperii vero secundo, anno pontificatus nostri vigesimo, Edellinde abbatissa monasterii impetrante. Testes huius rei simt: Keinhardus prepo- situs, Berhtoldus decanus, Fridericus cantor, Uolricus scolasticus, Berhtoldus archidiaconus, Herrmaunus portanarius, Ludewicus archidiaconus, Alberhtus plebanus sancti Martini, Otto sacerdos, Diethelmus presbyter, Heinricus de Ohsenstein, Cunradus de Wolfa, Arnoldus de Burgein, Fridericus de Hage- nouwe, Cunradus prepositus de Itenwilre, Cunradus prepositus de Truten- husen, Dietericus plebanus de Barre, Berwardus, Kicherus canonici, Allierhtus, Nibelungus sacerdotes et alii quamplures. Zwei Or. Straßb. B.-A. G 2759 (1 und 1»). 1: Siegel des Bischofs (II) und des Domkapitels, l": Sieg. d. I3ischofs abgef , d. Domkapitels, beschädigt. Lückenhaft bei Würdtwein, Nova subs. XIII, 264 nr. 60 ex vid. in tab. episc. Tabern. Als. de anno 1323: Auszug in Straßb. ÜB. IV, L 12 nr. 22 aus Or. Grandidier. Oeuvr. III, 295 269: Wolff, Die Klosterkirche S. Maria zu Niederniünster, 13. Die

nr.

Schenkung wurde bestätigt von Papst Honorius III., 1223 Mai 2. B.-A. G 2759 (1 bis)] und 1223 Mai 17. [Or. ebda. G 2754 (3)].

[Or. Straßb. 873

32

Heinrich II.

1222

vor

Okt. 27

vor 1223

1223

Jan. 28

Januar

wird vom Propst C. von Thann davon unterrichtet, daß dieser die Kirche zu Dauen- dorf (Dochindorf) in die Hände des Abtes A. von Neuburg und seiner con- fratres, denen das Patron atsrecht über diese Kirche nebst allem Zubehör zu- stehe, resigniert habe. Der Propst fordert ferner den Bischof Heinrich sowie den Chorbischof K. von Lichtenl^erg als den Archidiakon des genannten Ortes auf. die Seelsorge daselbst dem vom Neuburger Abt zu präsentierenden Kleriker zu übertragen. Acta sunt hec anno ab ine. Domini 1222. Erw. Würdtwein, Nova subs. X, 258 nr. 12 aus Neuburger Chartular fo. 56'; Grandidier, Oeuvr. V. 337. Die Resignation bezeugt Bischof Konrad von Metz und Speier am 27. Oktober; vgl. Würdtwein, a. a. 0. nr. 11. 874

entzieht (in Basel?) in pleua synodo des Baseler Bischofs Heinrich, seines con- sanguineus, dem Kloster Ebersheimmüuster die Zehnten der St. Moritzkapelle in Sigolsheim, welche es per multa ac immemorabilia tempora unangefochten besessen hatte. Erw. in ürk. Bischof Heinrichs v. Basel v. J. 1222, worin er den Streit um die Zehnten, der auf jene contra rationem vorgenommene Entziehung gefolgt war, dmrch eine endgültige Sentenz zu Gunsten des Klosters entschied. Trouillat, Mon. de l'hist. de l'ancien eveche' de Bäle I, 487 nr. 324. Vgl. die Urkunde Bischof Heinrichs v. Basel ; Trouillat I, 486 nr. 323 : Schoepf hn, Als. dipl. I, 349 nr. 430. Grandidier. Ueuvr. III, 295 nr. 270. 875

erhält von Papst Honorius III. den Auftrag, dem Kloster Allerheiligen die Kirche in Nußbach zu übertragen. Or.-Transs. des Straßb. Offizials von 1284 Nov. 13. Karlsndie, GLA. 34/38.— Würdtwein, Nova subs. XIII, 265 nr.61 ex autogr. tab. Omn. Sanct. P. 6951 ; Pressutti 4227. Die Kirche in Nußbach (Nugbach) sowie die Besitzungen in Waltersweier (VValwilr) und ürloffen (ürlfiheim) hatte der Papst bereits am 18. Januar dem Kloster bestätigt. Or. Karlsruhe. GLA. Papstselect nr. 48. Grandidier, Oeuvr. III, 240 nr. 127 ex autogr. abbat. 876

gibt zusammen mit Propst Reinhard, Dekan Berthold, Kantor Friedrich, Scho- lastikus Ulrich und dem ganzen Domkapitel bekannt, daß zwischen ihnen und dem Grafen Hugo von Lützelstein (Luzelenstein) wegen einiger durch ihn zu- gefügter Schädigungen Streit bestanden, der aber jetzt durch Vermittlung einiger nobiles viri et discreti beigelegt worden sei. Hugo kam nach Straßburg und über- gab vor dem Bischof, dessen Ministerialen und den Bürgern von Straßburg, sowie in Gegenwart des Konrad von Riste (Ristein), seines Bruders, sein castrum Lützelstein und alle dabei liegenden Allodien im Umkreis einer Meile (mi- liarii) der Straßburger Kirche (b. Marie domine nostre) und empfing sie nach erfolgter Huldigung vom Bischof als erbüches Lehen zurück. Nach seinem Tode soll sein nächster Erbe Burg und Allodien nach Leistung der Huldigung als Lehen erhalten. Wenn bei einem Konflikt der Straßburger Kirche der Graf wegen Verwandtschaft mit dem ( iegner die schuldige Hülfe nicht leisten kann, so hat er die Burg dem Bischof zu übergeben und erhält sie nach Herstellung des Friedens zurück. Der Bischof wird dem Grafen jederzeit, wie einem seiner fideles, Unterstützung gewähren. Acta anno domini 1223 in ianuario. Or. Straßb. B.-A. G 591 (1). Von den drei angekündigten Siegeln (des Bischofs, des Domkapitels, der Stadt) ist nichts erhalten, auch nur ein einziger Schnitt in der Plica vorhanden; Abschr. 15. Jhs. ebda. G 377 fo. 83' (deutscher Text), 84 (lat. Test nach einem Transs. von 1339) beide mit id. ianuar. Schoepflin, Als. dipl. I, 340 nr. 416 z. J. 1220, deutscher Text aus G 377; Grandidier. Oeuvr. III, 295 nr. 271 ausOr., aber mit id. ianuar.; Straßb. ÜB. I, 154 nr. 192 aus Or. Vgl. Witte, Lothring. Jahrb. VII, I, 122 Anm. 2 ; Fritz, Territorium, 7 Anm. 12 ; Rev. d' Als. N. S. II (1873), 490 f. 877

Heinrich II.

33

1216- 1223

1202- 1223

1202- 1283

1202— 1223

1202— 1223 (?)

1223

Tor März 9

bittet den Papst Houorius III.. dem Zisterzieuserkloster Hohenibrst (Alte silve) das ius fundationis in der Kirche von Dorlisheim (Thoroldesseim), welches der Herzog von Lothringen mit seiner bischöflichen Zustimmung dem Kloster übertragen habe, zu bestätigen. Or. Straßb. St.-A. VDO. u. nr. 38. Hänge- siegel an Hanfschnur abgef Die Schenkung wird bestätigt von Konrad. Kardinalbischof von Porto und S. Rufina, Legaten des apostolischen Stuhls; Toul, 1224 Dez. 6. Ur. ebda. Siegel abgef. 878

fordert zusammen mit dem Domkapitel unter Verheißung von Ablaß zu Beiträgen, besonders zur Lieferung von Steinen, für den Wiederaufbau der verfallenen und von König Philipp zerstörten (Vgl. oben Eeg. 7Ü5) St. Arbogastkirche m der Straßburger Vorstadt (suburbium) auf Er bittet die Empfänger, den Über- bringer gegenwärtigen Schreibens mit Wort und Tat zu unterstützen und gibt besonders bekannt, daß er allen denjenigen, welche Steine für den Bau der neuen Kirche liefern (angariant), Ablaß für den vierten Teil ihrer läßhchen Sünden (veniaUum peccatorum) gewähre und vou den für gebeichtete Tod- sünden (pro capitalibus que confessi sunt) ihnen auferlegten Pömtenzen fünf- zehn Tage nachlasse. Abschr. 15. Jhs. Straßb. B.-A. G 1700 fo. 3. GaU. Christ V 491 nr 29; Grandidier, Oeuvr. III, 255 nr. 158 , versus 1218«; Straßb ÜB I. 134 nr. 171 z. J. 1218. -^ Grandidier, Oeuvr. III, 274 nr. 213 , versus 1210.« Erw. Schmidt. Hist. du chap. de St. Thomas. 241. Die im Straßb. ÜB. gegebene Datierung entbehrt nusreichender Begründung, da ein zeitlicher Zusammenhang mit Eeg. 844 nicht notwendig anzunehmen ist. 879

schenkt zum gemeinsamen Gebrauch der Brüder der Straßburger Kirche eine curtis cum vineis in Hermolsheim (Hermütsheim) sowie zehn Mark. ISotiz des Melker Seelbuchs zum 9. März. - ZGOR. NF. III, 90. - Eine Eintragung in demselben Seelbuch fo. 98 erwähnt außer der curtis noch ,domus cum curia sua." Straßb. ÜB. IV. I, 31 nr. 30, § 1. »»0

weiht im Kloster Altdorf drei Altäre, b. Stephani et s. Crucis, ss Blasii et Vin- centii, b Nicolai et b. Marie Magdalenae. Erwähnt in Lrkunde Bischot Konrads III. von 1283 Apr. 28 ; siehe das Eeg. zu diesem Datum. 881

Bischof Heinrich (IL?) verzeichnet die dem Abt v. Neuburg als Vogt iin Banne Dauendorf (Douchendorf) zustehenden Rechte, nämlich bestimmte jährliche Abgaben, von denen nur die homines ad imperium pertmentes betreit sind, dreimalige Leistung eines hospitium in jedem Jahr, Genchtsgefalle bei dem jährlich einmal stattfindenden bandinc und eine einmalige jährliche Zahlung ratione sive nomine foresti, quod frevil vulgariter appellatur, von der jedoch der sacrista der Kirche und dercustos agrorum (banwart), welcher das bandinc im Namen des Vogtes ankündigt, befreit sind. Dafür ist der Abt verpflichtet, den rustici des genannten Dorfes sein patrocinium zu gewahren und zwar so, daß er die Sache eines Geschädigten, der seinen Schutz anruft, durch einen Tag und eine Nacht auf eigene Kosten verfolgen ^uß. - Inseriert in einer ürk. des Straßb. Offizials von 1296 Apr. 18. Abschr. 17. Jhs. Straßbg. St-A. VDG 85 fo. 119. - Hessel, Eis. ürkk.. V nr. 5. - Die Lrk. ist wahrscheinlich Heinrich II. zuzuweisen, vgl. Hessel, a. a. 0., 8. »o^

bestätigt dem Abt v. Schwarzach das Zehntrecht zu Frankeisheim (?) - Die Zu- weisung dieser Notiz zu Heinrich II. ist zweifelhaft; vgl. unten Reg. 887. 88»

Hegesten der Bischöfe vou Slraßburg.

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Heinrich II.— Berthold I.

1223

März 9

Straßbiirg

vor Mai 5

stirbt. Jahresangabe: Anu. Marb. z. J. 1223 (Schulausg. S. 90): Ipso anno Heinricus episcopus Argentinensis obiit: Chron. Ebersheim. (MG. SS. XXIII. 451): Obiit autem episcopus Argentinensis Heinricus de Veringin buius (d. h. des Abtes Wernhers II.) anno tertio. Tagesangabe: Melker Seelbuch z. 9. März (ZGÜR. NF. III, 90) : Heinricus episcopus obiit ; Neuburger Nekrolog. Straßb. B.-A. H 1066 z. 5. März: Obiit Heinricus comes de Veringen, qui an- nuos redditus ecclesiae Daugendorifeusis monasterio incorporavit (siehe oben Reg. 774). Die späteren Angaben V. id. martii (Specklin, MGEGDiE. II, XIII, 243 nr.881; Gall. christ.V, 801 E) und 11. März (Berler, Chron. in Code bist, et dipl. de Straßb. 2 « partie, 19) beruhen wohl darauf, daß man den 9. März unter falschem Ansatz der Iden mit V. id. martii umschrieb und dann wieder aus dieser Umschreibung mit richtigem Ansatz der Iden den 11. März her- auslas. — Begraben in der St. Andreaskapelle des Münsters. Specklin, a. a. 0. ; Wimpfeling, Catalogus (1651), 58; Gall. christ., a. a. 0. 884

Berthold I. 1223-1244.

wird zum Nachfolger Bischof Heinrichs II. gewählt. Ann. Marb. Schulausg. 90 ; Chron. Ebersh. MG. SS. XXIII. 451 ; danach Specklin. Collect. MGEGDiE. IL XIII. 244 nr. 883 und Wimpfeling, Catalog. (1651), 58. Herkunft: Aus dem Geschlecht der Herzoge von Teck (Bertoldus filius ducis de Decke. Chron. Ebersh. a. a. 0.). Sein Vater war wohl Adalbert II., der Sohn jenes Adalbert. der 1187 nach dem Tode seines Bruders, Bertholds IV. v. Zähringen, zuerst den Titel eines Herzogs v. Teck angenommen hatte. Adalbert II. erscheint ur- kundlich mit seinen (nicht namentlich genannten) Söhnen i. J. 1215; vgl. C. Pfaff, Gesch. d. Herzoge von Teck, Württemb. Jahrb. f. vaterl. Gesch. usw. Jahrg. 1846, 95 Anm. 3 ; Heyck, Gesch. d. Herzoge v. Zähiingen, 505 (Eadolf- zell). 519 (Schienen). Diese Söhne sind wahrscheinlich Conradus et Bertoldus duces de Tecge. die i. J. 1214 Zeugen in einer Urkunde Friedrichs II. für Salem sind. ('v. Weech, Cod. dipl. Salem. I. 128 nr. 89; Huillard-Breholles I. 307: BF. 737); vgl. Stalin. Wirttemb. Gesch. II, 300 f. 333 ff. Die Annahme Schoepflins (Hist. Zar. Bad. I. 205. 209j, Konrad und Berthold seien nicht die Enkel, sondern die Söhne Adalberts I. (so auch (irandidier, Karlsruhe, GLA. Nachl. VIII, 10) ist nach den Verhältnissen der Lebensalter unhaltbar. Irr- tümUch sind wohl auch die Genealogien des Joh. Herold von 1565 (überliefert in Stuttgart, Staats- A. Gabelkoven, Coli. I fo. 24') und des David Wolleber von 1597 (St. Paul in Kärnten. Ms. 19. c. 73. p. 139. 158). Über die Anfänge von Bertholds geistlicher Laufbahn fehlen bestimmte Nachrichten. Zu ver- muten ist. daß er seit 1216 Straßburger Domkämmerer war (Berhtoldus eamerarius: oben Reg. 830. 843. 854. 857. 862. 868); ob er aber in dieser Stellung eine so einflußreiche Rolle gespielt und auf die elsässische Hi- storiographie anregend eingewirkt hat. wie Oppermann will (MlOG. XXXIV, 590 f) muß in Ermangelung sicherer Belege dahingestellt bleiben. Charak- teristik : Ann. Marb. Schulausg. 90 : , Hie cum esset iuvenis, sano semper utens consilio, in Omnibus agendis suis seniorem se gessit in opere quantum ad aug- mentum sue ecclesiae, quam suis temjioribus ]ilus ditavit quam omnes sui ante- cessores. Et quocunque se vertebat. prosperis successibus poUebat et monasteria in suo episcopio sita satis humane et sine magno gravamine protexit et fovit at- que suis rebus contentus fuit et idcirco gloriosum nomen sibi acquisivit. " Diese Charakteristik mitOppermann (a.a.O. 590) nur auf die Jugendjahre Bertholds zu beziehen, ist doch wohl völlig unmöglich : vgl. vielmehr Bloch, Eis. Ann., 95 ; Haller. Marbacher Annalen. 64. Chron. Ebersh. a. a. 0. 451 f. : ,Quia genere, di- vitiis et virtute prestantis animi fortior erat omnibus predecessoribus suis et, ut sine preiudieio eorum dixerim, omnibus eis successuris facta tidem firmant. . . Ita sublimavit idem episcopus ecclesiam Argentinensem optimis huius provincie ca- stellis quorum hec sunt vocabula: Gyrbaden etc. . . . His et aliis probabilibus

Berthold I.

35

1223

Mai 5

Hagenau

meritis egregius ille Bertlioldns episcojjus tunc memoriam sui nominis perhen- navit." Guillimann, de ep. Arg., 283: „Nonsolumdiversiscoenobiorumpressuris, verum etiam cleri sui afflictionibuspaternitatissuehuineros submittensmoreboni pastoris contra rabiem malignantium pro ovibus suis constanter se opposuit miseratus multiplices eorum torsiones. Sic itaque subditis suis ia tempore dispersionis et iracundiae factus est reconciliatio. lu pace siquidem et aequi- tate ambulavit." Wimpfeling. Catalog. (1651), 58 und Specklin, Collect. (MGEGDiE. II. XIII, 244 nr. 883) beruhen auf den Ann. Marb. Vgl. auch Hessel, Arch. f. Urk. Forsch. VI, 269. Über Münzen Bischof Bertholds vgl. Nessel. Beitr. z. Münzgesch., 129 ff. ; ders.. Die Münzen der Bischöfe zu Straßburg, Frankf. Münzzeitg. 7.^9. Jahrg. 1910, 322 ff.; Cahn, Münzgesch. Straßb., 13 Anm. 2. 886

schließt als erwählter Bischof einen Vertrag mit König Heinrich VII. über die zwischen ihnen strittigen Besitzungen (vgl. Eeg. 868 ff.), wobei der König die Genehmigung des Kaisers zum Vorbehalt macht. An den Bischof und seine Kirche fallen die civitasKheiuau (Kinouwe) und die curia Wasselaheim (Waz- zelheim) mit allem Zubehör, dazu in Mühlhauseu (MuUenhusen) der Kirchen- patronat, die Zehnten, Abgaben (census), und die Verpachtung des Meieramtes (officium vilücationis). Die Vogtei daselbst behält der König, die in Gegenwart des bischöflichen nuncius gesammelte collecta seu precaria sowie die Erträge der Vogtei (advocatia) werden zwischen König und Bischof geteilt. Dem Bischof gehört in Molsheim (Mollesheim) der Kirchenpatronat, das Meieramt, die Zehnten und andere Rechte, dem König die dortige Vogtei. ferner die in Mutzig (Muzzeche), Bischofsheim (Bushovesheim) und allen zugehörigen Orten. Die Erträge der Vogteien werden auch hier geteilt. Der König tritt an den Bischof und die Kirche alle seine Leute in Zabern (apud Zaberniam residentes) ab und erhält dafür alle bischöflichen in Rosheim (Rodesheim). Die bisher bischöflichen Rechte in Offenbiirg (Offenburc) kommen an den König, doch verbleibt dem Straßburger Domkapitel der dortige Kirchenpatronat imd die Abgaben von der ihnen daselbst gehörenden Pfründe. Die der Straßburger Kirche und ihren Ministerialen gehörenden Leute, sive ministeriales sive proprii, dürfen nicht in den königlichen Städten als Bürger aufgenommen werden ; die dort schon wohnenden dürfen zwar daselbst verbleiben, müssen aber von ihren außerhalb liegenden Gütern dem Grundherrn (dominus ville) die üblichen allgemeinen Beden (racione banni generales collectas) entrichten. Die sogenannten pfal- burgere dürfen fernerhin nicht in die königlichen Städte aufgenommen, die bereits aufgenommenen müssen herausgegeben werden. Allgemein sind die Bürger, Ministerialen und Eigenleute, wenn sie zu ihrem Landsitz zurück- kehren wollen, von der durch die Bürger festgesetzten Strafe, der anewete, befreit. Die Ministerialen und Eigenleute des Bistums dürfen von ihren Standes- genossen (consortes) nur vor das Gericht des Bischofs oder seines Beamten (officiato) gezogen werden. Weder zu Schlettstadt (Slecestat) noch an einem anderen unberechtigten Ort darf Münze geschlagen werden. Der nach l\Ial- berg (Malberc) verlegte Markt ist wieder in Ettenheim (Etenheim) am ge- wohnten Tage abzuhalten, doch steht es dem Könige frei, ohne Beeinträch- tigung des Ettenheimer Marktes einen solchen für einen andern Tag in Malberg einzurichten. Über die bisher strittigen Dörfer (villis) innerhalb der Grenzen der Landgrafschaft soll ein freundlicher Ausgleich versucht wer- den ; kommt dieser nicht zu stände, so erhält der Bischof das, was er durch eidliches Zeugnis zweier Domherren, zweier Ministerialen und zweier Bürger als seiner Kirche gehörig erweisen kann. Actum anno ab incarnatione domini 1223, in. non. maii, ind. 11. Datum Hagenoe. Huius compositionis testes sunt cancellarius, Erbi]iolensis episcopus, Augustensis episcopus, abbas de Nuowenburc, Marquardus notarius, marchio de Baden, comes Sigebertus, mar- schalcus de Justingen, dapifer de Walpurch. H. miles de Custerdingen. scultetus de Hagenowe. Or. Straßburg, B.-A. G 39. Vier Hängesiegel: 1. Otto von 2. Siegfried von Augsbiurg. 3. abgef. 4. Kanzler Konrad (':').

Würzburg.

5*

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Berthold I.

1223

1224

März 2

Ende Juli- Anfang August

Schoepflin, Als.dipl.I, 350 nr.432 aus Zaberner Abschrift; Huillard-BrehoUes II, 756; Winkelmann. Acta imp. ined. I, 484 nr. 604 aus Or. BP. :-389(); Grandidier, Oeuvr. 111, 297 nr.274. Erw. Straßb. ÜB. 1, 152 Anm. 1; Moli- mann, Cart. de Mulhouse I, 3 nr. 7. Vgl. Fritz. Territorium, 72 : Wiukel- mann, Friedr. II. 1, 365 ; Kaufmanu, Entstehung von Mülilhausen, 11. 22. 8S<>

bestätigt dem Abt von Schwarzach das Zehntrecht und einige andere Rechte in Frankeisheim (Franckolßheim), deren Besitz ihm von den Bewohnern der Villa Schwindratzheim bestritten worden war, und verurteilt die letzteren zur Lieferung von 100 quartalia Roggen. Auszug 16. Jhs. Karlsruhe, GLA. Cop. 1321 fo. 95. - Da die Notiz nur das Jahr 1223, nicht aber den Namen des Bischofs nennt, ist es auch möglich, sie auf Heinrich II. zu beziehen ; vgl. oben Reg. 883. 887

erklärt sich mit der Wahl des Priors Anselm zum Abt von Ebersheimmünster nicht einverstanden. Die Mönche wählen darauf den aus Würzburg stammen- den früheren Baumgartener Mönch Heinrich, dem Berthold auf den Rat einiger Äbte und Domherren die Investitur erteilt. Bericht im Chron. Ebersh. (MG. SS. XXIII, 451). V.t1 Bloch. N. A. XXXIV, 170. 888

beurkundet, daß er zwischen dem Kloster Schwarzach (Swarczach) und dessen Vögten Friede und Eintracht wiederhergestellt habe. Die Vögte haben nach Rückgabe des geraubten Gutes vor dem Bischof versprochen, sich in Zukimft aller Schädigungen des Klosters zu enthalten. Sollten sie diesem Versprechen untreu werden, so soll der Abt, falls nicht innerhalb vier Wochen auf Anord- nung des Straßburger Bischofs volle Entschädigung geleistet worden ist, das Recht haben, das Kloster nach Straßburg zu verlegen, und die Vögte sollen abermals der Strafe der Exkommunikation und des Interdikts verfallen. Acta sunt hec anno ab incarnacione domini 1224, VI. non. Marcii, ind. 12. Testes huius rei sunt: B. decanus, Ül. scolasticus, prior et camerarius de Swarczach, Otto monachus de Ebersheimmünster et alii quamplures. Abschr. 15. Jhs. Karlsruhe, GLA. Cop. 1315 p. 87. Die Einigung wird bestätigt durch Papst Honorius 111. Dat. Laterani, IX. kal. maii, pontificatus nostri anno octavo. Absein:. 15. Jhs. Karlsruhe, GLA. Cop. 1315 p. 83. Groß, Beilagen z. Reichs- unmittelbarkeit v.Schwarzach, 25 nr. 27. 889

Konrad, Kardinalbischof von Porto und S. Rufina, Legat des apostohscheu Stuhles, beurkundet, daß durch seine Vermittlung (nobis mediantibus) und mit Willen und AVissen des Erzbischofs E. von Köln und des Deutschordensmeisters Her- mann, qui specialiter in hoc casu negotia gerebant imperii, sowie andererseits mit Zustimmung des Straßburger Bischofs B. und seines Kapitels deliberatione diligenti prehabita in dem schon lange wäluenden Streit zwischen dem Kaiser und der Straß burger Kirche eine compositio zu stände gekommen ist. Die Ein- zelbestimmungen dieser compositio stimmen in folgenden Punkten mit dem früher zwischen König Heinrich und dem Bischof geschlossenen Vertrag (Reg. 885) übc;rein : 1. Austausch der königlichen und bischöflichen Leute in Zabern und Rosheim, wobei jetzt bemerkt ^vird, daß die letzteren nomine feodi dem Kaiser zufallen sollen. 2. Abgrenzung der gegenseitigen Rechte in Offen- burg. 3. Bestimmungen über Aufnahme der bischöflichen Leute als Bürger iu die königlichen Städte sowie Bedepflicht und Gerichtsstand. 4. Verbot des Münzschiagens. 5. Bestimmung über die Märkte in Ettenheim und Malberg. Dagegen treten in den Lehnsbestimmungen folgende Änderungen ein: Der Bischof vergrößert das kaiserUche Lehen (imperatori feodum suum meUorando), indem er die curtis in Wasselnheim (Wazelnheim) mit allem Zubehör sowie die bischöflichen Leute (homines) in Westhoven hinzufügt, wobei das Patro- natsrecht in Wasselnheim und die Lehen der Vasallen ausgenommen bleiben. Als Ausgleich hierfür (in quorum compensationem) wird die Vogtei in Bischofs-

Berthold I.

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1224

Anfang Aug.

Nov. 17

Dez. 6

Dez.

heim (advocatia curtis in Bischovisheim) mit allen zugehörendeu Kechten dem Bischof zugesprochen. Hinsichtlich der Grafschaftsdörfer (de yillis comitie) wird Folgendes vereinbart: Der Bischof soll septima manu canonicorum, mi- nisterialium et civium einen Eid leisten, und alle diejenigen Dörfer, welche er durch diesen Eid als zu den Septem tabulae gehörig erweisen kann, sollen ihm ohne Widerspruch und ungeteilt verbleiben ; der Rest soll durch den Schult- heißen von Hageuau equaliter sine iraude geteilt werden und der Bischof das Recht haben, seinen Anteil auszuwählen. Zu diesem Vergleich geben König Heinrich, der Erzbischof von Trier und der Graf von Tiesche ihre Zustimmung und besiegeln die Urkunde zusammen mit dem Kardinal und den unten ge- nannten Anwesenden. Findet der Vergleich die Zustimmung des Kaisers, so soll der Bischof ihm sein Lehen anerkennen und übersenden, seinem Sohn, dem König, es persönlich verleihen. Lehnt der Kaiser ab, so bleibt der zwischen ihm und der Strahburger Kirche schwebende Streit in dem Stadium, in dem er bisher gewesen. Acta sunt hec anno domini 1224., presentibus episcopo, preposito Spirensibus, preposito, cantore, scolastico Argentinensibus, comite Sigeberto, H. de Winestein, sculteto de Hagenowe et aliis quampluribus. Or. Straßb. B.-A. G 2722 (4). Drei Siegelfragmeute an Hanfschnüren. Schoepfliu, Als. dipl. L 351 nr. 436 ex lib. sah; Moßmann, Cart. de Mulhouse in, 521 Suppl. BF. 3932. 10013; Fürstenb. ÜB. 1, 117 nr. 237. Vgl. Fritz. Territorium, 73 ; Winkelmann, Friedr. H. I, 366. 438. Zur Datierung vgl. die Bemerkungen bei BFW. 10012 ". 10013 ; zweifellos sind der Beurkundung Verhandlungen mit beiden Parteien vorausgegangen, worauf auch die Worte diligenti deliberatioue prehabita hinweisen. Der Legat urkundet am 3. Juli in Hagenau (BFW. 10011); mau wird annehmen dürfen, daß er in diesen Tagen zunächst mit Berthold zusammentraf, mit dem ihn übrigens auch verwandt- schaftliche Beziehungen verbanden (Konrads Mutter stammte aus dem Hause der Zähringer; vgl. die Stammtafel der Grafen von Urach im Fürstenb. ÜB. L 401), und dann am königlichen Hof in Nürnberg mit der Gegenpartei ver- handelte. Da Konrad erst am 23. Juli in Nürnberg nachweißbar ist, kann die Beurkundung nicht, wie im Fürstenb. ÜB. ohne Begründung angenommen wird, im Amfang des Juli stattgefunden haben, sondern frühesten am Ende dieses Monats ; vielleicht ist sie sogar in den Anfang des August zu verlegen (Aufenthalt des kgl. Hofes und des Legaten in Speier: BFW. 10014. a. b.). 890

König Heinrich (VII.) verbrieft zu Speier dem Bischof Berthold und der Straß- burger Kirche das unter Vermittlung Konrads von Porto mit ihm und seinem Vater getroffene Abkommen. Erw. in Urkunde König Heinrichs v. 1226 Nov. 28; s. unten Reg. 921. BF. 3933. Vgl. Winkelmann, Friedr. II. 1, 438. 891

Zeuge in der Urkunde König Heinrichs (VII.) für Gembloux. Miraeus, Op. dipl. IV, 231 ; Huillard-Bre'holles II, öl2. BF. 3944. Vgl. Wiukelmann, Friedr.ll., L451. 892

Zeuge in der Urkunde König Heinrichs (VII.) für Stift Kaiserswerth. Lacom- blet, Niederrh. ÜB. I, 48 ur.33; Huillard-Breholles IL 815.— BF. 3947. 893

bestätigt den zwischen dem Kloster Schwarzach und dessen Vögten, Berhtold und Alberth de Windecke, abgeschlossenen Frieden, (s. oben Regg. 889) Testes sunt : dominus Reinhardus prepositus, Berhtoldus decanus, Fride- richus cantor, Vohrichus scolasticus, Arnoldus camerarius, Diethelmus dapifer, Hermannus portarius, Friderichus et Ruocherus canonici, nobilis vir Berhtoldus comes de Sulcze et dominus Eberhardus de Eberstein et frater eins Cuonradus Spirensis et Argen tinensis canonicus; ministeriales nostri Stehellinus, Theoderi- cus, Wernherus Begere, Theodericus prefectus, Albertus Cago, Wernherus Cago, junior Stehellinus; cives RuodolflFus scultetus, Burchardus de Ehenheim, Erbo

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Berthold I.

1224

1225

Apr. b

Juli 1

Aug. 28

Aug. 29

quaudoque iudex. Wezelo, Fridericus Spendere et Heiurichus camerarius et alii quamplures. Acta anno domini 1224, mense decembris, sedem apostolicam regente domino Honorio, pontificatus eius anno 8., regnante serenissimo im- peratore Friderico, haue paginam scribente Guntero presbitero, sub abbate de Suarzahe Burchardo et Geningo priore et Alberto camerario et Johanne custode et advocatis de Windecke Berhtoldo etAlbertho, astantibus nobilibus dominis Heinrico et Ludewico fratribus de Liehtenberg et magistro civium Erbone et consulibus Argentine civitatis et nobili viro Heinrico de Diersperg et firatre eius Walthero et domiuo Reinhardo de Celle. Or. Karlsruhe, GLA. 37/230. Schrift z. T. erloschen, der untere Teil durch Braud zerstört. Siegel : abgef. ; Abschr. um 14Ü0 ebda. Cop. 1315 p. 35; Ausz. 16. Jhs. ebda. Cop. 1321 fo. 24'. Gudenus. Sylloge, 465 ; Würdtwein, Mon. Palat. IV, 240 ; Groll. Beilagen z. Reichsunmittelbarkeit v. Schwarzach, 23 nr. 25. Grandidier, Oeuvr. III, 298 nr. 280. Erw. Straßb. ÜB. I, 155 ur. 193. Bestätigung des Ver- gleichs durch den KardiuaUegaten Bischof Kourad von Porto erfolgte zu Straß- burg. 1225 Jan. 1. (Karlsruhe, GLA. Cop. 1315 p. 40. Groß, 24 nr. 26.) 894

richtet zwei Ka]jlanstellen ein. deren Inhaber, die praebendarii und capellani oder clerici episcopi. zur Vertretung des Bischofs im Chordienst bestimmt sind. Er behält sich jedoch das Eecht vor. diese Stellen uach seinem Ermessen wieder abzuschaflFeu. Notiz vom Ende des 18. Jhs. in (d'Hautemer) Hist.

Vgl. unten

de r eglise cathedrale de Strasbourg, Straßb. Domkap.-A. p. 96.

Reg. 942.

895

Konrad, Kardinalbischof von Porto und S. Rufina, päpstlicher Legat, teilt dem Bischof Berthold mit, daß er in Unkenntnis der Entscheidung der vom Papst delegierten Richter (vgl. oben Reg. 86()) die Pfarrkirche in Gengenbach dem Magister Heinrich, Scholastikus von St. Thomas zu Straßburg, verheben habe. Er macht diese Verleihung jetzt rückgängig und bittet den Bischof, auf Hein- rich einzuwirken, damit dieser nicht die irrtümlich erfolgte Verleihung gegen Abt und Konvent von Gengenbach geltend maclie. Dat. apud Steine, VI. idus aprilis. Traussumpt 13. Jhs. Karlsruhe, GLA. 36|162. (vgl. Schulte, ZGOR. NF. IV, 97 Anm. 2); Abschr. 17. Jhs. Wien, Haus-, Hof- u. St.-A. Cod. 436 olim Tirol. 61 fo. 90. Regest: Schulte, ZGüR. NF. IV, 98 nr. 8. 896

wird zusammen mit dem Archidiakon von Reims und dem Dekan von Bonn von Papst Honorius III. aufgefordert, in der "VVahlsache des Electus R(udolf) von Verdun gegen den Archidiakon H. und einige Kanoniker von Verdun die durch den Bischof v. Paris und seine Mitrichter nach der Appellation getroSenen Maßnahmen aus formalen Gründen rückgängig zu machen und die Sache dann weiter zu verfolgen. Reate, kal. iulii anno nono. Reg. Vat. 9 fo. 67. Decret. Honori III., hb. IL, tit. 1 de iudiciis c. 1 (ed. Cironius, 92) ; Horoy, Honori III. op. omn. IV, 880 nr. 184 z. B.Juli. P. 7512, wo Berthold nicht genannt wird, zu 1224/25: Pressutti II. 347 nr. 5.542. Vgl. Krabbo, Be- setzung der deutschen Bistümer unter der Regierung Kaiser Friedrichs IL, 101. 897

Ulrich, Domscholastikus und Propst von St. Peter, beurkundet vice et loco des Bischofs Berthold in iudicio den Verzicht der Hedwig, Witwe Simons von Epfig (Epfiche), auf ein Grimdstück in Königshofen (Chunegeshoven), das durch Kauf an Ulrich von Bolliugen und dann an die Marbacher Kirche über- gegangen war. Actum in choro cathedrali Argentine anno domini 1225, ind. 14., V. kalendas septembris. Or. Cohuar, B.-A. Obermundat Rufach, 18 nr. 1 A. Häugesiegel des Scholastikus Ulrich an Perg. Streifen. Straßb. ÜB. I 156 nr. 194 aus Or. Vgl. Straßb. Diöz. Bl. 1909, 326. S9S

besiegelt zusammen mit dem Domkapitel die Urkunde, durch welche der Kano- niker der Straßburger St. Thomaskirche und kaiserliche Notar Ulrich von

Bertliolrt I.

39

1225

vor

Sept. 4

vor Nov. 26

Nov. 26 (?)

Bollingen dem Kloster Marbach sein Gut zu Königshofen (Cuenigeshoven) für 185 Mark Silber verkauft. Acta suut liec anno domini 1225, ind. 14., IV. kal. septembris. <)r. Straßburtf. B.-A. G. 1627 (1). Vier Hängesiegel au Lederstreifen, aligef. Scraßb. VB. 1, 157 nr. 195 aus Gr. 899

Hagenau(?) richtet zusammen mit dem Abt von Murl)ach an den Herzog Otto von Meran die Bitte, er möge die Hälfte der ihm gehörigen Kinder des Petrus Dives, des Bruders des Domherrn und Kämmerers Wilhelm von Basel, dem Baseler Bischof und Kapitel zum Geschenk machen. Erwähnt in der zu Worms 1225 Sept. 4 ausgestellten Urkunde Herzog Ottos von Meran. Abschr. 14. Jhs. Bern, St.-A. Cod. dipl. BasiHen. eccl. fo. 47 ; Abschr. 15. Jhs. ebda. lib. vetus feudor nobil fo. 78 ^ Trouillat, Mon. de Bäle I, 502 nr. 334; Auszug: ZGOR. IV, 222. BF. 3981 ; BFW. 10956 ^ 900

wird zusammen mit dem Domkapitel von dem Kardinallegaten Konrad von Porto aufgefordert, dem Kloster Pairis seine Zollfreiheit zu verbriefen. Erwähnt in der ürk. des Legaten vom 13. Dezember (1225), worin dieser den Straß- burger Domdekan B. und den Domkanoniker H. de Eren})erc unter Hinweis auf sein früher an Bischof und Kapitel gerichtetes Schreiben auffordert, den Bischof nunmehr ernstlich zur Befolgung seiuer Anordnung zu veranlassen. Dat. Magunt. idus decembris. Or. Cohnar, B.-A. Paris Gart. 4 nr. 1. Siegel- frgt. an Pergamentstreifen. Die Urkunde ist olme Zweifel ins Jahr 1225 zu setzen, da für den November und Dezember dieses Jahres ein längerer Auf- enthalt des Legaten in Mainz bezeugt ist (vgl. BFW. 10052—56); daß in- zwischen der in seinem früheren Schreiben geäußerte Wunsch bereits erfüllt war (vgl. Heg. 902), konnte ihm ja damals noch unbekannt sein ; man hatte es in Straßburg ofiFenbar zunächst unterlassen, den Kardinal davon zu unter- richten und holte es nach, als das Mahnschreiben eingetroffen war ; hieraus ist auch zu erklären, daß der Legat erst im April 1226 die Urkunde Bertholds bestätigte. Dat. Constantie, 1226, idus aprilis. Or. Colmar, B.-A. Pairis. Gart. 4 nr. 1. Hängesiegel an braun-gelben Seidenfäden. Vgl. auch die Notiz im Nekrolog von Pairis, MGEGDiE. II, XXIL 86 901

erneuert zusammen mit Reinhardus prepositus, Berhtoldus decanus, Fridericus cantor, Vlricus scolasticus und dem gesamten Domkapitel auf Bitten des Bischofs von Porto (vgl. Eeg. 901 ) dem Kloster Pairis das ihm zustehende Recht, in Straß- burg ohne Entrichtung des Zolles Käufe und Verkäufe vorzunehmen. Dat. Arg^ntine, anno domiui 1225, mense novembri. Zwei Originale, Cohnar, B.-A. Pairis, Gart. 2 nr. 8. A zum Teil verlöscht und mit halbzerstörter Datum- zeile. Siegel des Bischofs (I) und des Domkapitels an rot-gelben Seideufäden ; Von B nur die rechte Hälfte erhalten. Siegel des Bischofs abgef., Siegel des Domkapitels an grün-weißen Hanffäden. Straßb. ÜB. I, 158 nr. 196 aus Or. Erwähnt im Nekrolog des Klosters (17. Jh.) zum 26. November : ,Mem. revereudissimi d. Bertholdi principis a Teck episcopi et capituli Argent. qui ad instantiam d. Counidi cardinalis, apostolice sedis legati a teloneo uos exe- meruntl223«. (MGEGDiE. H, XXH, 91). Bestätigungen erfolgen 1. durch den Kardinallegaten Konrad, vgl. Reg. 901. 2. durch Kaiser Friedrich IL, Juh 1226. Datum apud Burgum s. Donnini, anno dominice mcarnationis 1226. mense iulio, 14. ind. Or. Colmar, B.-A. Pairis, Gart. -^ m.9. Hugo, Sacrae antiquit. mon. illustr. IT, 291 aus Traussumpt Karls IV. von 135o (in dem- selben Gart. nr. 10); Huillard-Breholles II, 653; Grandidier, Oeuvr. 111, 23o nr. 110. BF. 1555. Erw. Straßb. ÜB. I, 158 Anm. 5. 3. durch Papst Gregor ix., 1229 März 6. Dat.Perusii. II. non. martii, pontificatus nostri anno secundo. Or. ebda. nr. 2. ^^

beurkundet, daß mit seiner Zustimmung die Brüder des Straßburger St. Thomas- kapitels die bei der St. Arbogastbrücke gelegene St. Markuskapelle, die ihr ver-

Straßburg

40

Berthold I.

1226

storbener Dekan Engelbert errichtet hatte, geisthchen Schwestern mit der zu- gehörigen area überlassen haben, daß ferner scultetus noster liudolf Ripelinus für die St. Markusprozession eine Stiftung gemacht habe. Die Pflichten und Rechte der Schwestern besonders dem St. Thomasstift gegenüber werden ge- regelt und es wird festgesetzt, daß, falls das Stift die ihm zustehenden Befug- nisse bei Wahl und Beaufsichtigung der magistra der Schwestern nicht er- fülle, diese vom Bischof wahrzunehmen seien. Acta sunt hec anno dominice incarnationis 1225. Or. Straßburg, St.-A. St. Thomas, B VIII 2. Drei Hänge- siegel an Hanffäden: 1. Bischof (II). 2. Domkapitel. 3. St. Thomaskirche. Ch. Schmidt Eist, du chapitre de St. Thomas, 303 nr. 21 aus Gr.; Straßburg. ÜB. I, 159 nr. 197 aus Or. (vgl. dam Bd. IV, I, 210 nr. 28.) 903

bestätigt mit Zustimmung des Domkapitels dem Abt Otto und dem Konvent von Maursmünster die Inkorporation der oberen Parochie, die sein Vorgänger Heinrich II. vorgenommen hatte (ßeg. 858). Nach seiner und des Chorbischofs Anordnung soll nach dem Tode des jetzigen plebanus ein vicarius perpetuus. den der Alit dem Cliorbischof zur Investitur zu präsentieren hat, mit einer angemesseneu Pfründe ausgestattet werden. Actum est anno verbi incarnati 1225., presentibus Reinhardo preposito, Bertoldo decano, Friderico cantore, Ulrico scholastico Argentinensi et aliis quampluribus. Abschr. 16. Jhs. Straßb. B.-A. H 559 fo. 1 ". -— Würdtwein, Nova subs. XIII, 289 nr. 74 ex autogr. tab. abb. Maurimou. Graudidier, Oeuvr. IIT, 300 nr. 284. Vgl. MGEGDiE. II, IV, 140. 904

beurkundet, daß die famula dei Gerlind der St. Thomaskirche ihr Gut in banno ville Ingemarsheim gestiftet habe, dessen Einkünfte der Totenmeßpriester der Kirche als Pfründe genießen soll. Dieser soll an allen Tngen, an deren Vor- abenden Vigilien für die Toten gesungen werden, die Totenmesse an dem hierfür bestimmten Altar lesen ; nur nach dem Tode eines Straßburger Bischofs, bei Begräbnissen in der Kirche und am Allerselentage muß die Messe von dem Kanoniker gelesen werden, der den letzten Wochendienst gehabt hat. Der Totenmeßpriester soO den ebdomadarius und den Priester, der die Pfründe des Bischofs innehat, zuweilen vertreten in cantando invitatorium ad matu- tinas et responsoria seu versus eorum officio deputatos. Er muß vom Dekan gewählt oder präsentiert werden, darf nicht zur Zahl der Kanoniker gehören und erhält vom Propst die Investitur. Die Kanoniker von St. Thomas haben der Gerlind zum Dank für ihre Stiftung das Begräbnis in der Kirche und eine alljährliche Prozession mit Obsequien an ihrem Grabe gelobt. Acta sunt hec anno dominice incarnationis 1225. Or. Straßb. St.-A. St. Thomas, A XXV« 1. Hängesiegel (TI) an rosa-gelben Seidenfäden. Ch. Schmidt, Hist. du chapitre de St. Thomas. 302 nr. 20 aus Gr.; Straßb. UB.I, 160 nr. 198 aus Or. Erw. Schneegans, St. Thomas, 48 Anm. 906

besiegelt zusammen mit dem Domkapitel die Urkunde, in welcher der Straß- burger Marschall Werner bekannt gibt, daß der zwischen ihm und dem Straß- burger Hospital um die Mühle inOhterswert schwebende Streit durch genannte Vermittler beigelegt worden sei. Huius rei testes sunt ; Warnherus Begere, Al- bertus qui vocatur albus Begere. Fridericus Dispensator, Burchardus scultetus de Eheuheim, Erbelinus, Heim-icus Velkelinus, Warnherus frater suus, Fride- ricus de Hagenowe. Acta sunt hec anno incarnationis dominice 1225. Or. Straßb. B.-A. G 4213 (311), ohne Zeugen imd Datumzeile. Sechs Siegel: 1. Bischof (1.). 2. Domkapitel. 3. Marbach. 4. Honau, abgef. 5. Marschall Werner. 6. Egelolf V. Mundiugen. abgef. ; Vid. v. 1370 Straßb. Hosp.-A. doc. inut. lad. 45 liasse 9 nr. 5160 und Abschr. 16. Jhs. Straßb. B.-A. G4346 fo. 40' mit Zeugen und Datum. Straßb. UB.I, 161 nr. 199.— Vgl. oben Reg. 493 nr. 12. 906

bestätigt zusammen mit dem Domkapitel und dem Archidiakou . . dem Kloster Allerheiligen die Schenkung des Patronatsrechtes der Kirche in Nußbacli und

Bertliold I.

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1226

Febr. 28

der dazugehörigen Kapellen Oberkirch (Obirnkircheu) und Oppenau (Nop- penowe), welche dem Kloster von der Herzogin Uota von Schaueuburg (Scowen- burc) unter Zustimmung ihres Erben Eberhard von Eberstein dargebracht und dann von König Philipp, Kaiser Friedrich und dessen Sohn, König Friedrich (!) anerkannt vrorden war. Er gestattet dem Kloster, nach dem Tod des jetzigen plebaiuis Berthold die Einkünfte der genannten Kirchen einzuziehen, doch so, daO dem Bistum das ins episcopale in lege diocesana et iurisdictioue unge- schmälert erhalten bleibt. Den vicarii perpetuo instituendi, welche dem Ar- chidiakon zu präsentieren sind und diesem sowie dem Bischof das Geschuldete zu entrichten haben, werden folgende Einkünfte zugewiesen: Der Kleriker in Nuübach soll zehn quartaha Roggen und die Hälfte der oblationes erhalten; der Kleriker in Oberkirch erhält die Zehnten aus dem Gebiet von Sinzenhoven bis zum Lutenbach ; der Letztere soll die curia in der villa Oberkirch besitzen, die andere curia dagegen die Brüder des Klosters. Die Hälfte der Oblationeu in civitas, castrum und Parochie soll der Kleriker erhalten, den Zehnten im Tal Oppenau der dort residierende Priester. Actum anno dominice incarnationis 1225. Or. (schlecht erhalten) Gaisbach, Fr. v. Schaueuburgsches A. Drei Hängesiegel (des Bischofs, Kapitels (?) und Archidiakons) an rosa Seidenfäden abgef.; Or.-Transs. des Straßburger Archidiakons Konrad (von Wolfach), ohne Datum, etwa Mitte d. 13. Jhs., Karlsruhe, GLA; 34/38; Or.-Transs. des Straßburger Offizials von 1284 Nov. 13, ebda. Schoepflin, Als. dipl. I, 353 nr. 438 aus Or. Graudidier, Oeuvr. III, 241 nr. 129. Weitere Bestätigungen erfolgen 1. durch dem päpstlichen Legaten Konrad v. Porto, 1226 Apr. 4. Datum Friburgi, secundo nonas aprihs. Or. Karlsruhe, GLA. 34/38. Siegel abgef. Würdtwein, Nova subs. XIII, 290 nr. 75 ex autogr. tab. omn. sanct. ; ZGOR. IX, 237 aus Or. BFW. 10077. 2. durch Papst Gregor IX. 1228 Juni 6. Dat. Assisii, VIII. id. iunii, pontificatus nostri anno secundo. Or. mit BleibuUe Karlsruhe, GLA. Papstselect nr. 56. Grandicher, Oeuvr. III, 242 nr. 131 ex autogr. tab. omn. sanct. 907

beurkundet, daß er mit Zustimmung des Domkapitels die Kirche von Dorlisheim (Torolvesheim) dem Abt und Konvent von Hohenforst (Altesilve) übertragen habe mit der Bestimmung, daß daselbst ein vicarius perpetuus eingesetzt werde, der nach Anordnung des Bischofs und des Straßburger Propstes R., des Archidiakons des Ortes, eine angemessene praebenda aus den Einkünften der Kirche zu erhalten habe, wofür er dem Bischof de cura animarum et de omni iure ecclesiastico legis iuriditionis ac diocesaue verantwortlich sei, daß ferner Abt und Konvent die übrigen Einkünfte zum eigenen Gebrauch verwenden dürften, wie dies alles in einer früher von ihm und dem Kapitel hierüber er- lassenen Urkunde ausführlich enthalten sei. Er bestimmt nun auf Wunsch des Patrons, nämlich des Abtes von Hohenforst und seines Konvents, daß der dort eingesetzte vicarius- alle oblationes altaris, die remecha in rebus mobili- bus consistencia, die census und die deeimae animalium erhalten soll sowie jährlich vom Abt eine halbe carrada Wein und je zehn quartalia Weizen und Roggen (utriusque annone). Acta 1225. Or. Straßb. St.-A. VDG. u. 38. Vier Hängesiegel (Bischof, Abt von Hohenforst, Pröpste von Straßburg und St. Die') abgef. Die ältere ürk. Bischof Bertholds scheint verloren zu sein. 908

wird von Papst Houorius III. zusammen mit H., früherem Archidiakon von Reims, und dem Dekan von Bonn beauftragt, in der Sache des Archidiakons H. und einiger Kanoniker von Verdun gegen R., Kantor von Laon, der sich als Erwählten von Verdun betrachtet, einen Termin anzuberaumen, genauen Bericht nach Rom zu senden und den genannten Kantor zu verhindern, daß er die Kirche von Verdun mit Schulden belastet und ihre Güter verpfändet. Laterani, II. kal. Martii anno decimo. Reg. Vat. 10 fo. 117. Horoy, Honori III. op. omn. IV, 41. Pressutti. II, 406 nr. 5847. Vgl. oben Reg. 897. 909

Regesten der Bischüfe von Straßburg.

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Berthold I.

122fi

Juni 16

August

St. Blaise

Sept. 12

Sept. 12

Papst Honorius III. Ijeauftragt die Äbte vou Petershausen (de Petridomo), Kreuz- ungen (de Crucelingen) und Stein (de Steine), in Sachen des Klosters Gengen- bach vorzugehen, dessen Alit und Konvent darüber Klage geführt hätten, daß der Bisehot von Straßburg die Verleihung der Gengenbacher Pfarrkirche an den Scholastikus von St. Thomas per circumventionem durch den Bischof von Porto, damaligen päpstlichen Legaten, habe bestätigen lassen und daß er trotz der nachherigen Aufforderung des Legaten diese Verleihung nicht rückgängig gemacht habe. Dat. Laterani, XVII. kal. iulii, pont. nostri anno decimo. Or. mit Bleiljulle Karlsruhe, GLA. Papstselect nr. 52. Regest: Schulte, ZGOR. NF. IV, 98 nr. 9. Vgl. oben Reg. 896. 910

übergibt seinem amicus et fidelis vasallus, dem Herzog Matheus vou Lothringen in feodum et homagium 23 carratae Wein de collecta nostra Molsein, welche alljährlich im Herbst zu liefern sind. Actum apud s. Blazium, anno domini 1226, mense Augusti, presentibus comitibus Sicherte et Henrico filio eins, Wernero de Kiborc, Phihppo de Güibertivilla, Hairico et Lodosco de Liestem- berch, Olrico scolastico Argent. et Borcardo vicedomino Argent. Abschr. 14. Jlis. Bar-le-Duc, Arch. dep. de la Meuse, B 256 fo. 363 ; Abschr. 16. Jhs. Nancy, Arch. dep. Meurthe et Moselle, B 384 fo. 144 (erwähnt Besiegelung des heute verlorenen, früher im gleichen Archiv unter B 492 nr. 3 auf- bewahrten Originals); Auszüge 16. u. 17. Jhs. Straßb. B.-A. G 3464 nr. 106 und G 2958 fo. 10^. Schoepfün, Als. dipl. \, 357 nr. 443 ex arch. Lotharing. Nanceji. Le Mercier de Moriere, Catal. des actes de Mathieu II, 131 nr. 69; Grandidier, Oeuvr. III, 301 nr. 288. Erw. Straßl). ÜB. I, 162 Anm. 2. Vgl. Gumlich, Beziehungen d. Herzüge v. Lothr., 29 f. Gegenurkunde des Herzogs, worin dieser erklärt, daß durch einmalige Zahlung von 200 Mark Silber die 23 carrate Wein, cjuas . . apud Mollesheim in feodum tenemus,

abgelöst werden können. Datierung und Oeuvr. lil. 301 nr. 289 ex lib. sal. 1347 Straßb. ÜB. I, 162 nr. 200.

m Zeugen wie oben. Grandidier, fo. 55. BFW. 10973. Erw.

911

sendet seinen Kleriker magister H(einricus) an die Äbte von Kreuzungen, Peters- hausen und Stein, erklärt ihnen, daß er in seinem Streit mit dem Kloster Gengenbach über die dortige St. Martinskirche ihre richterliche Befugnis an- erkenne und bittet sie, ein unparteiisches Urteil zu fällen. Inseriert in Reg. 915. Das Schreiben ist in die Zeit von Anfang Juli bis Anfang Sep- tember zu setzen, da Papst Honorius am 16. .Juni die drei genannten Äbte mit der Untersuchung dieser Angelegenheit beauftragte (Reg. 910) und am 12. Sep- tember das Urteil gefällt wurde (Regg. 913. 914). 912

Die Abte von Kreuzungen, Petershausen und Stein machen das Urteil bekannt, das sie in dem Streit des Bischofs Berthold von Straßburg und des Scholastikus Heinrich mit dem Kloster Gengenbaeh über die dortige St. Martiuskirche ge- fällt haben: Die Kirche ist, unter der Voraussetzung, daß ein vicarius perpe- tuus eingesetzt wird, in temporalibus dem Kloster zugesprochen. Die An- sprüche des Bischofs und des Scholastikus sind hinfälhg. Or. Karlsruhe. GLA. 30/62. Drei stark beschädigte Hängesiegel an Hanffäden. Regest: Schulte, ZGOR. NF. IV, 99 nr. 12. Vgl. Reg. 910. 912. 913

Die Äbte von Kreuzlingen, Petershausen und Stein machen ilir Urteil in dem Streit des Bischofs von Straßburg mit dem Kloster von Gengenbach bekannt und geben Bericht über den Verlauf der Verhandlung: Der Äbt von Gengen- bach machte geltend, daß die St. Martinskirche auf fuudus des Klosters ge- legen und von Alters her zum Nutzen der Armen und hospites bestimmt sei; sie sei zwar von einem früheren Abt durch Uljertragung an einen consan- guineus dem Kloster entfremdet worden, später aber habe sich der Abt G. wegen Zurückgabe der Kirche an Papst Honorius III. gewandt; dieser habe dem Abt von Alpersbach und anderen aufgetragen, ,ecclesiam ad ius antiquum revocare"

Berthold 1.

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1226

nach Sept. 12

nach Sept. 12

Sept. 29

und die Kirche sei dann auch dem Kloster iu teinporahl)us zugesprochen wor- den, salvo iure vicarii in ea instituendi. Diesen Spruch haben der Papst Biscliot Heinricli und das Domkapitel (Keg. 860) sowie der Erzbischof' von Mainz be- stätigt. Die Gegenpartei focht darauf den Spruch des Abtes von Älpersbaeh und seiner Mitrichter an, weil er ohne Vorladung des Bischofs und Kapitels auf Grund falscher Zeugnisse erfolgt und vom Straßburger Kapitel nicht zu Lebzeiten des Bisehofs Heinrich anerkannt sei. Daher sei die Kirche vakant gewesen, und weil der Abt sein Präsentationsrecht nicht ausübte, habe der Diözesanbischof mit Recht den niagister Heinricus eingesetzt, wie dies ja auch vom päpstlichen Legaten C. Kardinalbischof von Porto, bestätigt worden sei. Der Abt von Gengenbach erwidert darauf, selbst, wenn der Spruch der Richter ungültig sei (nulla fuisset), dürfe der Bischof das Präsentationsrecht nicht be- anspruchen, da er sich selbst einer abusio iuris durch Verzug schuldig gemacht habe, denn die Präsentation des magister Heinrich sei erst fünf Jahre nach dem früheren Urteilsspruch erfolgt, auch habe der Kardinallegat seine Be- stätigung cognita veritate widerrufen. Auf Grund dieser beiderseitigen Aus- sagen sprechen die genannten Abte die Martinskirche dem Kloster Gengenbach in temporalibus zu. indem sie den Spruch der früheren Richter bestätigen und dem Bischof und Scholastikus wegen ihrer Ansprüche Schweigen auferlegen. Sie betonen ausdrücklich, daß der Bischof, wenn er auch bei der Verhandlung nicht zugegen war, doch durch ein besonderes Schreiben (Reg. 912) im voraus ihre Entscheidung anerkannt habe. Or. Karlsruhe, GLA. 30/62. Drei Hängesiegel an Hanftaden, zerbrochen. Regest: Schulte, ZGOR. NF. IV, 99 nr. 13. 914

Die Abte von Kreuzlingen, Petershausen und Stein teilen dem Bischof Berthold mit, daß sie nach Empfang seines Schreibens (Reg. 912) den Abt von Gengen- bach und den magister Heinrich vorgeladen und nach Anhörung der von beiden Seiten vorgebrachten Gründe den Streit um die St. Martinskirche zu Gunsten des Klosters entschieden hätten. Sie fordern den Bischof auf, den Abt und das Kloster Gengenbach künftighin im Besitz dieser Kirche nicht mehr zu stören. Or. Karlsruhe, GLA. 30/62. Drei Hängesiegel an Pergament- streifen, abgef. Regest: Schulte, ZGOR. NF. IV, 99 nr. 10. 915

bestätigt dem Kloster Gengenbach den Besitz der St. Martinskirche unter Hin-

Do

weis auf die früheren Bestätigungen durch den Papst, Bischof Heinrich und das Domkapitel (Vgl. oben Reg. 866) sowie auf die neuerdings über diese Kirche getroffene EntscWdung (Regg. 914. 915). Or. Karlsruhe, GLA. 30/62. Hängesiegel an rot-gelben Seidenfäden, abgef. Reg. Schulte, ZGOG. NF. IV, 99 nr. 11. Diese und die anderen auf den Gengenbacher Prozeß bezüg- lichen Urkunden sind transsumiert in einem Schreiben der Abte v. Schuttern, Schwarzach und Ettenheimmünster sowie des Archidiakons und Dekans von Zinsweiler an den Papst, worin die Genannten für das Kloster Gengenbach um Bestätigung dieser Urkunden bitten. Das Schreiben ist undatiert, kann aber wegen des darin erwähnten Todes Konrads v. Porto nicht vor 1227 Okt. abgefaßt sein. Or. Karlsruhe. GLA. 36/162. Von fünf Siegeln an Pergament- streifen ist nur das des Abtes v. Schwarzach z. T. erhalten. Erw. Schulte. ZGOR. NF. IV. 97 Anm. 2. 916

schließt mit dem Grafen S. von Dagsbiurg (Tagesburc) folgenden Vertrag: Der Graf tibergibt dem Bischof und der Straßburger Kirche alle seine Rechte in dem alten und neuen castrum Girbaden. Der Bischof behält für sich und seine Kirche das ganze Gebiet, das auf der einen Seite von dem Lauf des Rintbach bis zum Flusse Brusca, auf der andern vom pratum comitis und dem Lauf der Magela gleichfalls bis zur Brusca begrenzt wird, mit den homines, castellani, residentii und allen Gerechtsamen. Nur die Befestigung (munitio) im äußeren Gebiet des novum castrum bei dem Fels Valckenstein, dazu vier mansiones, nämlich die Häuser der milites Walram, Rudolf von ßaldeburnen, Dietrich von Bisco-

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Bertliold I.

1226

Nov. 2

Nov. 24 Würzburg

Nov. 27 i Würzburg

vesheim uud des Vogts Anselm vou Wazzelheim, ferner einen Weinberg mit Wiese und Schäferei, endlich alles, was außerhalb der angeführten Grenzen dazu- gehört, überläßt er als privatum et absolutum feodum dem Grafen und den von diesem bestimmten Erben. Der Bischof sagt ihm in bonis ad dotem suam pertinentibus jede Unterstützung zu, die der dominus seinem Vasallen schuldet und verpflichtet sich, falls er nach dem Urteil von sechs Schiedsrichtern als solche hatte man gemeinsam Graf H. von Werde, 0. von Ohsenstein, E. von Audelahe, B. vou Gerolsecke, Scholastikus W. und A. Begere ausersehen sein Versprechen bricht, sich nach Straßburg zu begeben und daselbst zu ver- bleiben, bis er dem Grafen lOüO Mark gezahlt hat. Unterläßt er es, so müssen die von ihm bestimmten Bürgen für ihn eintreten. Der Graf verspricht für sich und seine Nachfolger im Lehen dem Bischof die schuldige Treue. Er darf das Lehen ohne Willen und Wissen des Bischofs nicht veräußern, sondern muß sich darin nach den Anordnungen des Grafen H. von Werde, E. v. Andelahe, Scholastikus W. und A. Begere richten. Hält er seine Verpflichtung nach dem Urteil der sechs Schiedsrichter nicht, so geht er seines Lehens gänzlich ver- lustig. Der Bischof verspricht schUeßlich, den Grafen mit den castra Tagesburc und Berenstein, falls er sie für sich und seine Kirche erwerbe, in der früher angegebenen Form nach Bestimmung der vier genannten Schiedsrichter zu belehnen. Acta sunt hec presentibus B. decano, W. scolastico, et Ar. de Bürgehi canonicis maioris ecclesie in Argentina, H. comite de Werde, 0. de Ohsenstein. B. de Geroltsecke, . . . advocato de Hunsvelt, E. de Andelahe, E. de Mundingen et A. Begere anno 1226, mense septembri, in die Michahelis. Or. Straßb. B.-A. G 728 (1 ). Hängesiegel des Grafen an Hanfschnur, abgef. Würdtwein, Nova subs. XIII, 292 nr. 76 ex üb. sal. 1347 fo. 76. Grandidier, Oeuvr. III, 302 nr. 290; BFW. 10974. Erw. Straßb. ÜB. I, 162 nr. 201. Vgl. Winkel- mann, Friedr. IL, I, 397 f. 497 ; Fritz, Territorium, 43 ff. 917

Die Brüder Hermann und Heinrich, Markgrafen von Baden, schenken ob devo- tionem qua ecclesie Argentinensi et domino nostro B. ipsius ecclesie presuli specialiter comprobamus astricti. die gesamte in den Bistümern Metz, Straßburg und Basel gelegene Erbschaft ihrer Nichte Gertrud, der Tochter des Grafen Albert von Dagsburg (Tagisburc), die iure proprietario sive hereditario an sie ge- fallen ist, der Straßburger Kirche, insbesondere die castra Tagisburc, Girebaden, Bernstein und Egensheim mit aUen Besitzungen, Leuten, Kechten u. Zubehör. Sie schwören mit körperlichen Eid, auf Verlangen des Bischofs überall und jederzeit vor jedem weltlichen oder geistlichen Kichter für die Schenkung Gewähr (warandia) zu leisten und erklären sich zu jederlei evictio verpflichtet. Acta sunt hec presentibus testibus hüs et rogatis ad hoc : E. preposito, B. de- cano, F. cantore, Uol. scolastico, A. camerario, H. portario canonicis Argenti- nensibus; L. de Liethenberc, B. vicedomino, A. Begeroue miUtibus; C. Virne- corn, Erbone iudice, E. sculteto civibus Argentinensibus et aliis quampluribus anno 1226, IV. non. novembris. Or. Straßb. B.-A. G 41 (1). Zwei Hänge- siegel an grünen Seidenfäden, 1. abgef.. 2. Frgt. Grandidier, Oeuvr. III, 303 nr. 292 aus Or.; Laguille, Hist. de la prov. d'Als. pr. p. 33 aus einer Abschr.; Auszug bei Schoepflin, Hist. Zar. Bad. V. 172. BF. 10977 ; Fester, Eeg. d. Markgr. v. Baden, 278. Erw. Straßb. ÜB. l, 163 nr. 202. Vgl. Winkel- mann, Friedr. II., I, 497 : Fritz, Territorium 41 ; Gumhch, Beziehungen Lothr. z. deutsch. Eeich, 25 : v. Weech, Bad. Gesch. 17 f. ; Hessel. Arch. f. Urk. Forsch. VI, 270. 918

Zeuge in der Urkunde König Heinrichs VII für Giere. Nachtr. 326 nr. 601 A.

Knipping, Köln.

Eeg. 919

Zeuge in der Urkunde König Heinrichs VII. für Erzbischof Siegfried von Mainz. Huillard-Breholles II, 899 ; MG. Const II, 409 nr. 294. BF. 4028 ; Böhmer-Will II, 194 nr. 422. 920

Berthold T.

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Nov. 28

N(

Dez.

Würzburg

1227

März 4

Köui"' Heinrich (^^I.) bestätigt auf dem Hoftag zu Würzburg das Abkommen zwischen seinem Vater und ihm einerseits, dem Straßburger Bischof, dilectus princeps noster, und seiner Kirclie andererseits, das er schon zu Speier gut- geheißen hatte (Eeg. 891), und verspricht, binnen einem Jahr vom nächsten Dreikönigstag an die feierliche Genehmigung seines Vaters zu erwirken. Weil der Bischof ihm das längst angesprochene Lehen der Straßburger Kirche jenem Vertrat gemäß geheheu hat, so verziehtet er auf alle Ansprüche auf die Güter der verstorbeneu Gräfin von Dagesburc, der Tochter des Grafen Albert, die der Bischof von den Erben, den Markgrafen Hermann und Heinrich von Baden, gekauft hatte (Reg. 918). Der König will ferner bis Weihnachten die neu- erbaute Burg von Girbaden in des Bischofs Gewalt geben und verspricht, auch hierzu die Genehmigung seines Vaters beizubringen. Gelingt ihm dies nicht, so hat er dem Bischof 1000 Jlark Silber zu zahlen, iür welche er ihm das castrum Wichersheim verpfändet, das der Bischof einstweilen den Brüdern Heinrich und Albert von Hohenstein zu bewahren gibt. Testes: H. Herbi- polensis, S. Augustensis, E. Eistetensis episcopi, H. prothonotarius, prepositus Argentinen.sis, L. dux Bawarie, marchio de Baden, C. burgravius de Nurinberc, comes Egeno, H. comes de Dilingen, H. nobilis de Liehtenberc, C de Ohsen- stein. E.°dapifer de Walpurc. C. et E. de Winterstett et Dieto de Eafeusburc, W. scolasticus, A. camerarius Argentinensis et alii quamplures. Acta 1226 apud Herlnpolim, in sollempui curia, IV. kal. decembris. ind. Ib. Or. Straßb. B.-A. G 2722 (5). Sechs Hängesiegel an Pergamentstreifen, abgef. Schoepflin, Als. dipl. 1, 3.Ö7 nr. 444, unvollständig, ex lib. sal. 1347 = Huil- lard-Breholles II, 900: Böhmer, Acta imp. sei., 279 nr. 3 19. Fürstenberg. ÜB. I, 148 nr. 345; BF. 4029. Erw. Straßb. ÜB. I, 163 nr. 203. Vgl. Fritz, Territorium. 42. 75 ; Kaufmann, Entstehung v. MühDiausen, 23 ; Meister, Hohenstaufen im Elsaß, 89 f. 921

Zeuge in der Urkunde König Heinrichs VII. betr. Cambrai. Huillard-Breholles II, 891 : MG. Const. II, 407 nr. 292. BF. 4025. 922

Graf Siegbert von Wörth (Werde) und sein Sohn Heinrich, comites Alsatienses, be- urkunden, daß vor ihnen, in iudicio publice constituti, die Markgrafen Hermann und Heinrich von Baden wegen der Erbschaft ihrer Schwestertochter, der Grafin von Tacresburc. erschienen seien. Auf dem Hoftage zu Worms (vgl. BF. 3978 a) in Gege°nwart des Königs hatten die Fürsten in dem Erbstreit zwischen den Badeneru und dem Herzog von Brabant einen Spruch gefällt, der die auf die Erbschaft Anspruch erhellenden an den Grafen verwies, in dessen Grats^chatt die strittigen Besitzungen gelegen seien. Die beiden Landgrafen erfanden daun, secundum ius terreque nostre consuetudinem antiquam et approbatam, die Markgrafen als die alleinigen rechtmäßigen Erben. Nach cüesem feierlichen Urteil übertrugen diese ihre ganze Erbschaft mit allen Eechten und Zubehör libere ac donatione perpetua dem Straßbiurger Bischof und seiner Kirche. Acta sunt hecl226 mense Decembri iuxta viUam Holzheim, presentibus hiis: Eein- hardo preposito, Ülrico scolastico, Arnoldo camerario, canonicis Argentinen- sibus; Heinrico et Ludewico fratribus de Liehtenberc, Burchardo de Geroltes- ecken, Ottone de Ohsenstein, Alberto et Burchardo Begeronibus et aliis quam- pluribus. Or. Straßburg, B.-A. G 41 (2). Zwei Hänges.egel, abgef. Grandidier, Oeuvr. III, 302 nr. 291 aus Or.; LaguiUe. Hist. de la prov. d Als. pr p 34 und Schoepflin. Hist. Zar. Bad. V, 173 aus emer Abschr. BFW. 10978. - Erw. Straßb. ÜB. 1, 163 Anm. 2. Vgl. Fritz, rerntorium, 40 ffi ; AVinkelmann, Friedr. II., I, 497 ; MGEGDiE II. XVII. 168. 923

Äbtissin Hedwig von Audlau (Andelahe) überträgt mit Zustimmung des Kapitels, der Beamten, Vasallen und Ministerialen ihrer Kirche alle einstigen Rechte der Dagsburger an dem castrum Dagesburc, das einst Graf Albert und seine Tochter von der Kirche von Audlau iure hereditario besaßen, auf den Bischof und

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Berthold I.

1227

Apr. 25

Juni 11

die Kirche vou Straliburg gegen Zahlung des seit Alters festgesetzten Zinses. Presentes: Otto de Ossenstein, Eberbardus de Andelabe, Bernardus de Scbab- rocb, Anseimus et frater eius Heinrichus, Theodericbus de Kunigesbeim, Wige- ricbus de Kincliort, Hugo de Mittelhus, vasalli, offitiarii, et ministeriales et alii quamplures. Acta 1227, IV. non. marcii, episcopatus Bertboldi anno 4. Scribente Guntero. Or. Straßb. B.-A. G 728 (1»). Zwei Hängesiegel (der Äbtissin und des Kapitels) an Seidenfäden, ganz zerstört. Scboepflin, Als. dipl. 1, 360 nr. 449 ex cbart. civ. Arg. Grandidier, Oeuvr. III, 305 nr. 29H ex lib. sal. 1347 fo. 28 et ex lib. sal. abb. Andlawien. fo. 10 ^ Erw. Straßb. ÜB. I, 163 Anm. 2. Vgl. ZGOK. NF. XXVII, 461 Anm. 2. 924

Graf H. vou Wörtb (Werde), 0. von Ochseusteiu, B. von Geroldseck (Gerolsecke), U. Scbolastikus von Straßl)urg, E. von Andlau (Andela) und A. Begere, die ge- wählten Schiedsrichter in dem Streit zwischen dem Straßburger Bischof und dem Grafen Simon von Dagsburg (Dagesburc), sprechen diurcli Eudurteil den Bischof und dessen Kirche von aller Ansprache des Grafen los. Acta sunt hec anno gracie 1227, menseAprili, in die b. Marci evangeliste. Abschr. 16. Jhs. Straßb. B.-A. G 3465 nr. 277. Grandidier. Oeuvr. III, 307 nr. 298 ex lib. sal. 1347 fo.4. BFW. 10989. Vgl. Fritz, Territorium, 46; Winkelmann, Friech:. II., I, 514 und oben Reg. 917. 925

Papst Gregor IX. gibt dem Abt von Hoeningen (Hegennehe) und seinen coniu- dices den Auftrag, wenn Bischof und Kapitel von Straßburg den R(udolf), Kanoniker von St. Moritz in Hildesheim und Kaplan des Kardinalbischofs von Porto, nicht als Kanoniker aufnähmen und ihm die nächste freiwerdende Pfründe übertrügen, dies mit richterlichen Zwangsmitteln, non obstante con- stitutione generalis concilii, durchzusetzen. Eeg. Vat. 14 fo. 18. MG. Epp. saec. XIII. I, 274 nr. 359. BFW. 6702 ; Auvray, Reg. Greg. IX, nr. 116 ; Straßb. ÜB. IV, I, 14 nr. 24; ÜB. d. Hochstifts Hildesheim II, 100 nr. 233. Vgl. auch MG. a. a. 0. 272 nr. 357. 925

beurkundet, daß auf seine Bitten die Kanoniker von St. Thomas den Domini- kanern den neben deren Haus gelegenen Garten gegen fünf aree in der Holtz- heimersgasse und in der Parochie von Alt-St. Peter vertauschten. Der Dekan vou St. Thomas, zu dessen Amt der Garten bisher gehörte, erhält die fünf aree, muß aber dem Kustos und dem portarius von St. Thomas jährlich eine be- .stimmte Zahlung leisten. Presentes: t^lricus de Dalmazingen, Hermannus de Erenberg portarius, magister Heiuricus de Lutenbach canonici Argentinenses ; Wernherus der Beger, Reinholt Vitulus, Wernherus der Kage, Johannes filius iudicis, Otto Ripelin, Walt. Virnekoru. Goesselinus et alii quamplures. Anno domini 1227, ind. 15. Abschr. 15. Jhs. Straßburg. St.-A. St. Thom. Reg. B. fo. 118^-. Ch. Schmidt, Hist. du chap. de St. Thomas. 305 nr. 23; Straßb. ÜB. I, 166 nr. 208. (Vgl. IV, I, 210 nr. 29.) Vgl. Rev. d'Als, V. 242. 927

erobert nach Belagerung von fast einem Monat die Burg Bernstein. Bericht in den Ann. Marb. zu 1227 (Schulausg. S. 91): B. Arg. episc. completo fere mense uno in obsidione castri Bernstein tandem expugnavit et obtinuit illud; siehe auch Eich. Seuon. MG. SS. XXV. 312. Vgl. Wimpfehng, Catalog. (1651), 59; Guilhmannus, de episc. Arg. 272 ; Fritz, Territorium, 46 f. ; Winkel- mann, Fr. II., I, 514 und unten Reg. 934. Hiermit hat Bischof Berthold seinen Ansprüchen auf die Dagsburgische Erbschaft, die er bisher nur durch Verhandlungen gefördert hatte (Reg. 917. 918. 921), nun auch durch einen bedeutsamen militärischen Erfolg stärkeren Nachdruck verliehen, indem er den einen seiner Rivaleu, den Grafen Simon v. Dagsburg, seines Hauptstütz- punktes beraubte ; als der Bischof dann auch seiner anderen Gegner Herr ge- worden war (Reg. 933), blieb dem Grafen nichts übrig, als auf Burg Bernstein und die übrigen von ihm beanspruchten und besetzten Gebiete zu verzichten (Reg. 934). 928

Berthold I.

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1228

Jan. 19

Jau.

März 29

März

Hageuau

Papst Gregor IX. bestätigt dem Straßburger Bischof und seiner Kirche die Burgen und Besitzungen, welche er von den Markgrafen von Baden gekauft hatte und welche ihm durch den Grafen Siegbert von Alsatia. iu dessen Grafschaft die "•enaunteu Besitzungen hegen, gerichtlich zugesprochen worden waren. Or StraOb. B.-A. G 44 mit Bleibulle. Schoepflin, Als. dipl. I, 359 ur. 448 ex sched. Wencker. BFAV. 6720; P. 8109; Ürandidier, Oeuvr. UI, 305 ur. 295. Man wird aus dieser Urkunde entnehmen können, daß Bischof Berthold bereits um die Jahreswende bestrebt war, seine Beziehungen zur Kurie enger zu gestalten (vgl. dazu auch unten Keg. 935 9'.) ; Gregor, der eben damals den Kampf gegen den Kaiser mit den schärfsten Mitteln eröffnet hatte (BFW. 6710». 6714 a), wird bereitwillig die Gelegenheit ergriffen haben, sich durch Gewährung der AVünsche des Straßlmrger Bischofs einen tatkräftigeu Anhänger in Deutschland zu sichern. 929

einigt sich mit dem Abt und Konvent vou Hohenforst ( Alta silva). Das Kloster hatte alle pflugbaren Äcker in Altdorf, die zum castrum Girbaden gehörten, von der Tochter des Grafen Albert von Tagesburc für eine. Schuldsumme von 120 Metzer Pfund erhalten ; später hatte die Gräfin die Hälfte der Besitzungen für 25 Mark zurückgekauft. Propst R.. Scholastikus üol. und Pförtner H. von der Straßburger Kirche erzielen jetzt folgenden Vergleich : Der Abt und Kon- vent verzichten auf alle Rechte an den genannten Besitzungen zu Gunsten des Bischofs, dieser gibt ihnen mit Rat und Willen des Domkapitels 55 Mark Silber, von denen jährlich am St. Audreastage 11 Mark zu zahlen sind. Für die rechtzeitige Zahlung werden hundert Viertel Getreide (mensiirnei frumenti) und fünfzig Viertel Gerste in der bischöflichen curia Mollesheim zum Pfand gesetzt. Der Abt hat bei Termiuversäumnis das Recht, das Getreide zu ver- kaufen und den Erlös auf die 11 Mark anzurechnen. Ein Überschuß dabei kommt dem folgenden Jahr zu gut, ein Fehlbetrag muß im nächsten Jahr nachgezahlt werden. Durch Verletzung einer Bestimmung von Seiten des Bischofs wird der ganze Vergleich zu seinem Schaden hinföllig, und der Pförtner H., der für die Zwischenzeit alle diesbezüglichen Urkunden des Abts und Konvents in Verwahrung genommen, hat ihnen diese zurückzustellen. Acta sunt hec presentibus Reinhardo preposito, Uolrico scolastico, Hermanno portario et Arnoldo kamerario maioris eclesie Argentinensis et Eberharde plebano de Zaberuia, Heinrico kamerario uostro et Alberto milite de Herraotes- heim et Uolrico milite de Girbaden anno domini 1228, mense Januario. Or. Straßb. B.-A. G 43, zwei Hängesiegel, abgef. Unter der plica : ab. Gran- didier, Oeuvr. III, 309 nr. 302; ZGOR. VII, 193. Erw. Straßb. ÜB. I, 167 nr.209. Vgl.MGEGDiE. II, XVII, 168; Fritz, Territorium, 48 Anm.4. 930

Zeuge in der Urkunde König Heinrichs VII. über die Kastvogtei des Klosters Otenheim. Huillard-Breholles III, 369. BF. 4099. Vgl. Winkelmann, Friedrich IL, 1, 545 und unten Reg. 933. 931

beurkundet zusammen mit R. prepositus. B. decanus, V. scolasticus und dem gesamten Domkapitel, daß Bernandus miles de Scharoch, Miuisterial der Cäci- fienkirche zu Erstein, eine Mühle und deren area in ripa vulgo Mosiga versus viam orientalem que ducit ad curiam Gerute, welche er von Otto von Ohseu- stein zu Lehen hatte und für welche dieser dem Bischof das hominmm ge- leistet hatte, mit Zustimmung des Bischofs und Ottos von Ochsenstein dem Kloster Neuburg zu dauerndem Besitz überwiesen habe und zwar unter Em- wiüigung der Äbtissin und des Konvents (von Erstein), „cum ministeriales eccle^iarum bona sua sina cousensu dominorum suorum nequeant alienare.- Testes huius rei sunt: Dom. Hermannus de Eriuberch, Arnoldus de Burgelm, Chunradus de Wolfahe. Fridericus de Hagenowe, canonici Argentmenses ; dom. Ludewicus et frater eins dom. Heinricus, dom. Walterus de Mutmsheim, advocatus Argentinensis, liberi; ministeriales: Sigelmus burcgravius et Theo- dericus burcgravius, vicedominus Burchardus; Hesso de Vegersheim magister

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Berthold I.

1228

Juni 8

Blodelsheim

civiuni, Chonradus Virnecorn, Erbo iudex, Keinboldus Vitulus, Erbeliuus et alii quamplures. Acta anno domini 1228, mense Marcio, scribeute Guntero. Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, <iLA. Nacbl. Grand. II, 3 ib. 180 ex chartul. membran. abb. Novicastri fo. 28. 932

erringt zwischen Blodelsheim und Hirzfelden einen glänzenden Sieg über die Grafen von Pfirt und ihre Verbündeten, nachdem das Elsaß schon drei Jahre lang durch die gegenseitigen Feindseligkeiten verwüstet worden war. Auf Seiten des Bischofs stehen die Stadt Strasburg und Graf Albrecht v. Habsburg, während die Pfirter von dem Grafen Egeno von Preiburg und vierzehn Reichs- städten unterstützt werden. Den Bischof liehen, deren Fahnen mit dem Abbild der hl. Jungfrau geschmückt sind, gelingt es, einen großen Teil der Gegner gefangen zu nehmen und eine beträchtUche Beute an Zelten, Waffen und Pferden zu bergen. Zahlreiche Feinde finden ihren Tod im Kampfe und in den Fluten des Rheins. Ausführlichere Berichte: Ann. Marb. Schulausg. 91 f. (danach Königshofen. Dt. St. Chr. IX, 650): Chron. Ebersh. MG. SS. XXIII, 452. Kürzere Erwähnungen: EUenhardi Ann. MG. SS. XVII, 101: Ann. Colmar. min., ibid. 189; Ann. prior, cod. Ellenh., in der Schulausg. d. Ann. Marb.. 116: Continuatio Argent. Godefridi Viterb., ibid. 117; Ann. Argent. fratr. praed,, ibid. 127 ; Closener, Dt. St. Chr. VIII, 100. 102. Aus- führliche, aber z. T. unzuverlässige Angaben bei Maternus Berler, Chron. fo. 356 b, Code bist, et dipl. de la ville de Straßbourg, 2 » partie, 19 ; Speckhn, Collect., MGEGDiE. II, XIII, 245 nr. 891 : Tschamser, Annales der Baarfüseren zu Thann I, 88. Der Sieg von Blodelsheim bedeutete einen weiteren großen Erfolg Bischof Bertholds in dem Streit um die Dagsburgische Erbschaft. Nachdem er zunächst versucht hatte, seinen Ansprüchen vertragsmäßige An- erkennung zu verschaffen (Regg. 917. 918. 921. 923), und nachdem es ihm dann gelungen war, den einen seiner Gegner militärisch zu schlagen (Reg. 928), wandte er sich nach dem Oberelsaß, um auch den südlichen Teil der Erbschaft, Bgisheim und die benachbarten Gebiete, in seine Gewalt zu bringen. HJer hatte er ernsteren Widerstand zu gewärtigen, da seine eigentlichen Gegner, die Grafen von Pfirt, ihre Kräfte durch Bundesgenossen ansehnlich verstärkt hatten. Von wesentlichster Bedeutung war hier die Stellungnahme König Heinrichs VII. Dieser hatte zwar früher dem Straßburger Bischof gegenüber förmlich auf alle Ansprüche hinsichtlich der Dagsburger Erbschaft verzichtet (Reg. 921); aber wie er überhaupt häufig seine eignen Regierungsakte, teils gezwungen, teils aus freiem Willen, widerrief (semper anceps nennt ihn mit Recht der Ebersheimer Chronist. MG. SS. XXIIl, 453), so mochte er sich gerade in dieser Zeit der beginnenden Loslösung von der vormundschaftlichen Re- gierung an frühere Festsetzungen nicht mehr gebunden fühlen. Jedenfalls steht mit dem vorher ausgesprochenen Verzicht in schärfstem Widerspruch, daß er sich am 24. Sept. 1227 von den Pfu-ter Grafen die Burg Egisheim auf- tragen ließ und sie ihnen als Lehen übertrug (BF. 4080), und wenn vpir im November desselben Jahres außer den Pfirtern auch die Schultheißen von Hagenau, Colmar, Breisach, Neuenburg und die Vögte von Schlettstadt, Mühl- hausen und Delsberg in Heinrichs Umgebung finden (BF. 4089), so ist das ein Anzeichen dafür, daß Heinrich gewillt war, den Ansprüchen Bertholds jetzt oifen entgegenzutreten; denn die genannten Städte gehören zweifellos zur Zahl derjenigen, die bei Blodelsheim auf Seiten der Grafen von Pfirt kämpften (daß nicht vierzehn, sondern vier Städte zu den Feinden des Bischofs zählten, melden nur die Ann. prior, cod. EUenhardi : über die ünglaubwürdigkeit dieser Nachricht vgl. Bloch, Eis. Ann. 149 Anm. 3). Es ist sehr wahrscheinlich, daß Berthold, dem natürlich die gegen ihn gerichteten Umtriebe nicht verborgen bleiben konnten, noch einmal persönlich versucht hat, den König umzustimmen und seinen Rechten Geltung zu verschafien ; anders wird man wohl seine Zu- sammenkunft mit Heinrich in Hagenau im März 1228 (oben Reg. 931) kaum deuten können. Jedenfalls aber blieb dieser Bemühung der Erfolg versagt, und das Kontingent der könighcheu Städte wird einen nicht unwesentlichen

Berthold I.

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Teil der Streitkräfte gebildet haben, die ihm bei Blodelsheim entgegentraten. Von den sonstigen Bundesgenossen der Pfirter wird nur Graf Egeno von Frei- burg ausihrücklich genannt, dessen Parteinahme gegen Berthold sich aus seinen Ansprüchen in der Nimburger Erbschaftsfrage erklärt (vgl. Fritz, Terri- torium, 164 f. ; Heyck, Gesch. d. Hzge. z. Zähringen, 494 f.). König Heinrich, der sich an der Schlacht selbst nicht beteiligt hat, mußte doch bei seinen engen Beziehungen zu den Verbündeten deren Niederlage auch als einen eignen Mißerfolg empfinden und sich dadurch zu aktiverem Eingreifen veranlaßt sehen. So kam es, daß der glänzende militärische Erfolg, den der Bischof er- rungen hatte, den Feindseligkeiten noch kein Ziel setzte (vgl. unten Reg. 944. 952). Daß auch das Gebiet der Grafen von Pfirt .selbst durch die fortdauernden Kämpfe schwer betroffen wurde, ersehen wir aus den Klagen des Klosters Lützel. welches für die durch den Grafen von Habsljurg erlittenen Schädi- gungen später Vergütung erhielt (vgl. Steinacker, Reg. Habsb. lül; Buchinger, Epitome fastor. LucelL, 177). Für den Habsburger war seine Stellungnahme in dieser Fehde klar vorgezeichnet, da er nicht nur als Inhaber der Vogtei Rufach verpflichtet war. dem Bischof mit Watten und Mannschaften zu Gebote zu stehen (vgl. Fritz, Territor., 132 f ; Redlich, Rud. v. Habsb., 11 f.), sondern auch als primicerius (Ann. Ellenh. 1. c.) oder dux milicie et vector vexilli civi- tatis Argentinensis (Ellenh. (,'hron. MG. SS. XVII. 123) das städtische Auf- gebot zu führen hatte. Dieses aber wurde dem Bischof selljstverständlich zur Verfügung gestellt, da ja schon unter Heimrich v. Veringen nach Beseitigung der obwaltenden Differenzen ein freundliches Verhältnis zwischen Bischof und Stadt begründet worden war. welches die ganze Regierungszeit Bertholds und .seines Nachfolgers überdauerte (vgl. oben Reg. 853, S. 25 und Hessel, Arch. f. ürk. Forsch. VI, 273). Tagesdatum: Der 8. Juni ist gesichert durch die Ann. prior, cod. Ellenh. (VI. idus junii) und die C'ontiuuatio Argent. Godefridi Viterb. (festo Medardi); Closener gibt irrtümlich den lU. .Juni (14 naht vor sünegihten an Stelle der römischen Tagesbezeichnung seiner Vorlage). In den Ann. Marb. und Chron. Ebersh. ist der Tag nicht angegeben. Die Abweichun- gen späterer Berichte sind auszuschalten (Berler: pfiustmentag ;= 15. Mai, danach Strobel I, 492; Guillimann. De ep. Argent. 22 : 12. Juni). Im all- gemeinen vgl. noch Fritz. Territor., 46 f.: Winkekuann, Friedr. IL, I, 515 f; BFW. 11019»: Steinacker. Reg. Habsb. 132; Fürstenb. ÜB. 1, 152 nr. 353; RedHch, Rud. v. Habsb., 19: Riezler, Gesch. d. Hauses Fürstenb., 49 f.; Schulte, Gesch. d. Habsburger, 93 : Quiquerez, Bist, des comtes de Ferrette, 33 ff. ; Heyck, Gesch. der Hzge. v. Zähr., 474 f.; Schmidlin, Gesch. d. Sundgaus, 100. 933

Juli 5 Straßburg schließt einen Vertrag mit dem Grafen Simon v. Dagsburg (Dagesburc). dilectus consanguineus noster et ecclesie nostre homo legius. Er erneuert dem Grafen die Belehnung mit seiner Befestigung (munitio) in dem neuen bischöflichen castrum Girbadin mit den beiden castellani Dietrich v. Bischovesheim und Anselm. Vogt von AVazilinheim, sowie allen Rechten und Zubehör: aus- genommen bleiben die Vogtei und alle Güter in Altorf, ferner der Wald Nuwebari, der ohne irgendwelche Schädigung gemeinsam zu benutzen ist. Auch die Fischereien sollen Gemeingut (comunes) sein. Die einstigen Leute des Grafen, die in dem castrum oder unterhalb desselben wohnen, gehören dem Bischof, und es dürfen in Zukunft dort keine weiteren Leute des Grafen mehr aufgenommen werden. Der Graf und die Seinen dürfen nur durch das bischöfhche Tor ein- und ausgehen. Den Leuten der Güter von Altorf ver- bleibt ihr bisheriger Anteil an dem alten Walde von Girbaden. Dem Grafen wird die Benutzung des Schoß-Hauses (domus scottonis) weiterhin gestattet. Das Lehen des Grafen ist so abgegrenzt, daß der Bischof das ganze Gebiet zwischen Ruitbach und Magel behält ausgenommen den Weinberg und die Wiese des Grafen und die Schäferei (curtis ovilis) : diese gehören mit der mu- nitio und dengesamten castellani und allem, was auBerhalbjener Grenze Hegt, jedoch ohne Altorf zum Lehen des Grafen. Der Graf darf für sein Lehen

Regesten der Bischöfe von Slraßburg. <

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Berthold I.

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jeden beliebigen dem Bischof als Nachfolger ]iräsentieren. ausgenommen einen Herzog, König oder Kaiser und deren Söhne, ^\'ill der Graf von seiuer mu- nitio in Girbaden gegen irgend jemanden mit Gewalt vorgehen (offendere), so hat er vorher den Bischof zu benachrichtigen. Dieser kann den Schuldigen veranlassen, sich dem bischöf heben Gericht zu stellen; weigert ersieh, so darf sich der Graf von der mimitio aus gegen ihn verteidigen. Der Graf wkd mit dem castrum Dagsburg nebst allem Zubehör, ausgenommen Vasallen und Ministerialen, belehnt; die zugehörigen Burgmannen verbleiben ihm. Das Kloster Hesse erhält, wenn es AUod ist, der Bischof, wenn Lehen, der Graf Kenchen (Reinecheim) und Ullenburg (ülmeburc) sollen bis zur A\'oche nach Ostern ( octava pasche) von den Markgrafen von Baden zurückgekauft uud dem Grafen Simon zu Lehen gegeben werden. ^\'ird der Termin nicht eingehalten, so erhält der Graf bis zum erfolgten Rückkauf das bischJifliche castrum in Ringelustein von Burchard vou Geroltiseke und Ludwig von Liehtiuberc, denen der Bischof das castrum gegenwärtig anvertraut hat. mit Pfund Einkünften der geltenden Straßburger Jlüuze (monete in civitate Argentinensi currentis). Zu Taxatoren dieser Einkünfte werden Burchard vou Geroltiseke, Ludwig von Liehtiuberc, Anselm vou AV angin und Albert von Hermuotisheim bestimmt ; bei Uneinigkeit entscheiden die beiden ersten. Der Graf und seine Erben dürfen die Lehen Dagsburg und Renchen weder verkaufen noch veräußern, noch ir- gend jemanden zum Nachfolger in ihnen ohne Erlaubnis des Bischofs be- stimmen. Verstoßen sie hiergegen ohne berechtigten Grund, so fallen alle ihre bischöflichen Lehen an die Kirche zurück. Als Bürgen für den Vertrag stellt der Graf: patrem suum comitem de Liningeu, Bertoldum comitem de Sülze, Bertoldum prepositum et Cuonradum archidiaconum Aquilegensem concano- nicum nostrum, nobiles vüros Eberhardum et Ottonem fratres de Eberstein. Wird der Vertrag durch den Grafen oder seine Erben verletzt, so müssen die Bürgen innerhalb acht Tagen nach der bischöflichen Mahnung in Zabernia prope Borre einreiten. Der Bischof stellt als Bürgen : Friderichum cantorem, Uolricum scolasticum, Arnoldum camerarium, Friderichum de Hagenowe con- canonicum nostrum, Burchardum Puerum, Friderichum de Offenwilre, Theode- richum St(e)hellinum, Wilhelmum Begere, Ruodolfum soultetum. Sygelinum milites; Erbonem iuniorem, Friderichum filium Dispensatoris, Erbelinum bre- viorem, Johannem Vitulum, Hartungum, Sivridum Wulledin. "Wenn der Bischof die Verpfändung von Riugelstein an den Grafen hindert, so müssen seine Bürgen in Zabern einreiten. Der Graf verzichtet dem Bischof und der Straß- burger Kirche gegenüber auf alle Rechte im castrum Berustein, auf alle An- sprüche, die er und seine Erlien auf das castrum Eginisheim geltend machen könnten, endlich auf alle anderen Burgen, (uiter und Rechte, die der Bischof von den Markgrafen gekauft hat. Graf und Bischof versprechen sich gegenseitig die Unterstützung, welche dominus uud homo legius einander schulden. Alle trüberen Verpflichtungen, fideiussoria. imratoria, pignoraticia werden hierdurch ungültig ; alle diesbezügUchen Urkunden sind zu kassieren. Es werden zwei Ur- kunden ausgestellt, die für den Grafen bestimmte mit den Siegeln des Bischofs, des Domkapitels und der Stadt Straßburg, die für den Bischof l:)estimmte mit den Siegeln des Grafen, seines Vaters, des Grafen von Liningeu, und seines Oheims, des Bischofs von Worms, besiegelt. Testes huius rei sunt: Bertoldus decanus, Heinricus frater eius archidiaconus, Ludewichus lurchidiaconus, Cuon- radus archidiaconus, Albertus comes de Habichesburc, Burchardus de Gerol- diseke, Ludewichus de Liehtiuberc, Burchardus deEhenheim, quondam scultetus, Erbo et Wezel quoudam iudices, Cuonradus custcjs et Karolo scolasticus Ho- naugenses et alii quamplures. Actum auuo domini 1228. 111. nonas iulii, in civitate Argentinensi. Or. Straßb. B.-A. G 45. Hängesiegel (Reitersiegel mit Rücksiegel) des Grafen von Dagsburg, Frgt. Graudidier, Oeuvr.lll, 313 nr. 307 ex autogr. tab. episc. Tabern. Als. BFW. 11022. Erw. Straßb. ÜB. 1, 167 nr. 211. Vgl. Fritz. Territorium, 48. 108. 144: Winkelmann, Friedr. 11. I, 515 Anm.6; Winter, Gesch. des Rats, 65; Brinkmeyer, Gesch. v.

Bertliold I.

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T238~

vor Ende August

August

Sept. 26

Sept. 27

Sept. 28

Nov. 29

Leiningen T, 48 ; Behrlen, Orteuau V, 43. Die Erwerbung von Girbaden und Bernstein erwähnt auch Richer. Senon. MG. SS. XXV, 312. 934

schickt den Abt Heinrich v. Ebersh. MG. SS. XXIII, 4; ad curiam Romanam.

sein, da die Ausfertigung Straßburger Kirche (Reg. Abtes in Rom veranlaßt bezeugt ist. Über das f. ürk. Forsch. VI, 270.

Ebersheimmüuster nach Rom. Bericht im Chron. i2: interim abbatem quem uuper imposuerat mittit Die Sendung kann spätestens im August erfolgt der verschiedenen Urkunden Gregors zu Gunsten dsr 936 939) durch die persönliche Anwesenheit des wurde. Vgl. bes. Reg. 939, wofür dies ausdrücklich Verhältnis des Bischofs zur Kurie vgl. Hessel, Arch.

935

Papst Gregor IX. ermahnt die Erzbischöfe von Mainz und Trier sowie den Bischof von Worms, König Heinrich VII. zu veranlassen, daß er von der Verfolgung der Straßburger Kirche abstehe, und nötigenfalls die Exkommunikation über ihn auszusprechen. Abschr. 13. Jhs. Perugia, Bibl. muuic. ms. 302. Re- gest: BEC. LXX, 324 nr. 24. 936

wird von Papst Gregor IX. wegen seiner Ergebenheit gegen die römische Kirche belobt und erhält die Zusicherung, daß er von dem Frieden der Kirche nicht ausgeschlossen sein solle, daß vielmehr der apostolische Stuhl ihm als semeni getreuen Anhänger ganz besonders beistehen und nach Möglichkeit Ent- schädigung verschaffen werde. Er wird aufgefordert, standhaft und uner- schrocken die Rechte seiner Kirche und die kirchliche Freiheit zu schützen, unentwegt für die Ehre der römischen Kirche einzustehen und im Vertrauen auf ihre Hilfe ihren Verfolgern zu widerstehen. Dat. Perusii, VI. kal. octobris, pontif. nostri anno secundo. Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3 fo. 181. Grandidier, Oeuvr. III, 317 nr. 310 es lib. sal. 1347 fo. 43. BFW. 6739. Vgl. AVinkelmann, Friedr. IL I, .516. II, 31. 937

Papst Gregor IX. lobt die Vasallen der Straßburger Kirche wegen ihrer treuen Ergebenheit, ermahnt sie, an dieser Gesinnung weiterhin festzuhalten, und sichert ihnen Unterstützung seitens der römischen Kirche zu. Dat. Perusii, V. kal. octobris, pontif. nostri anno secundo. Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3 fo. 182. Grandidier, Oeuvr. III, 317 nr. 311 ex lib. sal. 1347 fo. 43. Entsprechende Schreiben ergingen an die Ministerialen (Grandidier, a. a. 0. Anm. ex lib. sal. fo. 44) und an die Bürger der Stadt (Or. Straßb. St.-A. AAu. 1391. Bleibulle abgef. AVinkelmann, FdG. XV, 380 nr. 5; Straßb. ÜB. I, 168 nr. 212. BFW. 6740; P. 8263 a.). 938

erhält von Papst Gregor IX. de gracia speciali apostolica das Recht, alle die- jenigen, welche Rechte, Leute und Güter der Straßburger Kirche entzogen, in Besitz genommen und bedroht habeu oder dies in Zukunft tun werden, sofern sie, canonice moniti, nicht Genugtuung leisten, zu exkommunizieren und ihr Gebiet mit dem Interdikt zu belegen. Damit seine Sentenzen nicht mißachtet und umgangen werden, wird er ermächtigt, den Klerikern seiner Diözese nö- tigenfalls ihre beneficia und officia zu entziehen. Dat. Perusii, IV. kal. octobris, pontif. nostri anno secundo. Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3 fo. 183. Grandidier, Oeuvr. 111, 312 nr. 311 ex lib. sah 1347 fo. 46. Daß diese Erlaubnis durch den von Berthold nach Rom gesandten (vgl. oben Reg. 935) Abt Heinrich von Ebersheimmünster erwirkt wurde, be- richtet das Chron. Ebersh. MG. SS. XXIII, 452 : Qui ut bene poterat et ut notus erat domino suo, qui miserat eum, impetrat, quod omnes invasores ecclesie sue personaliter compescere per censuram possit ecciesiasticam. 939

wird von Papst Gregor IX. beauftragt, den Herzog von Lothringen nötigenfalls durch kirchHche Strafen dazu zu zwingen, daß er von seinen Ansprüchen auf

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Berthold I.

1328

1224— 122S

Neuweiler

1228— 1229

den Nachlaß der Kleriker abstehe, wie ihm der Papst, veranlaßt durch eine Bitte des Kapitels von St. Die', bereits befohlen habe. Dat. Perusii, III. kal. decembris, pontificatus nostri anno secundo. Or. Epinal, Arch. de'p. des Vosges, G 242. Regest: Le Mercier de Moriere, Catal. des actes de Matthieu II, 138 nr. 86. Entsprechendes Schreiben des Papstes an den Herzog von Lothringen vom 28. Nov. Or. ebda. Eeg. a. a, 0., 137

nr. 85.

940

inkorporiert vorbehalthch der bischöflichen Rechte dem St. Peterskloster in Neuweiler die dem Patronat des Klosters unterstehende St. Adelphikirche da- selbst und bestimmt, daß diese Inkorporation nach der Amtsenthebung des jetzigen Pfarrers Helewicus in Kraft treten soll. Actum anno incarnationis domini 1228 ind 1. haec apud conventum mouasterii Novillarensis. Ab- schr. 15. Jhs. Straßb. B.-A. G 5661 fo. 2. MGEGDiE. II, XIX, 363 nr. 2 aus einer modernen Abschr. des lib. privilegiorum fo. 3 in Neuweiler. Paroch.-A. Grandidier, Oeuvr. VI. 107: MGEGDiE. II, XVIII, 259. 941

beschließt zusammen mit Reinhardus prepositus, Bertoldus decanus, Fridericus cantor et custos, Ubicus scolasticus und dem gesamten Domkapitel, daß nach seinem Tode die zwei prebendarii episcopi (vgl. oben Reg. 895) beibehalten werden sollen. Es wird zugleich bestimmt, dass die neu einzusetzenden zwei ebdomadarii und deren Nachfolger stets Priester seiu sollen und daß diese vier in wochenweisem Wechsel die Totenmessen zu halten haben. Den ebdoma- darii soll de communi wathscare ebensoviel gegeben werden, als den Brüdern : den vicarii episcopi steht die communio panis et cene et piscium de communi in refectorio zu. Bericht im Melker Seelbuch fo. 103 ^ Straßb. ÜB. IV, I, 45 Z. 18 S. Die Richtigkeit der von d' Hautemer (vgl. oben Reg. 895) gegebenen Datierung z. J. 1240 muß bezweifelt werden, da im Melker Seelbuch die Ein- träge erster Hand zusammenhängend in den Jahren 1224 1228 gemacht worden sind (vgl. Straßb. ÜB. IV. I. 21 Z. 12 ff.). Über die clerici episcopi und ebdomadarii vgl. im aUg. Hinschius, Kirchenrecht II, 80. 141 ; Ph. Schnei- der, Die bischöfl. Domkapitel, Mainz 1885, 70 ff. ; außerdem Straßb. ÜB. IV, I, 42 Z. 27 ff. Zu wätscare (= Bekleiduugsgeld, Gewandzius) siehe Lexer, Mhd. Handwb. III, 706; Brinkmeier, Gloss. dipl. II, 720. 942

PfalzgrafR(udolfII.) V. Tübingen (Tuvingen) trägt mit Zustimmung seiner Söhne die ihm erbeigeuen Besitzungen castrum Wilere, ecclesia Nagelte, villa Irin- gesberc, Schermen und Gotelving mit der villa Hohdorf dem Bischof und der Kirche von Straßburg zu Lehen auf. Dat. 1228, ind. nona (!). Or. Straßb. B.-A. G 2712 (6). Hängesiegel an Seidenfäden, abgef. Grandidier, Oeuvr. III, 316 nr. 308 ex hb. sal. 1347 fo. 75; Wenck, Hess. Landesgesch. ÜB. II, 146 nr. 108 und Wirttemb. ÜB. IH, 239 nr. 752 aus einer (jetzt nicht mehr vorhandenen) Abschr. im Darmstädter St.-A. ex libro sal. membran. summi capituli Argent. fo. 75. StäHn, Wirtt. Gesch. II, 445. 943

Die Erfolge, welche Bischof Berthold im Lauf des Jahres 1228 in der Dags- burgischen Erbschaftsangelegenheit errungen hatte (vgl. oben Regg. 928. 929. 933. 934), riefen alsbald gesteigerte Gegenanstrengungen seiner Widersacher hervor. Die Grafen von Pfirt und die mit ihnen verbündeten Reichsstädte suchten Stadt und Bistum Straßburg nach Kräften zu schädigen, indem sie den Verkehr zu Wasser und zu Lande sperrten und die bischöflichen villae ver- wüsteten. — Berichte in den Ann. Marb. Schulausg. 92 und bei Conr. de Fabaria, MG. SS. II, 181. Daß Schultheiß Wolfhelm v. Hagenau, der alte Gegner des Bischofs (vgl. oben Reg. 838), auch jetzt wieder eifrig die Zwietracht zu schüren suchte und besonders am königlichen Hof gegen ihn und die mit ihm zusammengehende Stadt agitierte, verdient vollen Glauben (Conr. de Fab. : Scultetus enim de Hagenowe, Argentine civitati non parum

Bertliold I.

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1328

1229

Jan. 20

Febr. 28

Mai 16

Juli 18

iufestus frequenter iu aula regis pessima percantabat ftallicinia). Er hatte damit umso leichteres Spiel, als die in der Frage der Dagsburger Erbschaft und der staufischeu Leheu zwischen König und Bischof bestehenden Gegensätze jetzt durch die allgemeine politische Lage noch eine bedeutende Verschärfung er- fuhren. Denn in der seit dem Pontifikatsan tritt Gregors eingeschlagenen ag- gressiven Kichtung der päpstlichen Politik war und blieb Berthold der ge- treueste Anhänger der römischen Kirche (vgl. oben Regg. 937. 938 ; Hauck IV, 808; Hessel, Arch. f. Urk. Forsch. VI, 270). Ob König Heinrich aber be- reits im Jahre 1228 sich an den offenen Feindsehgkeiten gegen Straßburg tätig beteiligte, ist nicht sicher zu ermitteln; der Wortlaut des päpstlichen Schreibens vom August des Jahres (oben Eeg. 936) spricht für diese Annahme, und man wird dann auf diese Zeit auch den entsprechenden Bericht des Chron. Ebersh. MG. SS. XXIII, 451 beziehen dürfen; vgl. Fritz, Territorium, 52 f.; Winkelmann, Friedr. II. I, 513 ft'. Seinen Höhepunkt erreichte jedoch der Konflikt erst nach der Rückkehr des Königs von seinem bairischen Feldzug, den er im Juli des Jahres 1229 unternahm (vgl. Winkelmann II, 71 und über die weiteren Ereignisse unten Regg. 950. 952.), 944

wird von Papst Gregor IX. beauftragt, diejenigen, welche die Besitzungen des Klosters Maulbronn überfallen und an sich gerissen oder die Zehnten bean- sprucht haben, durch Exkommunikation oder, falls sie Geistliche sind, durch Entziehung ihrer officia und beneficia zu züchtigen. Dat. Perusii, XIII. kal. februarii, pontificatus nostri anno secundo. Gr. Stuttgart, St.-A. Maulbronu. 3. 10. Peter, Svevia ecclesiastica, 573 ; Besold, Docum. rediviva monaste- riorum in ducatu Wirtemb. sitorum, 797 (ed. 1720, p. 494); Wirttemb. ÜB. III, 220 nr. 735 aus Or. Grandidier, Oeuvr. III, 310 nr. 303; P.8319. 945

beurkundet, daß er mit Zustimmung des Domkapitels das Kloster Schönenwerth (de Werde), cuius ius patronatus nobis et ecclesie nostre libere dinoscitur attinere, von jeder Abgabe (exactione et collecta) von seinen Gütern im Banne Rufaeh (in banno Rubyaceusi) befreit habe. Dat. anno domiui 1229, pridie kal. marcii, presentibus R. preposito, F. cantore, Vlrico scolastico, A. camerario, Richardo, magistro H. de Lutembach canonicis Argentinensibus et H. cantore Basiliensi et aliis quampluribus. Inseriert in Urk. Bischof Johanns von Straßburg von 1323 Mai 29; Or. Solothurn, St.-A. Schönenwerd. Solo- thurner Wochenbl. 1821, 373; Grandidier, Oeuvr. III, 352 nr.372 (zu 1239); Walter, ÜB. d. Stadt Eufach, 16 nr. 30. Erw. Straßb. ÜB. I, 169 nr. 214. Vgl. auch dieürk. vom22. Mail241, worin Propst Arnold, Dekan Berthold uud das Domkapitel dem Kloster Schönenwerth auf Bitten des Baseler Kantors Hugo bestätigen, daß es aus seinen von der Straßburger Kirche zu Lehen ge- henden Rufacher Gütern nur eine kleine Abgabe nomine decimarum zu ent- richten hat. Datum Argentine, anno domini 1241, XI. kalendas iunii. In- seriert in der genannten ürk. Bischof Johanns. Soloth. Wochenbl. 1821, 374;Straßb. ÜB. 1,210 nr. 273. 946

Papst Gregor IX. teilt dem Bischof v. Straßb. auf seine Anfrage mit, daß der Sohn eines getauften Juden, über den er in seiner Synode zu entscheiden hatte, dem Vater zuzuweisen sei, nicht der Mutter, die am jüdischen Bekenntnis festgehalten hatte. Dat. Perusii, XVII. kal. iunii, pontif anno tertio. ^ Reg. Vat 14 fo. 114. Decr. Greg. IX. lib. 3 tit. 33 de conv. infid.; Hartzheim, Concil. German. III, 536; Auvray nr. 298; Straßb. ÜB. IV, I. 47 nr. 37. P. 8399; Grandidier, Oeuvr. III, 318 nr. 314. 947

Papst Gregor IX. richtet an den Bischof v. Straßburg ebenso wie an viele andere deutsche Fürsten ein Schreiben, worin er gegen Kaiser Friedrich II. ver- schiedene Anklagen wegen seines Verhaltens auf dem Kreuzzuge erhebt uud den Empfänger auffordert, zur Verteidigung der beleidigten Kirche bereit zu sein. Dat. Perusii, XV. kal aug., pontif. nostri anno tertio. Eeg. Vat. 14

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Berthold I.

1229

nach Aug. 1

vor Auff. 18

Aug. 20

Ende Aug.— Anfang Sept.

fo. 131. Huillard-ßreholles III, 147; MG. Epp. saec. XIII. I, 315 nr. 397. BPW. 6777; Böhmer- Will II, 202 ur. 584; P. 8232 ; Auvray 324. 948

bestätigt die Entscheidung, welche magister Heinrich von Lautenbach (Luthen- bach) et sui College in dem Streit zwischeu dem Abt und Konvent von Neu- burg (Novicastri) und Gerhard, dem Pleban von Oberhofen (Obirnhovenj, über Patronatsrecht und Einkünfte der Kirche von Donnenheim (Tunnenbeim) ge- troifen haben. Auszug 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Nachl. Grand. II, 3 fo. 195 ex chiirtulario membranaceo abb. Neoburg. fo. 67. Ebda, werden erwähnt: 1. Die Entscheidung des H. de Lutheubach, Wolf heimus plebanus de Beiheim, Karolus Houaugensis scolasticus et Chunradus canonicus s. Alberti Augensis von 1229. ind. 2., kaleudis augusti ; aus demselben Chartular. fo. 66 '■'. 2. Die Bestätigung dieser Entscheidung durch den Propst Reinhard und das gesamte Domkapitel. 1229, VII. kal. septembris; ebendaher, fo. 67. 949

Der päpstliche Legat Otto, Kardinaldiakon von 8. Nicolaus, der sich aus Furcht vor dem König scheut, die verschiedenen Diözesen zu bereisen (ob metum regis ad singulas dioceses decliuare formidans. Chron. Ebersh.), begibt sich nach Straßburg und wird von Bischof und Bürgern in der Stadt aufgenommen. Bericht im Chron. Ebersh. (MG. SS. XXIII, 452) und bei Conr. de Fabaria (MG. SS. II, 181). Die Ankunft des Legaten in Straßburg muß vor dem 18. August erfolgt sein, da er an diesem Tage dort urkuudet (BFW. 10096). Ob die I3ürger ihrerseits, ehe sie sich zur Aufnahme des Legaten entschlossen, einen Versuch gemacht haben, die Gunst des Königs wiederzuerlangen, wie Conr. de Fabar. a. a. 0. meldet, muß in Ermangelung anderer Zeugnisse dahin- gestellt bleiben. Etwa um dieselbe Zeit muß es gewesen sein, daß Abt Heinrich von Ebersheimmünster, der sich im Dienst der Straßbiu-ger Kirche verdient. gemacht hatte (vgl. oben Regg. 935. 939) und von den Königlichen verfolgt wurde, ,quod uegotiatus fuerit contra Imperium", nach Straßburg flüchtete ; vgl. Chron. Ebersh. a. a. 0., wo übrigens berichtet wird, daß der Abt zweimal (semel et secundo) im Dienst de.s Bischofs nach Rom reiste. Von diesen beiden Reisen ist indessen nur die eine annähernd zu datieren (oben Reg. 935). 950

Papst Gregor erfüllt die Bitte Bischof ßertholds und bestätigt ihm einige Ein- künfte in Männolsheim (Meynoltzheym), deren Verleihung dem Straßburger Dompropst zusteht. Diese Einkünfte hatte Berthold einst, als er noch ein niederes Amt bekleidete (vgl. oben Reg. 885), nach der consuetudo der Straß- burger Kirche zu Lehen erhalten, und jetzt waren sie ihm von Propst und Domkapitel auf Lebenszeit verliehen worden. Der Papst bestimmt nun, daß sie nach dem Tode des Bischofs wieder zum gemeinen Nutzen des Kapitels verwandt werden sollen. Dat. Perusii, XIII. kat. septembris, pontif. nostri anno tertio. Abschr. 16. -Jhs. Straßb. B.-A. G 3463 nr. 312; Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe. GLA. Nachl. Grand. II. 3 fo. 194. Grandidier, Oeuvr. III, 319 nr.315 ex lib. sal. 1347 fo.44; Straßb. ÜB. IV, I, 47 nr.38 aus G 3463. 951

König Heinrich beginnt nach Rückkehr von seineu bairischen Feldzüg Straßburg zu belagern. ,Reversi de Bawaria cum triumpho abum collegimus exercitum ad obsidendum apud Argentiuam predictum cardinalem, qui ut dictum est, Alemanniam intraverat ad impedimentum et bumiliationem imperatorie maie- statis'. Bericht in dem Schreiben Heinrichs an den Bischof von Hildesheim V. J. 1234 (BF. 4348; MG. Const. H, nr. 322). Erwähnt auch im Chron. Ebersh. (MG. SS. XXIII, 452): , contra civitatem instaurat obsidione« und bei Conr. de Fabaria (MG. SS. II, 181): ,Rex itaque cardinalem illum cum haberet suspectum omnia sibi de civitate exire volenti obcluserat non minus itinera.* BF. 4138 b. Ob sich Bischof Berthold selbst in der belagerten Stadt be- fand, erfahren wir nicht. Die von Guillimann, de episc. Argent. 275 gegebene

Berthold 1.

55

1339

Sept. 5

Nov. 10

Straßburg

123Q

Febr.— März

Straßburo-

Nachricht, Berthold habe am 1. Septemlier über den König einen Sieg er- rungen (BF. 4138'=; lieg, flabsb. 136) ist jedenfalls unzutreffend; vgl. BFW. 1009 a; Winkelmanu, Friedr. IL, TI, 75 Auin. 7; Fritz, Territorium, 53; Feiten, Papst Gregor IX., 34 ff.; Hessel, Arch. für l'rk. Forsch. VI. 270. 952

Papst Gregor IX. richtet an Bischof Berthold ein Schreiben, worin er ihm seinen Dank ausspricht für die der römischen Kirche bewiesene Anhänglichkeit und die Aufnahme des Legaten Otto in Straßburg. Abschr. 13. Jhs Perugia, Bibl. munic. ms. 302. Erw. BEC. LXX, 327 nr. 43. 953

besiegelt zusammen mit der Stadt Straßburg eine Urkunde, in welcher die Ka- noniker von Jung St. Peter dem Schmied Arnold das Schmiedegruudstüek (area fabrice) am forum equorum auf 60 Jahre gegen einen jährlichen Zins von 14 Straßburger Unzen überlassen. Actum 1229 mense novembri. in vigilia S.Martini, indictione2. Or.Straßb. B.-B. G4824 (1). Siegel des Bischofs (I) und der Stadt. Hessel, ZGOK. NF. XXVII, 341 ur.3. Hessel, Elsäss.Urk., 11 nr. 8. 954

Die Bürger von Straßburg und Saarburg beenden ex mandato et consilio domi- norum episcopi videlicet Argeutinensis et episcopi Metenensis den zwischen ihnen seit dem Kriegszuge des Herzogs Theobald von Lothringen (vgl. oben Reg. 838) bestehenden Zwist durch einen Vergleich. Acta sunt hec publice anno dominice incarnationis 1229. Chirographiertes Or. Marburg, St.-A. Bodmann-Habel nr. 15. Hängesiegel beider Städte an Hanfschnüren. Schoepflin, Als. dipl. l, 363 nr. 455 zu 1228 aus Abschr. 14. Jhs. Straßb. St.-A. Brief buch A fo. 224'; Straßb. ÜB. I, 170 nr. 216 aus Or. Französ. Übersetzung bei Wagner, Not. bist, de Sarrebourg, 12. 965

bestätigt dem der Straßburger Kirche speziell zugehörenden Kloster Allerheiligen (cum . . ad ecclesiam uostrara specialiter pertineat) die Schenkung der Guda von ßenchen (de Eenicheim), welche mit seiner Zustimmung und durch seine Hand ihren ganzen Besitz dem Kloster übertragen hat. Actum anno domini 1229. Abschr. 18. Jhs. Karlsruhe, GLA. Cop. 4 p. 6. Schannat, Vindem. litt. I, 143 nr. 3. Grandidier, Oeuvr. Ill, 243 nr. 133. 956

bestätigt dem Kloster Schwarzach (Swarczahe) seine Rechte über die Parochie von StoUliofen (Stadelhofen) und die Kapelle in Schwarzach; diese hatte der frühere Abt Burchard dem Kloster entfremdet, als er bei Ankunft der Straß- burger Visitatoren (cum ^^sitatores nostre dyocesis ad monasterium de Swar- czahe causa correctionis accessissent) abdankte, um seiner drohenden Absetzung vorzubeugen. Es wird jetzt ferner bestimmt, daß die perpetui vicarii in den genannten Kirchen de temporalibns dem Abt und Konvent, de spiritualibus dem Archidiakon des Orts Rechenschaft ablegen und daß sie secundum pro- videnciam archidiaconi mit einer angemessenen Pfründe ausgestattet werden sollen. Datum Argen tine, anno incarnationis dominice 1229. Abschr. 15. Jhs. Karlsruhe, GLA. Cop. 1315 p 312 (lückenhaft); Auszug 16. Jhs. ebda. Cop. 1321 fo. 14 v; Abschr. 17. Jhs. ebda. Ms. 606. 1. 283 aus lib. B fo. 312. 957

söhnt sich mit König Heinrich VII. aus, wobei er dem König eine nicht unbe- trächtliche Geldsumme zahlt. Abt Konrad von St. Gallen, der den Frieden vermittelt, erhält von den Straßburgern Bürgern ein Geldgeschenk von 200 Mark Silber. Bericht bei Conr. de Fabar. (MG. SS. II, 181) und in Ann. Marb. zu 1230 (Schulausg. p. 93): s. auch Specklin, MGEGDiE. II. XIII, 248 nr. 903 und Straßb. Uß. I, 176 nr. 224, wo in einer städt. Urkunde von 1231 gesagt wird: ,cum nos pro pecunia quam Romanorum regi Heinrico dedimus al-

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Berthold I.

Frühj. (?)

Prühj.— Sommer

Aug. 28

Okt. 9

meudam nostram venderemus'. Vgl. Winkelmann, Friedr. 11. II, 77. 220.